Der Schotterplatz am Rand des winzigen Dorfs Lampernisse hat sich als guter Übernachtungsplatz erwiesen. Am Morgen ist es wieder grau bei 13 Grad, ich habe aber die Hoffnung, dass die Wolken- oder Hochnebelschicht heute etwas dünner ist - vielleicht wird ein wenig blauer Himmel sichtbar. Sonnenaufgang ist um 8:07, da schläft man automatisch etwas länger (ich stehe um 7:30 auf).

Nach Diksmuide sind es weniger als 8 km, aber auch auf dieser kurzen Strecke zwingt mich eine Straßensperre, eine Umleitung über einspurige Straßen zu fahren. TomTom schaltet rasch auf eine neue Route um - bis ich bemerke, dass das Navi will, dass ich in zwei Kilometern umdrehe und wieder zum Fahrverbot zurückkehre. Mit Hilfe von Google Maps finde ich einen Weg zum Parkplatz beim Museum Aan der Ijzer. Ein Fahrverbotsschild für Wohnmobile bei der Einfahrt ist hoffentlich nur so gemeint, dass man hier nicht übernachten darf.

An Sonntagen öffnet das Museum um 10 statt um 9 Uhr. Statt ein paar Minuten zu warten, spaziere ich in die Innenstadt von Diksmuide. Der Grote Markt mit Rathaus und Belfried (und dahinter die Kirche) ist glücklicherweise nur zur Hälfte ein Parkplatz.







Das Museum (Eintritt: 9,50 Euro), das sich mit dem vierjährigen Stellungskrieg in dieser Gegend während des ersten Weltkriegs befasst, befindet sich in einem hohen Turm. Man fährt mit dem Aufzug in den 22. Stock und geht dann bis ins Parterre mit Ausstellungen auf jeder Etage. Außerdem kann man auf die Dachterrasse hinauf gehen.




Wie gestern esse ich Kürbiskernweckerl mit Mortadella und Käse zu Mittag.

Neben dem Parkplatz entdecke ich eine Mülltonne - allerdings lässt sie sich nicht öffnen. Ich werfe den Inhalt meines Abfallsacks einzeln durch das winzige Loch (die Erdäpfelgulasch-Dose passt gerade noch durch, zwei zusammengeknüllte eineinhalb-Liter-Flaschen muss ich wieder mitnehmen).

Bis in die kleine Stadt Lo sind es 11 km (ohne Umleitung, hurra!). Ich halte am Markt.

Der Belfried gehört zum UNESCO-Welterbe. Eigenartigerweise ist er in keiner meiner Karten-Apps eingezeichnet. Ich nehme an, dass es der Turm auf dem folgenden Foto ist, auch wenn das Stadhuis ein Hotel-Restaurant ist.

Ich fahre zum Kloster Sint-Sixtus, wo die Mönche eines der besten Biere der Welt brauen sollen. Der Parkplatz ist übernachtungsgeeignet und fast leer, ...

... was daran liegen mag, dass die Abtei und die Brauerei geschlossen sind.

Ein paar Kilometer weiter (natürlich mit einer gesperrten Straße) wartet Poperinge auf mich. Am zentral gelegenen Parkplatz in der Peperstraat ist es an einem Sonntag kein Problem, ein Plätzchen für Ludwig zu finden.

Poperinge ist die Hauptstadt des belgischen Hopfenanbaus. Da verwundert es nicht, dass man ein Hopfenmuseum besuchen kann. Ich verzichte jedoch darauf und unternehme stattdessen einen Rundgang durchs Stadtzentrum. Leider ist der Grote Markt wie so oft ein Parkeerplaats. Das Wetter wird immer schöner, meistens scheint jetzt die Sonne.






In einem Weinanbaugebiet in der Gemeide Westouter befindet sich ein Sessellift, der laut WoMo-Reiseführer "von österreichischen Spezialisten erbaut" wurde. Links und rechts der Straße parken zahlreiche Autos, und danach folgen Restaurants, eine Spielhalle und was weiß ich noch alles. Auf der Suche nach einer Möglichkeit zum Wenden überquere ich die Grenze nach Frankreich. Ich bleibe nicht für ein Foto stehen (Sessellifte habe ich schon viele gesehen), sondern fahre zu einem großen Parkplatz hauptsächlich für LKWs, Busse und Wohnmobile am Rand des Zentrums von Ieper (35.000 Einwohner). Hier werde ich heute schlafen.

Mein Abendessen: die letzten Faschierten Laibchen mit Salat. Und die nicht letzten Heidelbeeren mit Nüssen in Joghurt.

Um 19:25 Uhr mache ich mich auf den Weg zum Menen-Tor auf der anderen Seite des Stadtzentrums. Seit 1928 findet dort jeden Tag (außer in den Jahren 1940 bis 1944) um 20 Uhr ein Gedenken an die Toten des 1. Weltkriegs statt.



Mein Weg durch Diksmuide:

Mein Weg durch Poperinge:

Mein Weg zum Menen-Tor:

Meine Route:


Kilometerstand: 2774 km (70 km gefahren).