Der große Schotterplatz beim Eisenbahnmuseum in Mariembourg ist ein guter Übernachtungsplatz. Ich stehe weit genug von der noch aktiven Bahnlinie entfernt, dass ich vorbeifahrende Züge kaum höre (in der Nacht ist wahrscheinlich gar keiner gefahren). Das Wetter: wie meistens in den letzten Tagen bewölkt. Die Temperatur: 10 Grad.

Ich befinde mich in einer ländlichen, leicht hügeligen Landschaft. Ab und zu kommt ein kleines Dorf, zwischen denen wenige Autos unterwegs sind. Die Nähe zu Frankreich ermöglicht mir in Givet einen Lidl-Preisvergleich. Apfeltaschen (eine Ecke gerundet): 85 Cent. Baguette (250 g): 28 Cent! Dunkles Brot (315 g): 1,49 Euro. Äpfel in Aktion (1 kg): 1,39 Euro, ansonsten Preise ähnlich wie in Österreich. Die günstigsten Weintrauben kosten 2,79 Euro pro Kilo. 1 kg Bananen: 1,99 Euro. Bio-Zwiebeln (500 g): 1,49 Euro. 300 g Eisbergsalat: 89 Cent. Joghurt (16 mal 125 g = 2 kg): 2,25 Euro. Guacamole: nicht erhältlich. 6 Lidl-Magnum: 2,89 Euro (wenn man 2 Packungen nimmt, derzeit 1,45 Euro!; leider habe ich nicht genug Platz im Tiefkühlfach). 500 g gefrorene Himbeeren (Heidelbeeren nicht vorrätig): 3,99 Euro. Prickelndes Wasser: nicht erhältlich.

Ich parke Ludwig auf einem kostenlosen WoMo-Stellplatz für 24 Wohnmobile (man merkt, dass ich mich in einem WoMo-freundlichen Land befinde). Außer Franzosen und Belgiern steht ein Niederländer hier. Ludwig ist der einzige Österreicher - was kein Wunder ist, ich habe weder in Luxemburg noch in Belgien ein österreichisches Wohnmobil gesehen.

Das einzig Negative am Stellplatz: 100 l Wasser würden 4 Euro kosten. Die Wassersäule funktioniert aber sowieso nicht. Vor meiner Abfahrt kann ich aber den Urinkanister und den Grauwassertank leeren.

Zuvor mache ich jedoch einen Rundgang durch die Stadt (etwas über 6.000 Einwohner). Im Zentrum findet ein Markt statt.









Zahlreiche große Abfallkörbe (davon viele ohne Einwurferschwernis) würden die Camper-Abfall-Entsorgung erleichtern (werden aber nicht gebraucht, da am Stellplatz Mülltonnen stehen).

Um 11:30 verspeise ich Sardinen ohne Haut und Gräten, aber mit Chili.

Durch das Tal der Maas gelange ich nach Dinant (etwas über 13.000 Einwohner), wo ich in der Nähe der Abtei Notre-Dame de Leffe auf einer Schotterfläche parke (Achtung: gleich daneben befindet sich der kleinere Parkplatz eines Restaurants, wo Schilder mit Abschleppen drohen). Wie ich später feststelle, kann ich froh sein, dass hier Platz war, denn für Plan B (Parkplatz beim Fußballplatz) hätte ich wegen einer Straßensperre wieder einen Umweg fahren müssen.

Bis ins Stadtzentrum gehe ich rund 1000 m am Ufer der Maas entlang. Gleich hinter der Stiftskirche erhebt sich ein Felsen mit einer Zitadelle, die man per Seilbahn erreicht (Eintritt inkl. zwei Seilbahnfahrten: 14 Euro). Alternativ kann man auch eine steile Stiege mit 408 Stufen hinauf schnaufen (der Eintritt kostet aber trotzdem gleich viel). Dinant war im Laufe seiner Geschichte mehrmals Schauplatz schwerer Gefechte. Über die Kämpfe zwischen Deutschen und Franzosen im August 1914 (mit zahlreichen Toten unter der Zivilbevölkerung) informiert eine Ausstellung in der Burg.








Wieder 80 Höhenmeter tiefer überquere ich die Brücke Pont Charles de Gaulle gerade zur richtigen Zeit, als die Sonne vorübergehend eine Lücke in der Wolkendecke findet. Dinant ist der Geburtsort von Adolphe Sax, dem Erfinder des Saxophons. Bunte Skulpturen dieses Musikinstruments sieht man auf der Brücke, aber auch an anderen Stellen, wobei viele einem Land gewidmet sind (vor allem EU-Länder, aber auch USA und China). Ich habe nicht alle EU-Länder entdeckt, aber Österreich befindet sich auf der Brücke, wobei die Farbe möglicherweise an die blaue Donau erinnern soll. Da zwischen Fluss und Felsen bzw. Hügel wenig Platz ist, ist Dinant sehr langgezogen. Ich marschiere am Fahrrad-/Gehweg bis zu einer markanten Felsnadel, dem Bayardfelsen, und entlang der Straße wieder zurück. Vor dem Maison Adolphe Sax setze ich mich neben Monsieur Sax auf eine Bank und mache ein Selfie.







Mein Abendessen: Orientalische Nudeln (Huhn), gekauft beim Lidl in Spanien, mit Salat. Anschließend Heidelbeer-Nuss-Joghurt.

Mein Weg durch Givet:

Mein Weg durch Dinant:

Meine Route:


Kilometerstand: 3151 km (55 km gefahren).