Samstag, 25. Juni 2022

Tschechien, Tag 18 (Freitag, 24.6.2022)

Durch die vielen Jugendlichen am Campingplatz hatte ich eine laute Nacht befürchtet. Wie sich gezeigt hat, halten sie die Nachtruhe jedoch ein. Ich stehe früh auf, dusche um 20 Kronen 6 Minuten lang, frühstücke, leere den Urin-Kanister und den Abwassertank. Im Westen Tschechiens wird es bald anfangen zu regnen. In meiner Gegend soll es bis zum frühen Nachmittag noch schön bleiben. Ich will die Zeit für eine kürzere Wanderung nutzen und fahre zum Parkplatz bei den Prachauer Felsen. Ich bin zu früh da, der Parkplatzwärter ist noch nicht gekommen. Ich lasse mir Zeit mit dem Vorbereiten der Wanderung. Dann bezahle ich verhältnismäßig viel, nämlich 300 Kronen für ein Wohnmobil. Ich hoffe, dass ich im Nachhinein nicht sagen werde, dass sich die Parkgebühr nicht ausgezahlt hat. Spoiler-Alarm: das Gegenteil ist der Fall.



Der Eintritt ins Sandsteinfelsen-Gebiet kostet 100 Kronen. Es gibt verschiedenfarbig markierte Routen. Ich habe in Komoot eine Tour gefunden, die so ziemlich alles abdeckt - dieser folge ich.



Es beginnt gleich anstrengend: nämlich Stiegen hinauf.



Das Auf und Ab über steile Stiegen (manchmal durch sehr enge Schluchten) wird sich bis fast zum Ende der Tour fortsetzen. Vor allem runter gehe ich sehr vorsichtig, da ich mit Stiegen vor zwei Jahren schlechte Erfahrungen gemacht habe. Oft sind die Stufen mit feinem Sand bedeckt, der rutschig ist.



Dass Sandsteinfelsen auch umfallen können, sieht man am nächsten Foto.



Was mir an den Prachauer Felsen besonders gefällt, sind die vielen Aussichtspunkte. 



Von einem davon sieht man die Ruine Trosky. 



Den zentralen Bereich der Felsen kann man im Laufe der Wanderung von mehreren Seiten betrachten.



Die Felsenstadt ist nicht so überlaufen wie jene in Adersbach. Selbst wenn gerade ein paar Leute einen Aussichtspunkt füllen, muss man nur kurz warten, bis man ihn wieder für sich allein hat.



Die Felsnadeln ziehen auch Kletterer an (auch wenn am folgenden Bild keiner zu sehen ist).



Nach rund drei Stunden habe ich es geschafft und marschiere unterhalb der Felsen zum Eingang zurück.



In Ludwig van Tourer esse ich eine Dose Sardinen und ruhe mich aus. Wie vorhergesagt, ziehen Wolken auf. Ich verlasse das Böhmische Paradies und fahre südwärts nach Kutna Hora alias Kuttenberg, wo ich das Auto beim Sportcenter parke (und hier auch übernachten werde).



Ich packe zur Sicherheit einen Regenumhang in die Fototasche und marschiere zur St.-Barbara-Kathedrale.



Ich kaufe die Eintrittskarte um 300 Kronen, mit der man noch zwei weitere Attraktionen besichtigen kann.



Während ich mich in der Kirche aufhalte, geht ein Regenguss nieder.



Als ich am Jesuitenkolleg entlang weiter gehe, regnet es aber zum Glück nicht mehr. 



Ich komme an weiteren Sehenswürdigkeiten vorbei, zum Beispiel am spätgotischen Steinernen Brunnen, ...



... an der Kirche des heiligen Johannes von Nepomuk (einmal um die Ecke ist der Eingang zu einer Galerie, durch die man um 40 Kronen auch ins Innere der Kirche gelangt), ...



... am Steinernen Haus (ein Museum), ...



... an der Pestsäule ...



... und an der St.-Jakob-Kirche.



Sie alle tragen dazu bei, dass das historische Zentrum der 20.000-Einwohner-Stadt auf der UNESCO-Weltkulturerbe-Liste steht.



In den Welschen Hof kann ich gerade noch einen kurzen Blick werfen, bevor er für heute zugesperrt wird.



Beim Kastell kann ich noch ein Foto der St.-Barbara-Kathedrale schießen, dann beginnt es zu nieseln. Ich beeile mich, zu Ludwig zu gelangen, und schaffe es rechtzeitig, bevor es stärker regnet. In der Nähe schlägt ein Blitz ein.  Ich esse und bereite die Fotos für den Blog vor, bin dann aber zu müde, die Texte zu schreiben (auch wenn die Wanderung bei den Prachauer Felsen mit 6 km Länge und 210 Höhenmetern nicht allzu schwer wirkt, hat mich das häufige Stufensteigen doch ziemlich ermüdet).



Meine Route:



Kilometerstand: 1684 km (94 km gefahren).