Freitag, 17. Juni 2022

Tschechien, Tag 11 (Freitag, 17.6.2022)

Heute keine Hunde, sondern nur Stille und am Morgen das Zwitschern von Vögeln. In der Nacht ist ein roter, fast 6 m langer Geländewagen mit tschechischem Kennzeichen gekommen. Die Insassen schlafen auf Luftmatratzen und in Schlafsäcken im Freien. Als ich wegfahre, werden sie munter - sie werden wohl aufstehen, weil sie nun nicht mehr von Ludwig van Tourer verdeckt sind.



Ich fahre zum großen Parkplatz beim Fußballstadion von Hradec Kralove alias Königgrätz (mehr als 90.000 Einwohner).



Bis zur Innenstadt sind rund 600 m zu gehen.



Da wäre man mit dem Fahrrad kaum schneller.



Hauptattraktion ist der Marktplatz mit sechs Türmen auf der Westseite (dazu kommen noch zwei weitere Türme der Mariä-Himmelfahrt-Kirche).



In der Mitte wurde eine Pestsäule errichtet.



Wie schön wäre dieser Platz erst, wenn hier keine Autos parken und fahren dürften!



Die Kirche ist geschlossen, ich kann nur durchs Gittertor fotografieren.



Dafür ist der weiße Turm offen (er heißt so, obwohl die Türme des Rathauses viel weißer sind).



Einmal nach oben - an der Glocke vorbei - kostet 70 Kronen.



Nachdem ich die Stadt aus der Vogelperspektive betrachtet habe, ...



... geht‘s wieder mehr als 220 Stufen nach unten. Dabei komme ich an einem transparenten Modell der Turms vorbei.



Ich spaziere weiter zum Ostböhmischen Museum ...



... und dann wieder zurück. Im Vergleich zu Pardubice hat mir Hradec Kralove viel besser gefallen.



Ich will zur Gedenkstätte der Schlacht von Königgrätz, nehme in einem Kreisverkehr die falsche Spur und muss 10 km auf der Autobahn bis zur nächsten Ausfahrt und dann wieder zurück fahren. Bei der Gedenkstätte (die Schlacht fand 1866 zwischen Preußen und Österreich statt, wobei erstere siegreich waren) verspeise ich eine Dose Sardinen.



Außer einem kleinen Museum ...



... stehen hier Denkmäler ...



... und ein Aussichtsturm (Schild „Bin gleich wieder da“ bei der Kasse - aber ich bin heute ohnehin schon einen Turm hinauf geklettert).



Nun geht‘s zurück zur Autobahn, die ich diesmal bis zu ihrem Ende fahre. In Trutnov tanke ich 61 Liter Diesel um 2800 Kronen, das sind rund 1,85 Euro pro Liter. Die Straße wird schmal und führt eine Weile in engen Serpentinen bergaufwärts. Mein Ziel ist die Adersbacher Felsenstadt, eine Gruppierung von Sandsteinfelsen beim Dorf Adrspach nahe der polnischen Grenze. Als ich zum Parkplatz einbiege, fragt mich eine Wärterin, ob ich eine Online-Reservierung habe. Natürlich nicht, ich wusste nämlich nicht, dass es das gibt (meine Reiseführer stammen aus einer Zeit davor). Damit habe ich Pech gehabt, denn es ist kein Parkplatz frei. Ich fahre weiter nach Teplice, wo ich parken kann, und recherchiere im Internet.

Eigenartigerweise könnte ich im Internet durchaus noch einen Parkplatz buchen, allerdings ist ein Eintritt in die Felsenstadt heute nur noch zwischen 17 und 18 Uhr möglich, was mir zu spät ist. Für morgen gibt es keine freien Parkplätze, die sind erst wieder am Sonntag verfügbar. Ich möchte auf dieses vielbesuchte Naturphänomen nicht verzichten (wer weiß, ob ich je wieder in diese Gegend komme), deshalb beschließe ich, nach Westen zu fahren und morgen eine Wanderung auf der Schneekoppe, mit 1603 m der höchste Berg Tschechiens, zu unternehmen. Für Sonntag kaufe ich online Parkplatz und Eintrittskarte der Felsenstadt: 300 Kronen für ein Wohnmobil (PKWs kosten die Hälfte) und 110 Kronen für den Eintritt (mit 50 Kronen Frührabatt, da ich zwischen 9 und 10 Uhr kommen will).

Ich suche in Park4night einen Übernachtungsplatz in der Nähe der Schneekoppe. Der Weg dorthin führt hauptsächlich über enge Nebenstraßen, erst zuletzt erreiche ich eine gut ausgebaute Hauptstraße. Ich treffe um 17 Uhr ein. Der Parkplatz befindet sich mitten im kleinen Ort Horni Marsov und ist nichts Besonderes, aber ich hoffe, dass in diesem Dorf mit Einsetzen der Dunkelheit die Gehsteige hochgeklappt werden.



Zum Abendessen gibt es gebratene Nudeln mit Gemüse, dazu Tomatensalat.



Meine Route:



Kilometerstand: 1355 km (172 km gefahren).