Für die ersten drei Stunden zahlt man jeweils 40 Kronen, danach ist eine Tageskarte um 240 Kronen fällig. Bei allen Parkplatzeinfahrten hängt ein Schild, dass Wohnwagen und Wohnmobile verboten sind (wie gut, dass Ludwig van Tourer ein recht kurzer Kastenwagen ist). Ich verstehe die Einschränkung bezüglich Wohnmobilen nicht, die bringen doch auch Geld - wäre es nicht sinnvoller, ein paar größere Plätze für sie zu reservieren und dafür die doppelte Gebühr zu verlangen?
Bis zur Seilbahn mit Vierer-Kabinen muss ich ein paar hundert Meter gehen. Die einfache Fahrt zum Gipfel kostet 280 Kronen.
Die Seilbahn macht bei der Mittelstation (bei der man auch aussteigen könnte) eine Kurve und fährt von dort weiter auf die Schneekoppe.
Es handelt sich dabei mit 1603 m Höhe um den höchsten Berg des Riesengebirges (in dem Rübezahl zu Hause ist) und Tschechiens. Der Gipfel liegt über der Waldgrenze.
Ich betrete erstmals polnischen Boden, denn der Gipfel liegt genau auf der Grenze.
Die Temperatur beträgt 12 Grad, und es weht wenig Wind, so dass ein T-Shirt und leichter Pulli genügen.
Ich folge dem Wanderweg bergab, der meistens auf polnischem Staatsgebiet verläuft. Er ist mit Steinen gepflastert, und an den steilsten Wegabschnitten wurden Stufen gebaut.
Die ersten Wanderer, die von tschechischer oder polnischer Seite aus zu Fuß den Gipfel erklimmen, kommen mir entgegen. Ich bin sicher, dass es im Laufe des Tages noch sehr viel mehr werden.
Ich erreiche das Restaurant Schlesierhaus.
Hier überquere ich wieder die Grenze nach Tschechien und setze den Weg fort. Der Pfad ist gut ausgebaut. Auch hier wurden an manchen steileren Abschnitten Stufen gebaut.
Sobald ich die Waldgrenze unterschritten habe, ist es so warm, dass ich den Pulli ausziehen kann.
Ich erreiche einen asphaltierten Weg, an dem mehrere Gasthäuser liegen.
Der kleine Lutz muss noch etwas wachsen, bevor er zum großen XXXLutz wird. Und rot ist der Sessel auch noch nicht.
Um 11:45 erreiche ich die Talstation der Seilbahn. Es empfiehlt sich, hierher möglichst früh zu kommen (auf dem Foto ist nur die halbe Menschenschlange zu sehen).
Ich mache zwei Stunden Pause, in denen ich mich ausraste, etwas esse und die nächsten Schritte plane. Im Womo-Reiseführer wird ein Baumwipfelpfad in der Nähe erwähnt, ohne dass Koordinaten angegeben sind. Ich denke, er kann nicht schwer zu finden sein, und gebe einen Punkt auf der entsprechenden Straße ins Navi ein. Um 14 Uhr breche ich auf. Bei einer Abzweigung stehen Polizisten auf der Straße und stoppen vorübergehend den Verkehr. Ich erkenne, dass hier ein Radrennen stattfindet. In Janske Lazne alias Johannisbad, einem Sportzentrum mit vielen Liften, sehe ich den Aussichtsturm des Pfads und biege zum großen Parkplatz (zur Hälfte frei) ab. An der Einfahrt: wieder ein Womo-Verbotsschild! Ich lasse mich als Womo-Fahrer aber nicht diskriminieren (Ludwig ist außerdem kein Womo, sondern ein Reimo, ein Reisemobil) und ziehe trotzdem ein Ticket (100 Kronen unabhängig von der Parkdauer). Der Baumwipfelpfad gehört zu einer Gruppe von ähnlichen Gebilden in mehreren Ländern. Der Eintritt kostet 320 Kronen.
Zuerst spaziert man auf einem hölzernen Weg.
An einer Stelle ist wie beim Sky Walk ein betretbares Netz aufgespannt. Dieses Mal sind darunter aber nur 23 m Luft, da braucht man keine Angst zu haben.
Schließlich spaziert man in konzentrischen, nach oben zu größer werdenden Kreisen den Aussichtsturm hinauf, ...
... genießt die Aussicht aufs Riesengebirge (spätestens ab Tirol westwärts würde man diesen Namen als maßlose Übertreibung bezeichnen) ...
... und geht dann wieder hinunter (um 50 Kronen könnte man auch durch eine Röhre rutschen, aber das geht mit der Fotoausrüstung nicht, und außerdem bin ich nicht sicher, ob die Erschütterungen meinem Terminator-Skelett gut tun würden).
In Park4night finde ich einen Übernachtungsplatz im Dorf Chvalec. Er liegt am Ortsrand bei einem Fußballplatz und einem Freibad und dürfte in der Nacht ziemlich ruhig sein. Ich erwärme faschierte Laibchen (ein paar Portionen habe ich noch im Gefrierfach vorrätig) und esse dazu grünen Salat.
Meine Route:
Kilometerstand: 1409 km (54 km gefahren).