Das Wetter hat sich seit gestern Abend nicht geändert: es ist bewölkt. Die Temperatur: 13 Grad. Der Stellplatz in Brügge war auch in dieser Nacht ausgebucht.

Kurz nach 9 Uhr breche ich auf. Die Ausfahrt erfolgt über den benachbarten großen Busparkplatz, wo auch der Automat zur Bezahlung des Tickets (im Winterhalbjahr 25 Euro pro 24 Stunden) steht. Auf dem Weg nach Damme ist wieder einmal eine Umleitung fällig. Am Parkplatz am Ortsrand sind zwei Parzellen mit dem WoMo-Zeichen markiert. Eine davon ist frei, weil ein Wohnmobil in der Busparzelle steht. Laut WoMo-Reiseführer und Park4night ist das Übernachten verboten, ich sehe aber nirgends einen entsprechenden Hinweis - so gesehen hätte ich kein schlechtes Gewissen, hier die Nacht zu verbringen, zumindest wenn ich auf einem der beiden Wohnmobil-Parzellen stehen kann. Es gibt ein paar Abfallkörbe (mit winzigen Öffnungen) und zwei Dixi-Klos.

Damme, die Stadt des Till Eulenspiegel, hat 11.000 Einwohner. Das sieht man dem Städtchen nicht an (wahrscheinlich wurde auch die Umgebung mitgezählt). Man merkt, dass man sich den Niederlanden nähert, denn in Parkplatznähe erhebt sich eine Windmühle. Der Stadtrundgang zum gotischen Rathaus, zum Eulenspiegel-Museum und zur Kirche (nur zwischen 1.4. und 30.9. zwischen 13 und 17 Uhr geöffnet) ist rasch absolviert.






Apropos Niederlande: mein nächstes Ziel liegt dort, nämlich der Lidl in Oostburg. Ich fahre hin, damit ich sagen kann, dass Ludwig auch in diesem Land war. Eine Wohnmobil-Rundreise dorthin ist unwahrscheinlich, erstens weil die strengen Übernachtungsregeln unsympathisch sind und zweitens, weil die flache Landschaft langweilig ist. Außer Tulpenfeldern im Frühjahr und einigen Windmühlen ist Holland nur ein Land für Stadtbesuche - dafür eignet sich Ludwig Junior aber besser.

Die Preise: Apfeltaschen 89 Cent (sie schauen jedoch kleiner aus), Baguette 69 Cent, Äpfel ab 1,65 Euro, 4 Bio-Äpfel 2,39 Euro, Kaisersemmel 29 Cent (endlich mal etwas, das in Österreich weniger kostet), ein Wecken dunkles Brot (Bio, 600 g) 2,29 Euro, 750 g Zwiebeln 45 Cent, Bananen derzeit in Aktion um 99 Cent statt regulär 1,29 Euro, 300 g Salatmischung 1,39 Euro, 200 g Eisbergsalat 99 Cent, 150 g Guacamole 1,99 Euro, 500 g griechisches Joghurt 1,79 Euro, 500 g Joghurt 79 Cent, das Lidl-Magnum-Eis zum Eis-essen-Abgewöhnen (nämlich 6 Stück um 4,03 Euro - ungewöhnlicher Preis), 500 g tiefgefrorene Heidelbeeren 2,79 Euro.

Ich esse Brote mit Aufstrich und Zwiebeln.

Nach dem Mittagessen kehre ich nach Belgien zurück zu einem potenziellen Übernachtungsplatz beim Sportzentrum in Westkapelle. Es stehen dort mehrere Wohnmobile (Dauerparker?), da sollte es kein Problem sein, sich dazu zu gesellen.

Auf einem Parkplatz am Rand von Heist gäbe es genug Platz, allerdings weist das "P"-Schild darunter ein PKW-Symbol auf.

800 m weiter gibt es einen Leuchtturm.

Auf dem Weg nach Zeebrugge kommt von rechts ein Schiff (es hat also Vorfahrt). Dann noch eines (die "Danube Highway").

In Zeebrugge halte ich beim Hafen.

Das "Camping verboten"-Schild bei der Einfahrt wirft die Frage auf, was man unter Camping versteht.

Als schönster Ort an der belgischen Küste gilt De Haan, weil hier die Strandpromenade nicht mit Hochhäusern und Betonburgen zugepflastert wurde. Ich stelle Ludwig auf einen Tagesparkplatz ...

... und unternehme einen Rundgang zunächst zum Strand, dann zur Haltestelle der Küsten-Straßenbahn, zur Kirche (geschlossen) und durch ein Wohnviertel mit hübschen Häusern (die meisten davon tragen Namen wie Cassandria, Sunny Dream, Broken Hill, Windy Hill, Heksenhuis, Villa Valerie, Villa Flamingo, Villa Les Colibris, Gingko). Albert Einstein wohnte hier 1933 für sechs Monate. De Haan ist ein nettes Städtchen mit zahlreichen kleinen Hotes und Restaurants, aber viel brauchen sich die Belgier auf ihre 70 km lange Küste nicht einzubilden.










In der Frituur Louis ...

... kaufe ich mittlere Frieten (3,50 Euro) mit Sauce Andalouse (1,10 Euro).

Ich bin davon ausgegangen, beim Sportzentrum in Westkapelle zu schlafen. Dazu müsste ich aber zurück in die Nähe der Grenze zu den Niederlanden fahren (auf der kürzesten Strecke 24 km). Das ist zwar nicht weit, aber doch unnötig, denn in Oudenburg südlich von De Haan sind in Park4night mehrere gut kommentierte Spots eingetragen. Bis dahin sind es 14 km (in Wirklichkeit dann etwas mehr, weil eine Straße wegen einer Baustelle gesperrt ist), und ich bleibe in der Nähe meiner geplanten Reiseroute. Um 18 Uhr treffe ich beim Sportzentrum in Oudenburg ein.

Mein Abendessen: Eierspeise mit Salat. Mein Abendnachtisch: Joghurt mit Himbeeren, dazu Nüsse.

Mein Weg durch Damme:

Mein Weg durch De Haan:

Meine Route:


Kilometerstand: 2641 km (92 km gefahren).