Samstag, 14. September 2024

Italien, Tag 10 (Samstag, 14.9.2024): Neapel

Heute morgen ist der Himmel wolkenlos bei 15 Grad. Ich breche kurz vor 8 Uhr vom Campingplatz auf und gehe zum Bahnhof der Circumvesuviana-Bahn, die von Neapel (mit rund einer Million Einwohner die drittgrößte Stadt Italiens hinter Rom und Mailand) nach Sorrento und zurück fährt. Ich kaufe zwei Tickets  für die Fahrt nach Neapel und zurück um jeweils 3,30 Euro, entwerte eines und warte auf dem dem Bahnhofsgebäude gegenüberliegenden Bahnsteig. Ich bin gespannt, wie mir die Stadt - ein UNESCO-Weltkulturerbe - gefallen wird.


Der Zug kommt fast pünktlich um 8:23. Er ist ziemlich voll, ich bekomme aber einen Sitzplatz. Es nervt, wenn links und rechts Leute sitzen, die ohne Ohrhörer Videos am Handy anschauen. Nach etwas mehr als 30 Minuten steige ich am Hauptbahnhof von Neapel (eine Haltestelle vor der Endstation der Circumvesuviana) aus. Beim Ausgang wird die Fahrkarte kontrolliert.


Ich versuche, bei einem Automaten eine Tageskarte für die hiesigen Öffis zu kaufen, es scheint aber nur Einzelkarten zu geben. Ich suche einen Info-Schalter, wo ich an einen Zeitschriftenladen verwiesen werde. Dort bekomme ich die Tageskarte um 5,40 Euro. Man muss sie an den Metro-Eingängen in einen Entwerter stecken, damit sich die Schranke öffnet.


Ich fahre mit der Metro-Linie 1 zur Station Dante. Von dort marschiere ich durchs historische Zentrum, das eine zona traffico limitato ist (d.h., außer Anrainern darf hier praktisch niemand fahren). Fahren ist sowieso kaum möglich (außer mit den allgegenwärtigen Motorrollern), denn die Gassen sind sehr schmal, und einige Haupt-Touristen-Routen sind als Fußgängerzone ausgewiesen. Einige Straßen sind voller Menschen, dass man nur sehr langsam weiter kommt. Außer beim Fotografieren habe ich meine Hände stets auf meinen beiden Umhängetaschen, um Taschendieben keine Chance zu geben. Die meisten Häuser im historischen Zentrum könnten eine Renovierung vertragen, und überall waren Graffiti-Schmierer aktiv. Ich komme an zahlreichen Kirchen und Kapellen vorbei. Viele davon sind im Inneren überaus sehenswert. Abgesehen von der ersten Kapelle gibt es nirgends ein Fotografierverbot. In der Kathedrale findet eine Hochzeit statt, darum kann ich nicht zum Hauptaltar gehen. Ich trinke eine Flasche Yfood. Danach gehe ich zur Metro-Station Duomo, benutze eine selbstreinigende Toilette (20 Cent) und fahre zur Station Toledo. Die Via Toledo ist eine breite Fußgängerzone, und auch hier sind sehr viele Menschen unterwegs. Ich spaziere zum Hafen, vorbei an der Burg Castel Nuovo und auf der Hafenpromenade mit Blick auf den Vesuv zum Castel dell'Ovo. Ein Aufzug (der Fahrpreis ist in der Tageskarte enthalten) bringt mich auf einen Hügel. Ich gehe bergab zur Piazza del Plebiscito und gelange ans untere Ende der Fußgängerzone in der Via Toledo. Den Hügel Vomero erklimme ich mit einer Standseilbahn. Auch hier wurde eine Fußgängerzone angelegt. Nach einem Abstecher zu einem Aussichtspunkt am Südende des Parks der Villa Floridiana lege ich in der Nähe des Castel Sant'Elmo auf einer Bank eine Pause ein. Vom Vomero gelange ich über Treppen hinunter zum historischen Zentrum. Ich fahre mit der Metro von der Station Dante zur Station Duomo (wo ich noch einmal 20 Cent in einen Toilettenbesuch investiere) und gehe erneut zur Kathedrale, von der ich nun auch den Mittelteil besichtigen kann. Vor dem Dom findet eine Veranstaltung mit Kostümierten in mittelalterlicher Tracht (teilweise auf Pferden) statt. Anschließend marschiere ich zum Anfang der Circumvesuviana im Bahnhof Napoli Porta Nolana. Die nächste Bahn fährt in 5 Minuten um 18:52 Uhr. Die meisten Passagiere steigen im Hauptbahnhof ein (es bekommen alle einen Sitzplatz). Während ich nach Pompei fahre, ist es Zeit, ein Fazit zu ziehen. Neapel ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Ich hatte nicht erwartet, dass mir die Stadt so gut gefällt. Allein die großen Fußgängerzonen sind ein wesentlicher Pluspunkt.

























Kurz nach 19:30 Uhr sitze ich wieder in Ludwig. Nach der anstrengenden Stadtbesichtigung habe ich keine Lust zu kochen. Stattdessen trinke ich noch eine Dose Yfood und öffne einen Sack mit Brezeln.


Mein Weg durch Neapel:


Kilometerstand: 1493 km (0 km gefahren).