Samstag, 25. Juni 2022

Tschechien, Tag 19 (Samstag, 25.6.2022)

In der Nacht hat es öfters geregnet. Als ich um 7 Uhr aufstehe, ist es gerade trocken, aber eine dreiviertel Stunde später kommt der nächste Guss. Da das heute immer wieder passieren kann, hole ich den Regenschirm aus dem Keller.



Um 9:15 breche ich auf. Mein Ziel ist ein Friedhof in einem Vorort von Kutna Hora, in Sedlec. In der Straße hinter dem Friedhof gibt es einige freie Längsparkplätze.



Im Friedhof steht eine kleine Kirche.



Warum aber die Touristen hierher kommen, ist die Beinhauskapelle darunter. Da hier im 12. Jahrhundert ein Abt Erde von jenem Berg verstreute, auf dem Jesus gekreuzigt wurde, wollten hier sehr viele Menschen begraben werden. Der Überschuss an Knochen und Schädeln wurde zu Pyramiden aufgestapelt, und es wurden Ornamente, Kreuze und sogar ein Kronleuchter daraus gefertigt. Der Eintritt ist im Ticket, das ich gestern in der St. Barbara-Kathedrale kaufte, enthalten. Fotografieren ist nicht erlaubt, aber ich konnte ein Foto durch die offene Eingangstür schießen.



200 m weiter befindet sich ein Zisterzienser-Kloster. Dessen Kirche Mariä Himmelfahrt ist die älteste gotische Kathedrale in Mitteleuropa und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe.



Den Eintritt dafür habe ich ebenfalls mit dem gestern erworbenen Ticket bereits bezahlt. Erst beim Hinausgehen bemerke ich das Fotografieren-verboten-Schild - aber ich nehme an, dass damit nur Fotografieren mit Blitz gemeint ist.



Für die nächsten zwei Tage ist Schönwetter vorhergesagt. Das möchte ich für Wanderungen im Norden Tschechiens nutzen. Ich werde also in diese Richtung fahren, zumal dort die Regenwahrscheinlichkeit heute geringer ist als im Zentrum des Landes. Zunächst muss ich aber einkaufen und suche dafür einen Lidl in der Nähe, nämlich in der Stadt Caslav.



Nach dem Einkauf esse ich am Lidl-Parkplatz drei Weckerl mit Wurst zu Mittag.



Um 12:45 mache ich mich - bei derzeit keinem Regen - wieder auf den Weg. Ich fahre zum Gestüt von Kladubry nad Labem (ein weiteres UNESCO-Weltkulturerbe), wo seit 1579 Pferde gezüchtet werden. Es werden Führungen angeboten (wozu ich aber keine Lust habe), ...



... und der Aufstieg auf den Aussichtsturm ist kostenlos, wenn man den Schlüssel gegen Kaution bei der Kassa holt. Das Wetter ist aber nicht gut genug dafür - es regnet zwar nicht, aber es nieselt ganz leicht.



Weiter geht‘s, immer mehr oder weniger nach Norden, häufig auf Nebenstraßen, auf denen wenig Verkehr ist. Ich lasse die Regenzone hinter mir. Die Wolken lockern auf. In Nova Paka halte ich neben der Hauptstraße vis-a-vis vom Lidl und gönne mir ein Eis aus dem Gefrierfach. Die letzten Kilometer meiner Route sind nur bis 3,5 t freigegeben, und man darf maximal 40 km/h fahren (vielleicht weil hier öfters Radfahrer unterwegs sind?). Die Straße, die zunächst an einem Stausee vorbei führt, ist aber neu asphaltiert und auch breit genug, dass ich entgegenkommende Autos ohne Ausweichstelle passieren kann. Gegen halb sechs erreiche ich das vorletzte Ziel des Tages, die kleine Stadt Hejnice alias Haindorf mit nicht ganz 3000 Einwohnern. Ich stelle Ludwig am Parkplatz bei der Kirche/beim Kloster ab.



Die Wallfahrtskirche ist um diese Zeit klarerweise schon geschlossen.



Ich spaziere noch zu einem Fachwerkhaus, ...



... dann nehme ich die letzten 10 Kilometer in Angriff. In Frydlant gibt es zwei Parkplätze für Schlossbesucher. P2 ist etwas weiter weg, dafür aber kostenlos, und ein Übernachtungsverbot besteht nicht.



Im Rückspiegel kann ich das Schloss sehen.



Ich koche Linsen mit Speck und dazu grünen Salat.



Meine Route:



Kilometerstand: 1862 km (178 km gefahren).

PS für tagesaktuelle Mitleser: Tag 18 ist jetzt auch fertig.