Gestern gegen 20 Uhr hat der Parkplatz beim Sportplatz bei Drongen begonnen, sich wieder zu leeren. Um 22 Uhr waren alle Fahrzeuge außer Ludwig und einem ebenfalls hier übernachtenden blauen Kastenwagen aus Großbritannien fort. Die Nacht war vollkommen ruhig, seit dem Morgen verursacht aber die ca. 1 km entfernte Autobahn ein leichtes Hintergrundrauschen. Es ist größtenteils bewölkt mit ein paar blauen Stellen am Himmel. Die Temperatur beträgt 11 Grad.

In Bodennähe hat sich Nebel gebildet.

Um 9 Uhr setzt sich Ludwig in Bewegung. Die Fahrt bis zum Lidl an der Südeinfahrt der 120.000-Einwohner-Stadt Brügge erfolgt auf der sechsspurigen Autobahn rasch und problemlos. Der Parkplatz des Supermarkts ist zwar relativ klein, aber es gibt noch genug freie Parzellen.

Ich habe gestern lange in Park4night gestöbert und mir dort verzeichnete Tagesparkplätze (das Übernachten in Fahrzeugen ist in Brügge streng verboten) auch in Google Streetview angesehen. Entlang der Einfahrtsstraßen besteht zwar die Möglichkeit, einen Längsparkplatz zu finden, aber man darf mit Parkscheibe meistens nur 4 Stunden parken. Außerdem weisen die Parken-Schilder oft ein PKW- und manchmal ein LKW-Symbol auf, und WoMos werden offenbar öfters als keines von beiden gesehen (die große Anzahl von Kommentaren in Park4night, die von einem 40-Euro-Strafmandat berichten, spricht für sich). Ich beschließe daher, den kostenpflichtigen Wohnmobil-Stellplatz aufzusuchen. Er ist mit 25 Euro für 24 Stunden zwar nicht günstig (zwischen 1.4. und 30.9. 30 Euro), aber er liegt sehr zentrumsnah. Strom ist im Preis inbegriffen (ich erspare mir aber das Anschließen des Kabels, denn meine beiden Bordbatterien weisen genug Kapazität auf). Ungefähr die Hälfte der Parzellen ist derzeit belegt. Ich stelle Ludwig in der Nähe der Einfahrt ab, entdecke dann aber ein Schild, dass man hier nur bis 22 Uhr stehen darf. Ich parke deshalb um (im hinteren Bereich befinden sich die Übernachtungsplätze, die außerdem etwas breiter sind). Ich sehe größtenteils deutsche Wohnmobile, aber auch ein paar Niederländer, je zwei Franzosen und Engländer, einen Schweden und einen Finnen.

Mein Mittagessen: Brote mit Mortadella und Käse.

Ich lade die VisitBruges-App, in der mehrere Spaziergänge inkl. Beschreibungen der Sehenswürdigkeiten enthalten sind. Ich wähle die Tour "Absolutes Muss: Verblüffendes Weltkulturerbe" durch die Innenstadt von Brügge (die in ihrer Gesamtheit auf der UNESCO-Welterbeliste steht) mit 18 Stopps: Stadtwälle und Schießpulverturm, König-Albert I.-Park, Konzerthalle, 't Zand-Platz, Sankt-Salvatorkathedrale (ich muss raus, bevor ich mit der Besichtigung fertig bin, da sie zwischen 13 und 14 Uhr wegen Mittagspause geschlossen wird), Simon-Stevin-Platz (es gibt beim Erfinder der belgischen Praline übrigens auch eine kleinere Schachtel: 12 Pralinen um 25 Euro), Marktplatz (der Belfried ist UNESCO-Welterbe), Burgplatz, Fischmarkt, Gerberplatz, Rosenkranzkai, Dijver-Gracht, Hof Arents, Gruuthusemuseum und Liebfrauenkirche, Sankt-Jans-Hospital, Walplein, Beginenhof (noch ein UNESCO-Welterbe), See der Liebe. Kurz vor halb vier bin ich bei Ludwig zurück. Der Stellplatz ist inzwischen voll belegt.

















45 Minuten später breche ich zum Abendrundgang auf. Ich gehe diesmal an der Ostgrenze des Stadtzentrums entlang bis zu ein paar Windmühlen. Danach folge ich einem Kanal bis zur Stadtmitte. Ab hier schaue ich ein paar Highlights an (Marktplatz mit Belfried, Burgplatz mit Rathaus, Rosenkranzkai), die ich auch bereits am frühen Nachmittag gesehen habe. Nach drei Stunden bin ich wieder bei Ludwig.












Mein Abendessen: Faschierte Laibchen, Salat sowie Joghurt, Himbeeren, Nüsse.

Mein erster Rundgang durch Brügge:

Mein zweiter Rundgang durch Brügge:

Meine Route:


Kilometerstand: 2549 km (38 km gefahren).