Die Wettervorhersage prophezeit einen bewölkten Tag mit 0 Prozent Regenwahrscheinlichkeit - also sehr gutes Wanderwetter. Am Morgen ist der Himmel wolkenlos bei 17 Grad. Ich fahre gleich nach dem Aufstehen zur Berghütte Rifugio Alcide de Gasperi, ...

... wo ich eine ausgiebige Portion Müsli frühstücke. Das Thermometer zeigt plötzlich nichts mehr an, auch eine neue Batterie bewirkt nichts - ich fürchte, es ist innerhalb einer halben Stunde kaputt geworden.

Ich habe gestern Abend in Komoot eine Wanderung auf den 2181 m hohen Serra del Prete geplant (übrigens hatte ich erstmals in Italien eine schlechte Internet-Verbindung, lediglich Magenta im iPhone funktionierte einigermaßen). Die App zeigt an, dass mir auf 5 km 680 Höhenmeter bevorstehen, wobei aber die ersten zwei Kilometer fast flach verlaufen und es danach mit Steigungen bis zu 35 Prozent nur noch bergauf geht. Ich breche kurz nach halb neun auf. Bald erreiche ich einen Waldweg, der mich zum Aussichtspunkt Belvedere di Malvento bringt. Von hier an beginnt die Bergetappe, die ich gleichmäßig und nicht zu schnell zu gehen versuche, damit mich die Kraft nicht zu früh verlässt. Die Tour führt zuerst durch Wald, dann folgt eine Strecke, wo nur Gras und Steine wachsen, und dann noch einmal Wald. Danach habe ich die Baumgrenze überquert. Ab hier weht starker kühler Wind, so dass ich die Jacke aus dem Rucksack holen muss. Die Hälfte des Anstiegs ist geschafft. Der Pfad ist hier oft nicht zu erkennen, aber kleine Steinpyramiden und gelegentlich eine Farbmarkierung zeigen, wo man gehen soll. Außerdem kann ich jederzeit die aktuelle GPS-Position auf Handy und Uhr mit der geplanten Komoot-Tour vergleichen. Leider ist es sehr dunstig, so dass die Fernsicht schlecht ist. Eine Herde Kühe verstellt mir den Weg. Vorsichtshalber weiche ich ihnen mit 50 m Sicherheitsabstand aus. Das oberste Stück der Wanderung ist flacher. Um 11:20 erreiche ich den Gipfel, auf dem jemand ein provisorisches Kreuz aufgestellt hat. Kurz nach mir trifft ein Österreicher/Schweizer-Paar, das einen anderen Weg gegangen ist, ein. Ich trinke eine Flasche Yfood und raste 20 Minuten, ehe ich mich auf den Rückweg mache. Nach zwei Stunden bin ich wieder bei Ludwig. Meine Uhr schlägt vier Tage Erholung vor. Während ich mich für ein Weilchen aufs Ohr lege, könnt ihr die Fotos der Wanderung anschauen:















Ich beschließe, heute am Strand von Castrocucco zu übernachten. Als ich kurz nach 16 Uhr aufbreche, zeigen sich erste Lücken in der Wolkendecke. Tomtom führt mich nicht nach Rotonda, sondern nimmt eine andere Strecke durch den Nationalpark. So wie gestern nutze ich die Bergabfahrhilfe des Ducato, um Ludwigs Bremsen zu schonen. Da außer mir niemand auf dieser Strecke unterwegs ist, halte ich durch das langsame Fahren niemand auf. Ich bleibe bei einem Aussichtspunkt stehen, um ein paar Fotos zu schießen.

Ich erreiche die Autobahn, die von Salerno bis zur Stiefelspitze mautfrei ist, und fahre bis zur Ausfahrt Lauria Süd. Nun folgen ein paar Kilometer auf einer schlechten Straße, ehe ich auf der gut ausgebauten SS585 in die Nähe von Castrocucco fahre. Zwei weitere WoMos haben sich den Strandparkplatz fürs Übernachten ausgesucht.

Ich esse Kaiserschmarrn mit Apfelmus.

Die Sonne geht um 18:49 unter. Leider fehlt hier ein interessantes Vordergrundmotiv, z.B. ein Leuchtturm!



Meine Wanderung:

Meine Route:


Kilometerstand: 2526 km (86 km gefahren).