Ab dem Morgen hört man auf dem großen Parkplatz in Ieper die Autos auf der nahen Straße und gelegentlich einen Zug, aber die Nacht war sehr ruhig. Es ist - wie schon gewohnt - bewölkt. Die Temperatur beträgt 14 Grad.

Als ich um 9 Uhr zur Stadtbesichtigung aufbreche, nieselt es so fein, dass man keinen Regenschirm braucht. Wenig später kommt sogar einmal die Sonne hervor. Ieper ist eine sehenswerte Stadt mit einem UNESCO-geadelten Belfried. Bei Schlechtwetter würde ich das Museum In Flanders Fields besuchen, aber da ich erst gestern ein Weltkrieg-1-Museum gesehen habe, will ich mich nicht schon wieder mit diesem Krieg beschäftigen.


















Als Mittagessen verspeise ich Lachsfilet in Tomaten-Mozzarella-Sauce.

Laut Google Maps ist der Lidl in Ieper vorübergehend geschlossen, darum fahre ich zunächst zum Tyne Cot Soldatenfriedhof (also doch noch einmal 1. Weltkrieg).

Es sind mehrere Busse mit Schülern anwesend - da hat man wenig Ruhe.

Ich brauche Bananen und Salat, deshalb steuere ich den Lidl in Menen an. Da ich sie selten kaufe, fällt mir erst heute auf, dass eine Kaisersemmel in Belgien ziemlich viel kostet, nämlich 39 Cent.

In Kortrijk (ca. 80.000 Einwohner) steuere ich einen in Park4night eingetragenen Tagesparkplatz in einem Wohngebiet an. Zum Glück ist Ludwig nur 6 m lang, denn ein längeres Fahrzeug müsste eine zweite Parzelle blockieren.

Ich marschiere zum Stadtzentrum und unternehme einen Rundgang. Kortrijk erlitt in beiden Weltkriegen starke Zerstörungen, weshalb nur wenige alte Gebäude übrig geblieben sind. Aber ein paar gibt es doch, zum Beispiel die Broeltürme, die Bestandteil der mittelalterlichen Stadtbefestigung waren, das Rathaus sowie den freistehenden Belfried (UNESCO-Welterbe). Auch der Beginenhof steht auf der UNESCO-Welterbe-Liste. Etwas kurios ist die nachgebildete Lourdes-Grotte, die 1908 anlässlich des 50. Jahrestags der Marienerscheinung in Lourdes eingeweiht wurde.







Als ich bei Ludwig zurück bin, ist es fast 17 Uhr - Zeit, einen Schlafplatz zu finden. Ich entscheide mich für das Dorf Sint-Denijs, wo beim Parkplatz des Fußballplatzes eine Parzelle für Wohnmobile reserviert ist (in der Nähe gibt es als Alternative eine weitere gut bewertete Parkmöglichkeit bei einer Schleuse bei einem Kanal). Die Fahrt dorthin stellt sich als anstrengend heraus. Zuerst will Tomtom mich gegen die Fahrtrichtung einer Einbahn schicken, was ich natürlich nicht mache. Dann führt mich das Navi in eine Gasse, in der nur Autos mit einer Breite unter zwei Metern weiterfahren dürfen. Ich finde schließlich aus dem Wohngebiet hinaus, erreiche breitere Straßen und den autobahnähnlichen Ring um Kortrijk. Mein Aufatmen kommt jedoch zu früh, denn ich muss auf eine Autobahn auf- und dann wieder abfahren, wobei es mehrere Spuren gibt, die bald in unterschiedliche Richtungen abzweigen. Welche davon muss ich nehmen? Viel Zeit, auf den Bildschirm des Navis zu schauen, habe ich nicht, denn es ist viel Verkehr, der meine ganze Aufmerksamkeit erfordert. Als ich merke, dass ich dringend auf die linke und etwas später auf eine Spur weiter rechts wechseln muss, bremsen zwei nette Belgier glücklicherweise, so dass ich rüberfahren kann. Endlich ist das Autobahnkreuz geschafft, und ich kann jetzt wirklich aufatmen. Zu früh gefreut - TomTom schickt mich für ein paar Kilometer auf einspurige Straßen (ich weiß nicht, ob das die normale Strecke ins Dorf Sint-Denijs ist oder eine Abkürzung). Zuletzt kommt noch eine schmale Zufahrt, dann ist der Fußballplatz erreicht (wo die lokale Jugend heute nicht trainiert, so dass der ganze Parkplatz Ludwig allein gehört).

Mein Abendessen: Käsespätzle mit Salat und Heidelbeer-Joghurt mit Nüssen.

Mein Weg durch Ieper:

Mein Weg durch Kortrijk:

Meine Route (so schlägt sie zumindest Google Maps vor - ob ich mit TomTom wirklich so gefahren bin, kann ich nicht sagen):


Kilometerstand: 2834 km (60 km gefahren).