Nach einer regnerischen Nacht beginnt auch der neue Tag mit Regen. Die Temperatur beträgt 10 Grad. Außer Ludwig haben drei weitere WoMos am Stellplatz in Redu übernachtet.

Ich werde - am möglicherweise letzten Tag in Belgien - weitgehend der Tour 14 aus dem WoMo-Reiseführer folgen. Bei leichtem Nieseln fahre ich zunächst nach Paliseul (kostenpflichtiger Stellplatz) und ohne Stopp weiter nach Vresse-sur-Semois (kostenlose Übernachtungsmöglichkeit). Die Straßen sind kurvenreich und gelegentlich sogar richtig unbelgisch (also recht gut). Die waldreiche Landschaft mit kleinen Orten in der Wallonie gefällt mir weitaus besser als Flandern.

In Vresse-sur-Semois befindet sich ein Schuppen mit der hölzernen Nachbildung einer Lokomotive aus dem Jahr 1835. Leider spiegelt das Glas stark, so dass man wenig sieht.

Auch wenn es gerade nicht regnet, macht das Wetter wenig Lust auf eine Wanderung ins Dorf Laforet. Ich fahre weiter nach Bohan (kostenloser Stellplatz) und fotografiere den Rest einer Brücke über den Fluss Semois, die im 2. Weltkrieg von den Franzosen und nach dem provisorischen Wiederaufbau 1944 von den Deutschen zerstört wurde.

Auf dem Weg nach Alle (kostenlose Übernachtungsmöglichkeit) nieselt es wieder. Ich bleibe nicht stehen, sondern fahre zu einem Aussichtspunkt.

In Poupehan kann man laut WoMo-Reiseführer kostenlos übernachten. Das stimmt nicht mehr, denn jetzt soll man 20 Euro bezahlen - entsprechend negativ sind die Kommentare in Park4night. Da steuert man lieber den kostenlosen Stellplatz in Bouillon an. Eigentlich liegt der WoMo-Stellplatz nebenan (wobei man dort nur verkehrt wieder rausfahren könnte), aber die Wohnmobile stehen alle am PKW-Parkplatz (mit Höhenschranke, die jedoch offen ist), was - glaube ich - geduldet wird.

Ich esse Sardinen zu Mittag.

Bouillon (etwas über 5.000 Einwohner) wäre die letzte zu besichtigende Stadt in Belgien (eigentlich käme noch Arlon, aber da war ich bereits am Beginn meiner Rundreise), doch das Wetter spielt nicht mit. Das Schieferbergwerk Au Coeur de l'Ardoise ist geschlossen (und interessiert mich auch nicht sonderlich), deshalb gebe ich die letzten Koordinaten in Belgien ins Navi ein. Bis zur Abtei d'Orval sind es 35 km. Ich finde einen Längsparkplatz neben der Straße. Wie bestellt reißt die Wolkendecke auf. Gelegentlich scheint sogar die Sonne.

Der Eintritt ins sehenswerte Kloster kostet für Senioren 6 statt 8 Euro.














Der Kauf eines Sechser-Packs Bier darf zum Schluss natürlich nicht fehlen.

Damit endet meine Reise durch Belgien. Ich beschließe, heute noch nach Luxemburg zu fahren und zum dritten Mal in Dudelange zu übernachten, wobei ich dorthin eine Strecke via Frankreich nehme. Bei der Abfahrt aus Orval beginnt der Himmel zu weinen. Der Parkplatz beim Fußballplatz in Dudelange ist voll. Ich könnte entweder warten, bis die Sportler weg sind, oder weiter zum P+R-Parkplatz bei der Stadt Luxemburg fahren, sehe dann aber, dass es am Ende einer Sackgasse einen weiteren Parkplatz gibt. Ein Kommentator in Park4night schreibt, dass sich hier Jugendliche treffen und Lärm machen. Ich beschließe, diesen Platz zu probieren. Sollte es Probleme geben, habe ich es nicht weit zum Fußballplatz-Parkplatz.

Mein Abendessen: Bouletten mit Salat. Mein Abenddessert: wer es errät, bekommt 100 Punkte.

Mein Weg bei der Abtei Orval:

Meine Route:


Kilometerstand: 3546 km (191 km gefahren).