Der Parkplatz in Rende liegt ein paar Kilometer abseits der Hauptstraße nach Cosenza. Ich habe eine sehr ruhige Nacht verbracht. Die Wettervorhersage prophezeit für heute 26 Grad, das heißt in der Sonne mehr und in Ludwig noch mehr. In den nächsten Tagen soll die Temperatur um bis zu 6 Grad fallen. Ich beschließe, der Hitze ins Gebirge im Landesinneren auszuweichen und weitgehend der Tour 5 des Womo-Reiseführers zu folgen. Cosenza werde ich erst bei der Rückkehr einen Besuch abstatten.

Auf oft geflickten und dementsprechend holprigen Straßen erreiche ich die SS107, die Cosenza am Stadtrand passiert. Hinter Cosenza ist die Straße gut ausgebaut. Dann geht es durch eine waldreiche Landschaft immer leicht bergauf. Nach ca. 40 km verlasse ich die Hauptstraße und lege am Parkplatz ...

... eines Skilifts eine Pause ein. Während Ludwigs Thermometer in Cosenza 25 Grad anzeigte, sind es jetzt nur noch 17 Grad - kein Wunder, ich befinde mich in fast 1400 m Seehöhe.

Nach ein paar Kilometern folge ich den braunen Tourismus-Wegweisern mit der Aufschrift "I Giganti della Sila". Am Ziel stelle ich Ludwig neben der Straße ab.

Die Giganten von Sila sind teilweise über 40 m hohe Bäume, die man auf einem Rundweg besichtigen kann. Der Womo-Reiseführer schreibt von 1 Euro Eintritt. Entweder wurde die Preisangabe seit der 1. Auflage nicht aktualisiert, oder der Preis wurde seit der 5. Auflage 2022 massiv erhöht - der Eintritt kostet nämlich 6 Euro.





Nun führt Tour 5 aus dem Womo-Reiseführer ein paar Kilometer zurück und auf der ebenfalls gut ausgebauten SS177 zum Lago di Cecita.

Wenig später erreiche ich einen großen Tagesparkplatz mit angrenzendem Picknick-Areal.

Ich esse eine Dose Thunfisch.

Auf der anderen Straßenseite befindet sich ein Info-Zentrum des Parco Nazionale della Sila. Ein kleines Museum ist wegen Mittagspause zu, ein anderes hat keine Mittagspause, ist aber dennoch geschlossen (weshalb ich bezweifle, dass das erste Museum am Nachmittag offen hat).

Ich spaziere zu einem Tiergehege. Bis auf einen Bewohner haben sich alle für ein Mittagsschläfchen verkrochen.

Im geologischen Garten sind einige Gesteinsarten ausgestellt.

Den nächsten Stopp legten die Autoren des Womo-Reiseführers bei einem Picknick-Platz ein paar Kilometer weiter ein. Ich flüchte sofort wieder. Dass viele Süditaliener ihren Müll einfach in der Landschaft verstreuen (sogar in einem Nationalpark), werde ich nie verstehen (da war Albanien voriges Jahr deutlich sauberer). Vielleicht haben streunende Hunde Müllsäcke aufgerissen und den Inhalt verstreut, aber auch das Ablegen von Müllsäcken gehört sich nicht.

Die letzte Etappe des Tages führt fast 30 km bei wenig Verkehr durch Wald. Ich fahre langsam, da gelegentlich Schlaglöcher (die im Wechselspiel von Licht und Schatten schwer erkennbar sind) auf unaufmerksame Autofahrer lauern.

In San Giovanni in Fiore sind die Autoren des Womo-Reiseführers durch schmale Gassen zum Kloster gefahren, wo ein paar WoMos auch Platz zum Übernachten haben. Ich will mir dies nicht antun und steuere stattdessen einen großen Parkplatz aus Park4night an. Tomtom sagt mitten in einer Gasse, dass ich mein Ziel erreicht habe. Ich fahre weiter und finde kurz darauf heraus, dass es sich um eine Sackgasse handelt. Da kein Platz zum Umdrehen ist, muss ich 50 m rückwärts fahren. Dann rechts eine steile Zufahrt hinauf, und da ist tatsächlich ein großer, wenig genutzter Parkplatz ...

... mit schöner Aussicht auf die wenig sehenswerte 16.000-Einwohner-Stadt. Auch das Foto und die Beschreibung des Klosters im Womo-Reiseführer wirken nicht so, als würde man viel versäumen, wenn man es nicht aus der Nähe sieht. Das erspart mir, 100 Höhenmeter hinunter und vor allem wieder hinauf zu stapfen.

Mein Abendessen: Bratwürste mit Salat.

Mein Weg zu den Baumgiganten:

Mein Weg zum Tiergehege:

Meine Route:


Kilometerstand: 2808 km (109 km gefahren).