Dienstag, 10. September 2024

Italien, Tag 6 (Dienstag, 10.9.2024): Fahrt nach Salerno

Ich stehe um 7 Uhr bei fast wolkenlosem Himmel und einer Temperatur von 14 Grad auf. Beinahe das richtige Wetter für eine Wanderung - aber nur beinahe! Denn bereits gegen 4 Uhr wurde ich von heftigen Windböen geweckt, die Ludwig schwanken ließen. Jetzt weht der Wind zwar nicht mehr ganz so stark, aber immer noch stark genug, dass ich befürchten müsste, vom Wanderweg weggeblasen zu werden. Da die Tour auf den Monte Aquila laut Komoot teilweise durch anspruchsvolles oder gefährliches Gelände führt, will ich kein Risiko eingehen.


Ich verlasse den Stellplatz um 8:25 Uhr. In Castel del Monte halte ich am selben Parkplatz wie gestern. Mangels Mobilfunkempfang konnte ich am Abend den Blogbeitrag und die Fotos nicht hochladen. Das hole ich jetzt nach.


Um 10:15 fahre ich weiter. Nach einem letzten Blick auf das herrlich gelegene Dorf ...


... komme ich bald danach an Calascio vorbei.


Man ist hier nicht schneller als an der Küste unterwegs (eher langsamer mit vielen engen Serpentinen bergab und bergauf, außerdem wird die Straße schmäler und schlechter), aber in einer sehr schönen Landschaft - man darf es halt nicht eilig haben. Ein Problem ist jedoch, dass ich mich auf Tomtom nicht verlassen kann. Einmal will das Navi, dass ich eine Straße mit Fahrverbot (ausgenommen Berechtigte) verwende, dann wieder will es mich durch ein Dorf lotsen, obwohl es eine Umfahrung gibt. Ich starte am Handy Google Maps, um zwei Meinungen über die beste Route zu bekommen. Schließlich erreiche ich eine gut ausgebaute Hauptstraße. Ab jetzt geht es recht zügig voran. Warum aber immer 50er Geschwindigkeits-Tafeln aufgestellt sind, entzieht sich meinem Verständnis (vielleicht wurden zu viele dieser Schilder gekauft, und jemand hat sich gedacht: ist eh egal, es hält sich sowieso niemand daran). Um 12:45 halte ich hinter Roccaraso auf einem kleinen Parkplatz bei einem Restaurant und trinke eine Flasche Yfood.


Der nächste Lidl befindet ich in Isernia in nicht ganz 40 km Entfernung. In dieser Stadt lässt mich Tomtom links in eine recht schmale Gasse abbiegen, was mir seltsam vorkommt - vielleicht eine Abkürzung? Dann soll ich am Ziel sein - von einem Lidl weit und breit keine Spur. Da frage ich mich, warum man für Tomtom eine jährliche Abogebühr zahlen soll.


Google Maps bringt mich dann doch noch zum Lidl.


Bis Salerno sind es noch rund 160 km, weiterhin auf gut ausgebauten Straßen, teilweise auch vierspurig, bei mäßig starkem Verkehr. Erst die letzten 25 Kilometer sind mehr Autos unterwegs. Mein Ziel ist ein videoüberwachter kostenpflichtiger Parkplatz in der Nähe des Bahnhofs. Laut Kommentaren in Park4night füllt er sich ab 8 Uhr rasch, um 17 Uhr soll er aber ziemlich leer sein. Das muss ein anderes 17 Uhr gewesen sein, denn als ich um 17:10 eintreffe, ist der Parkplatz noch fast voll. Ich finde aber ein Plätzchen für Ludwig. Einen Stock höher führt die Bahnlinie vorbei - ich sollte lieber meine Ohrstöpsel suchen. Bezahlen kann man am Automaten nur mit Bargeld. Ich finde kein Preisschild, muss also hoffen, dass die Angaben in Park4night - 50 Cent pro Stunde Tag und Nacht - stimmen.


Ich gehe zum Bahnhof und erkundige mich in der Tourismus-Info nach Bustickets und der Haltestelle der Busse zur Amalfiküste. Ich möchte morgen den Sentiero degli dei, den Weg der Götter, gehen. Aus dem Internet weiß ich, dass ich hin und zurück vier Busfahrten benötige, darum kaufe ich im Zeitschriftenladen im Bahnhof gleich eine Tageskarte um 10 Euro. Ich werde noch heute die Wanderausrüstung vorbereiten und morgen früh aufstehen, um den ersten Bus um 5:55 zu erwischen.


Salerno ist laut, mit hässlichen Häusern und chaotischem Verkehr - so ähnlich stelle ich mir Neapel (aber noch um ein Vielfaches schlimmer) vor. Es gäbe einen Dom und auf einem Hügel eine Burg zu besichtigen, aber darauf werde ich verzichten.


Nach einem kurzen Abstecher zum Meer ...


... kehre ich zu Ludwig zurück. Ich koche Faschierte Laibchen mit grünem Salat.


Meine Route:



Kilometerstand: 1447 km (310 km gefahren).