Tagsüber fahren beim Parkplatz beim Parc Princesse Elisabeth in Bastogne immer wieder Autos vorbei, aber in der Nacht war es vollkommen ruhig. Ich stehe kurz vor Sonnenaufgang auf. Die Temperatur ist auf 9 Grad gefallen, wird aber bei Sonnenschein und fast wolkenlosem Himmel rasch steigen.

Die Lidl-Filiale in Bastogne gibt mir Gelegenheit zur Preisinspektion. Apfeltasche: 85 Cent. Baguette: 69 Cent. Äpfel: wie in Österreich. Bananen: 1,29 Euro. 200 g Salatmischung: 69 Cent. 5 Faschierte Laibchen (500 g): 2,99 Euro. Joghurt (8 mal 125 g): 1,29 Euro, derzeit um 10 Cent ermäßigt. 6er Pack Lidl-Magnum: 2,49 Euro. 500 g tiefgefrorene Heidelbeeren: wie bei uns 3,49 Euro. Beim Eingang weist ein Schild darauf hin, dass man in der Lidl-App unter "Mehr / Einstellungen" das Land ändern kann (die Sprache wechselt auf Französisch, die kann ich aber auf Englisch umschalten).

Nach dem Einkauf fahre ich zum Bastogne War Museum und stelle erstaunt fest, dass der Parkplatz fast voll ist. Einige PKWs sind auf die Busplätze ausgewichen. Ein egoistischer Wohnmobil-Fahrer blockiert drei Parzellen. Ich habe Glück, eine freie Parzelle zu finden und dass die Straße breit genug ist, so dass ich mit einmaligem Reversieren einparken kann.

Ich gehe zuerst zum Mardasson Memorial. Da es renoviert werden soll, kann man derzeit nicht aufs Dach steigen für einen Blick auf Bastogne.


Danach besichtige ich die Ausstellung. Da es auch drei Multimedia-Vorstellungen gibt und man warten muss, bis die vorherige beendet ist, dauert der Museumsbesuch fast drei Stunden. Der Eintritt ist teuer (27 Euro), aber das Gebotene ist das Geld wert.






Kurz nach 13 Uhr esse ich Weckerl mit Putenbrust, Käse und Ei.

Der Automat zur Bezahlung der Parkgebühr von 5 Euro akzeptiert heute auch die Bezahlung mit Karte (gestern hing eine Notiz bei der Einfahrt, dass nur mit Münzen bezahlt werden kann). Ein paar Kilometer weiter befindet sich der kleine Wald Bois Jacques, ...

... einer der Schauplätze der Schlacht um Bastogne.

Es sind noch von den Amerikanern gegrabene Schützenlöcher erhalten.

Man kann eine App installieren, mit der man sechs kurze Filme ansehen kann, die mit einer 360-Grad-Kamera aufgenommen wurden (man hat den Eindruck, sich mitten im Film zu befinden und kann sich in alle Richtungen drehen, um den jeweiligen Filmausschnitt zu sehen).

Damit ist der Museumsbesuch noch nicht zu Ende. Der dritte Teil, genannt "Nuts! Bastogne War Rooms" befindet sich in der Stadt in der Kaserne, in deren Keller sich während der Belagerung von Bastogne das Hauptquartier der eingekesselten amerikanischen Verteidiger befand. Unter anderem kann man dort mehrere kurze Filme sehen, in denen Ereignsse nachgestellt werden, als am 22.12.1944 ein Ultimatum des deutschen Kommandanten mit der Aufforderung zur Kapitulation eintraf. General McAuliffe antwortete darauf mit einem Wort: "Nuts!"



Es ist schon nach 16:30 Uhr. Ich überlege, ob ich heute Frühschluss machen und erneut in Bastogne oder Umgebung übernachten soll (am Bois Jacques und auf dem Weg dorthin bei einem Gedenkmal wären möglich). Da es aber ein außergewöhnlich schöner Herbsttag ist, entscheide ich mich, noch weiter zu fahren. Ziel ist das kleine Dorf Achouffe, Sitz der unter Bierkennern offenbar sehr bekannten Brauerei Brasserie d'Achouffe.

Im dortigen Shop kaufe ich als Mitbringsel eine ungewöhnliche Biersorte (ihr könnt raten, welche Geschmacksrichtung).

300 m weiter befindet sich ein übernachtungsgeeigneter Parkplatz, wo ich heute schlafen und morgen eine Wanderung ins Tal der Feen unternehmen werde.

Letzte Aktivität des Tages (bevor ich in Ludwig das Abendessen koche und das heutige Blog-Posting erstelle) ist ein kurzer Spaziergang durch das Dörfchen.





Der Chefkoch empfiehlt heute Pasta in Spinat-Käse-Sahne-Sauce. Dazu Rucola-Tomaten-Salat mit Zwiebel und Knoblauch, abgemacht mit Lein- und Kürbiskernöl.

Danach Him- und Heidelbeeren sowie Nüsse in Joghurt.

Mein Weg durchs Bastogne War Museum:

Mein Weg durch Achouffe:

Meine Route:


Kilometerstand: 1682 km (41 km gefahren).