Ich möchte eine Wanderung unternehmen. Da ich nicht weiß, wann der Regen beginnen wird (da sind sich auch die Vorhersagen nicht sicher), wähle ich eine kurze Tour in leichtem Gelände, so dass ich im Falle des Falles möglichst rasch zu Ludwig zurückkehren kann. Konkret soll es im Valbona-Tal gerade mal 100 Höhenmeter und nicht ganz vier Kilometer hinauf gehen bis Rragam (eine Ansammlung einiger weniger Häuser - es ist schwer, dies ein Dorf zu nennen) - eine eher langweilige Wanderung, befürchte ich. Ich marschiere ab 7:50 Uhr durch ein breites, steiniges Flussbett (wann führt die Valbona je so viel Wasser? Da würde sie ja alle Häuser im Tal wegschwemmen) auf einem Fahrweg, den Ludwig bei langsamer, vorsichtiger Fahrt wahrscheinlich schaffen würde. Mehrmals kommen Minibusse mit Wanderern vorbei, die (die Wanderer, nicht die Minibusse) sich auf diese Weise ein paar Kilometer auf dem Weg über den Valbona-Pass nach Thethi ersparen und die im Zielort dann abgeholt werden, da die Wanderung hin und zurück zu weit und anstrengend wäre. In Rragam gibt es zwei einfache Lokale, wo sich müde Wanderer erholen können. Am Ende des Tales sehe ich einen Wasserfall über eine Felswand stürzen (ein Schild mit der Aufschrift „Ujvara“ - „Wasserfall“ auf Albanisch - weist in diese Richtung). Jetzt wird die Wanderung doch noch interessant und auch etwas anstrengender, denn ich muss weitere 140 Höhenmeter durch Wald aufsteigen und einmal den Bach auf einer schmalen, provisorischen Brücke überqueren. Nach ein paar Fotos drehe ich um und marschiere den gleichen Weg zurück. Der Fahrer eines Minibusses überholt mich und fragt, ob ich mitfahren möchte, aber da es noch nicht nach Regen ausschaut, lehne ich dankend ab. Um 10:35 treffe ich bei Ludwig ein. Der Regen beginnt um 12:55.
Ich verbringe den Nachmittag in Ludwig und koche als Abendessen Pasta in Spinat-Käse-Sahne-Sauce. Dazu gibt es Tomatensalat. Es regnet immer noch - nicht viel, aber doch.
Meine Wanderung zum Wasserfall:
Kilometerstand: 4062 km (0 km gefahren).