Die Nacht bei den Tennis- und Sportplätzen in Theux war sehr ruhig, ab dem Morgen fahren aber öfters Autos vorbei. Der Himmel ist mit einer dünnen Wolkenschicht überzogen. Die Temperatur beträgt 8 Grad.

Ich fahre zum Parkplatz des Chateau de Franchimont, auf dessen Parkplatz eine Übernachtung möglich wäre (allerdings hat ein Park4night-Benutzer geschrieben, dass in der Nacht Jugendliche kamen und Lärm machten - an so abgelegenen Spots kann das natürlich passieren -, weshalb ich lieber in der Stadt übernachtet habe).

Die Ruine kann ab 11 Uhr um 7 Euro (bzw. 4,50 Euro für Senioren) besichtigt werden. Fast zwei Stunden will ich allerdings nicht warten. Außerdem sieht sie nicht sonderlich sehenswert aus.

Ich brauche Brot, Salat und Bananen, deshalb ist der Lidl in Spa mein nächster Stopp.

Ich parke Ludwig beim Bahnhof. Am "P"-Schild ist zwar ein LKW abgebildet, aber das übersehe ich. Außerdem sind genügend Parzellen frei, und zwei PKWs stehen auch hier.

Gemeinsam mit einigen anderen europäischen Kurorten ist Spa UNESCO-Welterbe. Ich finde die Stadt - abgesehen von der Kirche Eglise Saint-Remacle - nicht sonderlich ansprechend. Den Aufstieg zum Thermalbad auf einem Hügel (auch erreichbar mit einer Standseilbahn um 1,50 Euro) erspare ich mir.








Mein Mittagessen: Weckerl mit Mortadella, Käse und Ei. Und eine Apfeltasche.

Außer als Kurort kennt man Spa wegen der nahen Rennstrecke Circuit de Spa-Francorchamps. Eine Straßensperre in Spa zwingt mich auf eine Umleitung, die die Distanz von 10 auf 15 km verlängert. Schon am Parkplatz höre ich das Heulen von Motoren. Ich glaube nicht, dass ein Rennen stattfindet (dafür sind zu wenige Leute da). Vielleicht handelt es sich um Test- oder Trainingsfahrten.

Ich gehe zu den Tribünen.

Auch wenn ich im TV schon lange kein Formel-1-Rennen mehr angeschaut habe, kommt mir die Kurve bekannt vor. Die Apple Watch zeigt an, dass die Rennautos bis zu 93 dB Lärm erzeugen. Laut Info-Text können bei einem Pegel von 90 dB 30 Minuten pro Tag zu einem vorübergehenden Hörverlust führen. Bei 95 dB reichen 10 Minuten.

Um mein nächstes Ziel zu erreichen, muss ich ein Stück zurück in Richtung Spa. Vorsichtshalber checke ich die Route in Google Maps. Tatsächlich - TomTom hätte mich zur gesperrten Straße geführt. Ich muss einen Umweg über Malmedy und Stavelot machen. Am großen Parkplatz in Coo befinden sich die Plätze für Wohnmobile ganz hinten. Da er praktisch leer ist, stelle ich Ludwig vorne ab. Am Parkscheinautomaten gebe ich das Kennzeichen ein und zahle mit dem Handy 2 Euro für eine Stunde. Das Parken ist zwischen 9 und 18 Uhr kostenpflichtig, danach ist eine kostenlose Übernachtung möglich.

In Coo gibt es einen Vergnügungspark, der jedoch geschlossen ist.

Ich bin wegen des Wasserfalls gekommen.

Ich setze die Tour fort zu einem Parkplatz beim Hochmoorgebiet Fagne de Malchamps auf nicht ganz 600 m Seehöhe.

Es gibt hier ein kleines Museum (das ich aber nicht besuche; der Eintritt beträgt 7 Euro), ...

... einen Park und einen frei zugänglichen Aussichtsturm. Da ich annehme, dass dieser gleich beim Parkplatz errichtet wurde, nehme ich das Komoot-Handy nicht mit. Dadurch habe ich keine Aufzeichnung meiner Kurzwanderung (vermutlich eineinhalb Kilometer oder noch weiter).

Auf eine größere Wanderung durchs Moor verzichte ich angesichts der grauen Wolken, die jetzt den Himmel bedecken (ob Regen kommt, kann ich nicht überprüfen, da die Regenradar-App wegen der schlechten Internet-Verbindung nicht funktioniert).

Würde ich nun 5 km nach Norden fahren, wäre ich wieder in Spa. Eine andere Reihenfolge der heutigen Tagesziele wäre besser gewesen, aber im Nachhinein ist man immer schlauer. Ich programmiere einen Parkplatz in Stavelot ins Navi ein. Es führt mich nicht auf dem gleichen Weg via Coo zurück, sondern lässt mich bald links auf eine kürzere Route abbiegen. Die Straße ist abschnittsweise - wie so oft in Belgien - sehr holprig. Es folgt eine einspurige Strecke, so dass ich mich frage, wo mich TomTom dieses Mal wieder hingeführt hat. Aber dann erreiche ich eine gut ausgebaute Straße - wenn da nur nicht ein Schild mit einer Höhenbeschränkung von 2,5 m in 2 Kilometern Entfernung wäre! Das kann doch nicht sein, denke ich mir, so eine schöne Straße und nur noch 5 km bis zu meinem Ziel! Leider kann es doch sein. Nach 2 km ist vor einem Kreisverkehr über der Straße ein Tuch angebracht - wenn man es berührt, ist das Auto zu hoch. Ich berühre es nicht, aber nur deshalb, weil hohe Autos es teilweise abgerissen haben. Hinter dem Kreisverkehr wurde eine Teppichstange montiert, die Ludwig wahrscheinlich berühren würde. Bei der einzigen anderen Ausfahrt aus dem Kreisverkehr steht ein Fahrverbotsschild. Also bleibt mir nichts anderes übrig als eine 360 Grad-Wende zu machen. Eigenartigerweise schaltet das Navi sofort auf eine andere Route um. Die gute Straße bringt mich nach Francorchamps, wo bei einer Baustelle das nächste Umleitungsschild auf mich wartet. TomTom kennt sich nicht mehr aus. Ich halte kurz und starte am Handy Google Maps, das die Straßensperren kennt und mir den richtigen Weg weist. Bald danach sehe ich rechts die Zufahrt zu den Parkplätzen bei der Rennstrecke. Damit ist der Kreis geschlossen. Auf der bereits am frühen Nachmittag gefahrenen Strecke gelange ich nach Stavelot. Hier muss ich das Zentrum durchqueren und erreiche um 17:25 einen großen geschotterten und fast leeren Parkplatz am Rand einer Wohnstraße. Ich beschließe, hier zu übernachten. Eine dreiviertel Stunde später (ich bin gerade dabei, das heutige Blog-Posting zu verfassen) beginnt es zu regnen.

Mein Abendessen: Puten-Chili-con-Carne, Salat, Joghurt, Heidelbeeren, Nüsse.

Mein Weg durch Spa:

Mein Weg zum Wasserfall in Coo:

Meine Route:


Kilometerstand: 1878 km (92 km gefahren).