Donnerstag, 26. September 2024

Italien, Tag 22 (Donnerstag, 26.9.2024): Papasidero

Wegen leicht schmerzender Beinmuskeln bin ich in der Nacht mehrmals aufgewacht, aber am Morgen fühle ich mich gut (auch wenn meine Uhr noch dreieinhalb Tage Erholung empfiehlt). Als ich die Fensterverdunkelungen entferne, sehe ich blauen Himmel und Sonnenschein. Mangels Thermometer muss ich mich darauf verlassen, dass die Temperaturangabe der Wetter-App (18 Grad) stimmt.


15 km landeinwärts liegt Aieta, ein Dorf mit knapp 800 Einwohnern, das zu den I Borghi piu belli d'Italia gehört. Die Straße (offensichtlich erst vor wenigen Jahren neu asphaltiert) schraubt sich in langen Serpentinen auf 500 m Seehöhe hinauf. Die Aussicht hinunter zur Küste ist toll, leider gibt es aber keine Möglichkeit, für ein Foto anzuhalten. Der in Park4night eingetragene kleine Tagesparkplatz ist voll, doch etwas weiter finde ich einen Platz für Ludwig.


Ich mache einen Spaziergang durch das Dorf:






Der nächste größere Supermarkt dürfte ein Interspar in Scalea sein. Die Auswahl an Brot ist beim Lidl besser. Ein Baguette kostet beim Interspar 30 Cent mehr.


Ich esse am Interspar-Parkplatz zwei Weckerl mit Mortadella und Käse.


Obwohl Ludwigs Tank noch mehr als zur Hälfte voll ist, fülle ich ihn bei einer günstigen Tankstelle um 1,519 Euro pro Liter. Danach geht's wieder ins Landesinnere. Die Straße ist maximal eineinhalbspurig und weist immer schlimmere Schlaglöcher auf. Ich überlege, ob ich die Fahrt abbrechen soll. Dann sehe ich, dass Tomtom eine Abkürzung genommen hat. Ich muss noch 500 m durchhalten, dann erreiche ich die gut ausgebaute SS504. Hinter dem Ortsschild von Papasidero stehen ein paar Autos auf einer Schotterfläche, da stelle ich Ludwig dazu.


Das Dorf Papasidero mit ein paar hundert Einwohnern, das in einer sehr schönen Landschaft liegt, gehört nicht zu den belli Borghi, hätte dieses Prädikat aber durchaus verdient. Ich spaziere durch den Ort. Oben auf dem Hügel befinden sich eine Burgruine und ein Glockenturm. Highlight ist die Wallfahrtskirche Santa Maria di Constantinopoli, die in einer Schlucht gebaut wurde. Leider ist sie geschlossen:






Ich fahre zurück ans Meer. Dieses Mal ignoriere ich die Abkürzungen, die von Tomtom vorgeschlagen werden. Ich bin fast in Scalea, als ich mich breitschlagen lasse und dem Navi folge - und prompt vor einer Unterführung mit 1,90 m Höhe stoppen muss. Also ein paar hundert Meter zurück und es an anderer Stelle probieren! Geschafft! Auf der SS18 erreiche ich Cirella, wo ich zwei potenzielle Übernachtungsplätze begutachten möchte. Der erste liegt unterhalb einer Burgruine beim Friedhof und sieht nicht schlecht aus. Der zweite befindet sich kurz nach der Ruine und ist sehr groß (in einem Amphitheater, dem Teatro dei Ruderi, in der Nähe finden manchmal Veranstaltungen statt, wofür der Parkplatz benötigt wird). Da ich von der gestrigen Wanderung noch müde bin und es ziemlich heiß ist (Ludwig zeigt 36 Grad an, was vermutlich nicht stimmt, aber in der Sonne kann ich mir fast 30 Grad durchaus vorstellen), beschließe ich, heute Frühschluss zu machen.


Ich besichtige die Ruine.


Anschließend setze ich mich neben Ludwig in den Schatten, lege die Füße hoch und lasse mir ein Eis schmecken. 5 vermutlich herrenlose Hunde kommen vorbei, ziehen aber zum Glück bald wieder ab (vor Hunden habe ich Respekt).


Eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang gehe ich erneut zur Ruine. Wo sind ein paar Wolken, wenn man sie braucht?




Mein Abendessen: Faschierte Laibchen mit Salat.


Mein Weg durch Aieta:


Mein Weg durch Papasidero:


Meine Route:



Kilometerstand: 2625 km (99 km gefahren).