Dienstag, 14. Oktober 2025

Belgien und Luxemburg, Tag 39 (Dienstag, 14.10.2025): Tournai

Die Fahrt nach Sint-Denijs war anstrengend, der ruhige Stellplatz beim Fußballplatz war es aber wert. Heute ist der Himmel erneut grau. Die Temperatur beträgt 13 Grad.


Ich wäre überrascht, wenn ich nach Tournai käme, ohne eine Umleitung fahren zu müssen. Ich werde nicht überrascht. Überraschend groß und leer ist hingegen der Schotterplatz, den ich in Park4night gefunden habe.


Ich befinde mich jetzt wieder in der Wallonie, dem französischsprachigen Teil Belgiens. Tournai (70.000 Einwohner) ist eine der ältesten Städte des Landes und kann mit zwei UNESCO-Welterbestätten aufwarten: dem Belfried und der Kathedrale Notre-Dame. Der Grote Markt, der hier Grand Place heißt, ist dreieckig und leider ein grand parking.














Um 12 Uhr bin ich bei Ludwig zurück und esse Brote mit Guacamole.


Zufällig sehe ich, dass bei einem Übernachtungsplatz in Antoing Mülltonnen erwähnt werden. Da er fast auf dem Weg liegt, lasse ich mich vom Navi dorthin lotsen. Es gibt dort aber nur Glascontainer sowie einen Behälter für organische Abfälle.


Ich fahre auf der Autobahn nach Hornu. 


Hier befindet sich ein weiteres UNESCO-Welterbe: Le Grand Hornu, eine ehemalige Industriesiedlung im Gebiet einer Kohlenzeche. Man kann das Zentrum der Anlage besichtigen (Senioren zahlen 6 statt 10 Euro, dazu kommen 3 Euro für den Audioguide), wo sich nun auch ein Museum für zeitgenössische Kunst befindet.





Es ist noch nicht 16 Uhr, zu spät, um die Stadt Mons anzuschauen, aber zu früh, um schon Feierabend zu machen. Ich fahre zum Schiffshebewerk Strepy-Thieu, ...


... ein gewaltiger Aufzug für Schiffe, die in eine 112 m lange Wanne fahren, mit der sie dann 73 m nach oben bzw. unten befördert werden. Der Eintritt für Über-60-Jährige beträgt 8 Euro (statt 10). Ich sehe einen Film über den Bau des Hebewerks (da ich der einzige Besucher bin, wird er für mich in deutscher Sprache gezeigt) und besichtige dann eine Ausstellung (den Audioguide kann man am Handy im Browser aufrufen). Als ich um 18 Uhr wegfahren will, habe ich das Glück, dass ich einen Schiffstransport live beobachten kann.





In Park4night ist ein übernachtungsgeeigneter Parkplatz am Rande des Stadtzentrums von Mons eingetragen, der am Abend ziemlich leer sein soll. Da ich diesmal die Autobahn vermeide, muss ich eine längere Strecke durch Wohngebiete fahren, wo Autos einmal links und dann wieder rechts parken dürfen, wobei auf der Fahrbahn nur noch Platz für ein Auto ist, so dass man bei entgegenkommendem Verkehr immer wieder warten muss. Danach geht es rascher vorwärts (bis 70 km/h sind erlaubt, und schneller würde ich bei den belgischen Straßenverhältnissen eh nicht fahren wollen - auch mit 70 werde ich ziemlich durchgerüttelt). In Mons lässt mich TomTom links abbiegen und dann rechts in eine schmale Gasse fahren. Es sind nur noch 600 m bis zum Ziel, als plötzlich ein gellender Schrei ertönt: NEINNNNN!!! Der Schrei stammt von mir, und der Grund ist - wie könnte es anders sein - eine Straßensperre. Lausige 600 m! Aber es hilft nichts. Ich biege ab und versuche, es zu vermeiden, dass ich im Kreis fahrend wieder die gesperrte Straße erreiche. Mit Hilfe von Google Maps gelange ich nach mehreren Kilometern Umweg kurz vor Sonnenuntergang zu meinem Übernachtungsplatz.


Mein Abendessen: Kaiserschmarrn mit Apfelmus, Heidelbeeren, Nüssen und Joghurt.


Mein Weg durch Tournai:


Mein Weg beim Le Grand Hornu:


Mein Weg beim Schiffshebewerk Strepy-Thieu:


Meine Route:



Kilometerstand: 2951 km  (117 km gefahren).