Noch ist es trocken bei 22 Grad, aber vom Westen nähert sich eine Regenzone. Es könnte aber sein, dass sie Olmütz nur leicht streift, deshalb fahre ich weiter, zunächst auf der Autobahn (es beginnt zu regnen) und dann in die Stadt hinein. Das Navi sagt mir, dass ich links abbiegen soll. Gleich danach sehe ich ein Höhenbeschränkungsschild: 2,2 m - oje, danach bin ich mit einem Cabrio unterwegs! Ich rette mich nach rechts in eine Sackgasse und schaue mich zu Fuß um. 100 m weiter kann ich umdrehen. Inzwischen hat ein Lieferwagen die Höhenbeschränkung übersehen und muss verkehrt zurück fahren.
Ein paar hundert Meter weiter ist die Unterführung unter Bahngleisen 3,5 m hoch, da passe ich durch. Ich treffe um 10 Uhr beim Kloster Hradisko (jetzt ein Krankenhaus) ein. Auf dem Foto im Womo-Reiseführer sind viel weniger Autos zu sehen, mit Müh und Not finde ich einen Platz, wo andere Fahrzeuge hoffentlich noch an Ludwig vorbei kommen.
Es nieselt leicht. Laut „Regenradar“ sollte das Regengebiet Olmütz in spätestens eineinhalb Stunden passiert haben. Ich beschließe, etwas zu essen und ein Hörbuch zu hören. Um 12 sind ein paar Autos weg gefahren, so dass ich Ludwig auf einen besseren Platz stellen kann. Ich marschiere bei Aprilwetter (mal Sonne, mal bewölkt, mal Regen, mal Gewitter) ins sehenswerte Zentrum der mit 100.000 Einwohnern sechstgrößten Stadt Tschechiens. Die Dreifaltigkeitssäule gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Nachfolgend Fotos meiner Tour (45 Minuten musste ich mich in eine Kirche flüchten, weil ein Gewitter viel schneller aufzog, als es im „Regenradar“ vorhergesagt wurde):
Als am späten Nachmittag wieder bedrohliche dunkle Wolken aufziehen, beeile ich mich, zu Ludwig zu gelangen. Ich könnte zweifellos auf diesem Parkplatz übernachten, entscheide mich aber für einen Parkplatz bei einem Friedhof außerhalb eines kleinen Dorfs namens Merotin (der Ort liegt an einer Nebenstraße, dort wird also wenig Verkehr sein, insbesondere in der Nacht). Während ich auf der Autobahn unterwegs bin, erwischt mich ein Wolkenbruch, genauso kurz nach meiner Ankunft in Merotin, bald scheint aber wieder die Sonne - das Aprilwetter geht weiter.
Zum Abendessen mache ich Sandwiches mit Aufstrich und Zwiebeln.
Meine Tour durch Olmütz:
Meine Route:
Kilometerstand: 843 km (109 km gefahren).