Ich gebe die Koordinaten des Oskar-Schindler-Denkmals ins Navi ein. Wie im Womo-Reiseführer beschrieben, kann man neben der Straße halten. Die zweisprachige Inschrift (tschechisch und deutsch) des Denkmals lautet: „Dem unvergessenen Lebensretter 1200 verfolgter Juden.“
Mein nächstes Ziel ist Litomysl. Ich parke beim Schwimmbad, wo man wahrscheinlich auch gut übernachten kann (solange einem bellende Hunde nicht den Schlaf rauben).
Ich spaziere in die Stadt, die ca. 10.000 Einwohner hat.
Zuvor zahle ich in der Pfarrkirche der Heiligen Kreuzerhöhung 40 Kronen für die Erlaubnis, auf den Turm zu steigen (genau 100 Stufen).
Litomysl ist die Geburtsstadt des Komponisten Friedrich bzw. Bedrich Smetana.
In der Piaristenkirche Auffindung des Heiligen Kreuzes ...
... kann man zu einem Aussichtspunkt zwischen den beiden Türmen aufsteigen (50 Kronen). Von hier hat man einen schönen Blick auf das Schloss.
Schloss Litomysl gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Die Wände sind mit Zeichnungen verziert, die alle unterschiedlich sind.
Durch einen Park gehe ich zu Ludwig van Tourer zurück.
Dort esse ich Wurstbrote mit Käse und hartgekochten Eiern. Als ich abfahren will, fallen ein paar Regentropfen. Ich lege eine einstündige Pause ein, um den Regen abzuwarten, doch bis auf die paar Tropfen bleibt es trocken. Um 14 Uhr breche ich nach Pardubice auf. Es herrscht viel Verkehr, und bei der Ausfahrt aus Litomysl gerate ich erstmals in Tschechien in einen Stau. In Pardubice, einer Stadt mit rund 90.000 Einwohnern, sehe ich einen Lidl und kaufe ein paar Lebensmittel.
Aus dem Womo-Reiseführer kenne ich die Koordinaten eines Parkplatzes in Zentrumsnähe. Der Automat bietet neben Tschechisch auch Texte in Englisch an, ich finde aber nicht heraus, wie ich die Sprache umschalten kann. Auch so wird mir klar, dass ich mein Kennzeichen eintippen muss. Die erste Stunde kostet 20 Kronen, jede weitere 40. Ich werfe zwei 50-Kronen-Münzen für drei Stunden Parkieren (wie die Schweizer sagen) ein.
Ich muss nur eine Brücke überqueren, dann bin ich praktisch sofort im Zentrum von Pardubice.
Ich gehe zuerst zum Schloss, ...
... in dem Pfaue lautstark auf sich aufmerksam machen.
An einigen schön renovierten Gebäuden vorbei ...
... gelange ich zum Hauptplatz, auf dem gerade eine Veranstaltung mit Gesangs- und Turnvorführungen stattfindet. Die Sonne brennt vom Himmel. Das harte Licht lässt keine guten Fotos gelingen.
Ich verlasse den Hauptplatz durch das Wahrzeichen der Stadt, das grüne Tor.
Auf der anderen Seite gibt es noch eine Kirche zu besichtigen, und das war‘s dann auch schon. Ein Zwei-Stunden-Parkticket hätte bei weitem gereicht.
In Park4night finde ich ein Übernachtungsplätzchen in der Nähe von Königgrätz (Hradec Kralove). Es liegt an der Grenze zwischen einem Wohngebiet und einem Wald, wobei Autos von hier aus nicht weiter fahren dürfen. Ich hoffe, es gibt keine Hunde, denn wie sagt das Sprichwort: „Bellende Hunde schlafen nicht.“
Meine Route:
Kilometerstand: 1183 km (120 km gefahren).