Ich gehe durch den Schlosspark ...
... zur Elbe, die ich auf einer Brücke überquere, ...
... um einen schönen Blick aufs Schloss zu bekommen. Seit ich sie als Quelle gesehen habe, ist die Elbe ganz schön gewachsen!
Abgesehen vom Schloss ist die Beinahe-50.000-Einwohner-Stadt Decin wenig attraktiv, darum gehe ich dort hinauf. Ein Pfau begrüßt mich mit ausgefahrenem Federnkleid.
Nach einer Runde durch den Hof ...
... verlasse ich das Schloss durch die „Lange Fahrt“ und treffe nach genau einer Stunde bei Ludwig ein.
Decin ist die tiefstgelegene Stadt Tschechiens, das heißt, von nun an geht‘s bergauf (wie so oft mit einer Umleitung und einer langen Pause bei einer Ampel wegen Straßenbauarbeiten). Das Navi führt mich über teilweise sehr schmale Nebenstraßen (ob da der Algorithmus verrückt spielt?) nach Litomerice, wo mich wieder eine Umleitung erwartet. Ich halte am Straßenrand und esse erst mal zu Mittag.
Wenige Kilometer südlich von Litomerice befindet sich Theresienstadt. Der Parkplatz bei der Kleinen Festung kostet 10 Kronen pro Stunde, sofern das Auto niedriger als 3 m ist, andernfalls 40 Kronen.
Die Festung Theresienstadt wurde von den Nazis als Gefängnis und als Durchgangs- und Sammellager für Juden verwendet. Zur Täuschung der Öffentlichkeit entstand eine Musterstadt mit scheinbarer jüdischer Selbstverwaltung. Zahlreiche Ausstellungen und Museen erinnern an dieses dunkle Kapitel der Geschichte. Ich bezahle 260 Kronen für eine Kombi-Eintrittskarte, mit der ich die Kleine Festung, das Getto-Museum und die ehemalige Magdeburger Kaserne besichtigen kann. Nachfolgend ein paar Aufnahmen davon:
Im Gegensatz zur Vorhersage ist es ein schöner Tag geworden. In der weitläufigen Anlage Theresienstadt bin ich bereits mehr Kilometer gegangen, als ich heute eigentlich gehen wollte. Da ich auch einen Spaziergang durch Litomerice machen möchte (der noch heute erfolgen muss, da es morgen regnen soll), suche ich hier einen Übernachtungsplatz. Der Stellplatz bei der Elbe aus dem Womo-Reiseführer ist wegen eines Fahrverbots nicht mehr erreichbar, und der Parkplatz beim Schwimmbad (so interpretiere ich zumindest eine Zusatztafel) darf nur von Badegästen benutzt werden. In Park4night finde ich schließlich einen Platz, der zwar mitten in der Innenstadt liegt, allerdings in einem Hof, weshalb ich guten Mutes bin, dass es hier ruhig sein wird. Ich muss nur morgen rechtzeitig wegfahren, denn ab 8 Uhr wird das Parken kostenpflichtig.
Ich spaziere durch die Stadt, unter anderem zum Hauptplatz ...
... und zum St.-Stephans-Dom.
Danach habe ich keine Lust mehr, heute etwas zu kochen, und esse deshalb Sandwiches mit Wurst und Käse.
Meine Route:
Kilometerstand: 2105 km (61 km gefahren).