Gestern Abend hat kühler Wind die Temperatur merklich gesenkt. In der Nacht haben starke Böen Ludwig zum Wackeln gebracht. Inzwischen weht wieder weniger Wind. Der Himmel ist fast wolkenlos. Die Wetter-App zeigt 12 Grad an (in rund 1000 m Seehöhe).

Ich folge wieder der Tour 5 aus dem Womo-Reiseführer. Zuerst muss ich ans untere Ende von San Giovanni in Fiore. Tomtom will mich in schmale Gassen abbiegen lassen, aber diese sind so eng, dass auf den ersten Blick ersichtlich ist, dass das eine unbrauchbare Abkürzung ist. Ich versuche, auf der breitesten Straße zu bleiben, auch wenn das Navi etwas anderes sagt. Gelegentlich helfen mir auch Verkehrszeichen, die die Richtung für LKWs und Busse anzeigen. Diese Stadtdurchquerung bestätigt, dass man San Giovanni in Fiore nicht unbedingt gesehen haben muss. Der Übernachtungsplatz war aber super. Kaum habe ich die Stadt verlassen, fahre ich gemütlich in vielen Kurven bergab und bergauf durch Wald - ich hatte nicht erwartet, dass Süditalien so grün ist.

Ich erreiche den Stausee Lago Ampollino ...

... und bald danach einen im Womo-Reiseführer erwähnten Picknickplatz (bereits zuvor habe ich mehrere Plätze neben der wenig befahrenen Straße entdeckt, wo man eine Rast einlegen könnte).

Am weiteren Südufer des Lago Ampollino kann man kaum irgendwo halten, und es gibt keine Zugänge zum Stausee. Dieses Gebiet dürfte wieder zum Nationalpark della Sila gehören. Außerhalb des Nationalparks folge ich der SS179 durch ein landwirtschaftlich genutztes Gebiet, das sich auch in der Südsteiermark befinden könnte. In Bocca di Piazza lege ich bei einer Kapelle einen Stopp ein (kurz davor ein Schreckmoment, weil mir ein Idiot auf meiner Fahrbahnseite entgegen kommt, offenbar um die Kurve sportlich zu nehmen - ich hoffe, er hat mein Hupen gehört und ist auch erschrocken).

Nun geht es wieder hauptsächlich durch Wald zum Lago Arvo, der im Nationalpark liegt.

Die Koordinaten eines Picknick-Areals aus dem Womo-Reiseführer werden in Tomtom falsch an der Hauptstraße angezeigt. Google Maps hingegen weiß, dass demnächst eine Abzweigung kommt und ein paar hundert Meter auf einer schmalen Straße dorthin zurückzulegen sind (Tomtom kennt diese Zufahrt überhaupt nicht).

Nach ein paar hundert Metern auf der Hauptstraße biege ich links in Richtung Funivia ab. Ich möchte erkunden, ob die Seilbahn in Betrieb ist (sie ist). Berg- und Talfahrt auf den Monte Botte Donato kosten je nach Jahreszeit 8 bzw. 10 Euro. Am Parkplatz dürfte laut Kommentaren in Park4night das Übernachten geduldet werden.

Ich esse zarte Heringfilets in Paprikacreme.

Schade, dass die Seilbahn modernisiert und mit Vierer-Kabinen ausgestattet wurde. Mit den alten Käfigen, in denen man steht, hätte ich eine Fahrt unternommen.

Stattdessen lasse ich mich von Ludwig zur Bergstation bringen. Die Straße ist ein- bis eineinhalbspurig, man muss auf entgegenkommenden Verkehr (zum Glück nur ein paar PKWs), Ausweichmöglichkeiten, in die Fahrbahn hängende Zweige sowie Schlaglöcher aufpassen. Glücklicherweise fährt man bis kurz vor dem Ziel durch Wald, denn hätte man auch noch eine schöne Aussicht, auf die man achten sollte, wäre diese Strecke Stress pur.

Außer der Bergstation der Seilbahn ...

... gibt es eine Berghütte.

Ich genieße die Aussicht ...

... und spaziere ...

... zum Gipfel des 1928 m hohen Monte Botte Donato.

Die Autoren des Womo-Reiseführers haben es nicht bis hierher geschafft, weil ihnen Anfang Mai eine Schneebarriere den Weg verstellte. Ich hingegen werde auf der anderen Seite des Berges zur SS107 hinunter fahren und ein zweites Mal auf dem großen, leeren und ruhigen Parkplatz in Rende übernachten. Die Straße auf dieser Seite des Gipfels ist oben eine Spur breiter und angenehmer zu fahren. Weiter unten ist sie fast zweispurig.

Den Parkplatz in Rende habe ich wieder für mich allein.

Mein Abendessen: Chili con Carne mit Reis.

Mein Weg zum Gipfel:

Meine Route:


Kilometerstand: 2952 km (144 km gefahren).