Nach einer erwartungsgemäß ruhigen Nacht am Parkplatz in der Nähe von Lipperscheid stehe ich bei bewölktem Himmel (es zeigen sich aber auch ein paar blaue Stellen) und 12 Grad auf.

Da ich schon mehrere Burgen/Ruinen besichtigt habe, verzichte ich auf einen Besuch der Burg Bourscheid. Stattdessen will ich versuchen, in Ettelbruck alias Ettelbrück alias Ettelbreck (nicht ganz 10.000 Einwohner) einen Parkplatz zu finden (in Park4night ist nur ein kostenpflichtiger WoMo-Stellplatz eingetragen, der mir für einen Kurzbesuch zu teuer ist). In Google Maps entdecke ich einen großen zentrumsnahen Parkplatz. Auf den ersten Blick schaut der gut aus (es stehen einige LKWs dort, sonst ist viel Platz), doch stellt es sich heraus, dass der Parkplatz (vermutlich wegen einer Veranstaltung) gesperrt ist. Ich fahre einmal im Kreis und dann auf gut Glück weiter und komme zu Gratis-Parkplätzen bei den Sportplätzen. Hier darf man unter der Woche zwischen 8 und 18 Uhr max. 2 Stunden stehen (Parkscheibe), das muss für einen Stadtrundgang reichen.

Die zwei Stunden reichen locker. Ich gehe zuerst an der Uferpromenade des Flusses Alzette (mit zahlreichen Streetart-Wandbildern) entlang und dann ins Zentrum (auch dort findet man mehrere Wandgemälde). Zuletzt marschiere ich zum am Stadtrand gelegenen General-Patton-Denkmal. Nach eineinhalb Stunden bin ich zurück in Ludwig, wo ich den Parkplatz in Park4night eintrage und zwei Fotos hochlade.













Ein paar Kilometer weiter halte ich in Colmar-Berg alias Colmer-Bierg (ca. 2.300 Einwohner) in einem Wohngebiet. Es beginnt zu nieseln.

Ich esse Brote mit Aufstrich und Zwiebeln.

Eine halbe Stunde später scheint wieder die Sonne. Ich unternehme einen Verdauungsspaziergang zum etwas mehr als einen Kilometer entfernten Schloss Berg (näher habe ich in Google Streetview nur für Ludwig ungeeignete PKW-Parkplätze gefunden), der Residenz des Luxemburger Großherzogs. Ich habe gehofft, dass der Park betreten werden darf, was jedoch nicht der Fall ist.

Wenigstens die kleine Kirche Saint-Michel kann besichtigt werden.

Ich lasse mich zum Lidl in Mersch alias Miersch (10.000 Einwohner) lotsen. Dieser ist seit Ende Februar übersiedelt (warum verlangt TomTom eigentlich Geld, wenn die Karte auch nach fast einem halben Jahr nicht aktuell ist?).

Google Maps kennt die richtige Adresse 500 m weiter. Hier wurde eine (zu niedrige) Parkgarage gebaut, aber glücklicherweise gibt es auch Parzellen im Freien. Ich kaufe Apfeltaschen zum Stückpreis von 85 Cent. In Österreich wird dafür 1,29 Euro verlangt (wenn ich mich richtig erinnere - seit der Preis die 1-Euro-Grenze überschritten hat, boykottiere ich Apfeltaschen). Die Kassiererin glaubt wahrscheinlich, dass ich Französisch spreche - an Supermarktkassen komme ich mit meinen paar Wörtern gut zurecht :-)

In Park4night sind keine Parkplätze eingetragen, darum will ich einen aus Google Maps in der Nähe des Schlosses Mersch versuchen. Wer errät, warum ich nicht dorthin gelange? Richtig - die Straße ist wegen einer Baustelle gesperrt. Ich fahre weiter, um irgendwo zu halten und mich zu orientieren, überquere eine Brücke und nehme in einem Kreisverkehr eine beliebige Ausfahrt - nach 200 m geht es nicht weiter (Straße gesperrt). Also umdrehen und eine andere Kreisverkehr-Ausfahrt versuchen! Es ist eine Sackgasse mit der Zufahrt zu einem für Ludwig nicht geeigneten Parkhaus, aber davor finde ich ein paar freie Längsparkplätze. Mittlerweile bin ich von den ewigen Umleitungen und Straßensperren wegen Baustellen so angefressen, dass ich auf das Schloss Mersch verzichte. Es ist das letzte Schloss des in Tour 15 des WoMo-Reiseführers beschriebenen Tals der Sieben Schlösser. Ich probiere es mit dem sechsten Schloss, Burg Schoenfels - aber dort gibt es keine Möglichkeit zu halten. Hier zumindest das Foto eines Fotos aus dem WoMo-Reiseführer:

Ich fahre weiter, bis ich bei einem Feldweg kurz stehen bleiben kann. Beim nächsten Schloss, dem Grand Chateau d'Ansembourg, sind im WoMo-Reiseführer die Koordinaten des Besucherparkplatzes angegeben. Er ist ganz leer (später kommt ein PKW).

Im Internet erfahre ich, dass das Schloss im September nur an 4 Tagen (Sa/So jedes zweite Wochenende) innen besichtigt werden kann.

Der Schlosspark ist jedoch tagsüber frei zugänglich.

Da für die nächsten Burgen bzw. Schlösser im WoMo-Reiseführer keine Koordinaten angegeben sind, sieht es dort mit Parkmöglichkeiten wahrscheinlich sehr schlecht aus. Ich versuche die Koordinaten selbst zu ermitteln und gebe gleich alle ins Navi ein, um rasch zum nächsten Etappenziel umschalten zu können. 800 m weiter sehe ich beim Vorbeifahren auf einem Hügel die alte Burg Ansembourg (da wäre ein Copilot erforderlich, der aus dem fahrenden Auto fotografiert). Um nach Hollenfels zu gelangen, muss ich wenden. TomTom will, dass ich zwei offensichtliche Abkürzungen (eng, steil, kein Wegweiser, letztere nicht asphaltiert) nehme, aber ich fahre geradeaus, bis ich auf eine zweispurige Straße abbiegen soll. Ein "Route barree"- Schild erschreckt mich, aber es gilt ab 17.9. - Glück gehabt! Bei Schloss Hollenfels wird gebaut, aber ich kann zumindest aus dem Auto heraus ein Foto machen.

Nun geht es zurück zum Schloss Ansembourg und weiter nach Septfontaines. Hier kann ich kurz neben der Straße für ein Foto von Burg Simmern (rechts hinter der Kirche) halten.

In Koerich erwartet mich ein offizieller WoMo-Stellplatz. Allerdings sind alle vier Plätze belegt.

Ich versuche einen Parkplatz beim Schloss zu finden, kann hier aber nur bei laufendem Motor ein Foto einer Ruine schießen (das Schloss habe ich zumindest beim Vorbeifahren gesehen).

Mit Park4night-Plätzen schaut es in dieser Gegend nicht gut aus. Ich beschließe, nach Clemency alias Küntzig alias Kënzeg oder Kéinzig (2.000 Einwohner) zu fahren, weil dort immerhin zwei Spots eingetragen sind. Der erste Platz beim Spielplatz nach dem Bahnhof ist flach und leer, aber das Zusatzschild mit einem gezeichneten PKW und der Beschriftung „< 3,5 t", das man in Luxemburg oft sieht, bereitet mir Unbehagen - im Streitfall mit einem Polizisten wäre es fraglich, ob Ludwig als PKW durchgeht. Beim zweiten Parkplatz gibt es zwar auch die 3,5 t-Beschränkung, aber es ist ein LKW abgebildet. Allerdings sind die Parzellen so klein, dass ich zwei verwenden muss. Da viele Parzellen leer sind, beschließe ich, das zu riskieren (nur der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass ein Teil des Parkplatzes natürlich wieder wegen einer Baustelle gesperrt ist).

Mein Abendessen: Berner Würstel (noch in Österreich gekauft, in Luxemburg sind sie leider nicht erhältlich) mit Salat. Und natürlich das übliche Dessert.

Mein Weg durch Ettelbruck:

Mein Weg zum Schloss Berg:

Meine Route:


Kilometerstand: 1491 km (91 km gefahren).