Nach vereinzeltem Regen in der vergangenen Nacht ist der Boden am Morgen noch feucht, die Wolkendecke weist aber Lücken auf. Die Temperatur beträgt 11 Grad. Der ruhige Parkplatz bei den Sportanlagen in Junglinster ist ein guter Ausgangsort für den Besuch von Echternach und der Kleinen Luxemburger Schweiz, wo das Übernachten abseits von Campingplätzen nicht erlaubt sein dürfte.

Das Aprilwetter setzt sich fort. Als ich mich um 8:30 Uhr auf den Weg nach Echternach mache, nieselt es. Wenig später regnet es stärker. Ich lasse mich vom Navi zu einem kleinen Wanderparkplatz etwas außerhalb der Stadt leiten. Auf die Wanderung zur Wollefsschlucht werde ich jedoch verzichten, dafür ist das Wetter zu unbeständig und der Boden nach den großen Niederschlagsmengen der letzten Tage zu feucht und vermutlich rutschig.

15 Minuten später scheint wieder die Sonne. Ich packe den Knirps in den kleinen Rucksack, hänge mir die Fototasche um, setze die Kappe auf und breche zur Stadtbesichtigung auf. Echternach (nicht ganz 6.000 Einwohner) stammt aus dem Jahr 698 und ist die älteste Stadt Luxemburgs. Der Rundgang durch die sehr sehenswerte Stadt (inkl. eines Abstechers über die Brücke nach Deutschland) dauert nicht ganz zweieinhalb Stunden (mit zwei dreiminütigen Pausen unter Bäumen, weil zwei Regenwolken ihre Wasserfracht loswerden wollen). In der Tourist-Info kaufe ich um 5 Euro eine Wanderkarte der Kleinen Luxemburger Schweiz.







In Ludwig esse ich ein halbes Baguette mit Schinken, Käse und Ei. Mehrere Wanderer gehen an Ludwig vorbei.

Ich checke die Wetter-Apps. Da die Regenwahrscheinlichkeit am Nachmittag relativ niedrig ist, beschließe ich, doch eine Wanderung zu wagen. Ich lade eine Tour von Komoot aufs Handy (leider kann ich die Garmin-Uhr nicht verwenden, da ich sie in den Akku-Sparbetrieb versetzen musste, in dem sie nur Uhrzeit und Datum anzeigt), ziehe mein Wander-Outfit an und marschiere um 12:38 los. Die Wanderung führt mich zuerst zur und durch die Wollefsschlucht und dann weiter zu Gesteinsformationen, die Labyrinth und Perekop genannt werden. Da das Wetter hält, folge ich dem Pfad weiter bis zur Höhle Huellee (in der früher Mühlsteine aus dem Fels geschnitten wurden) und dem Amphitheater, ehe ich umdrehe und den gleichen Weg zurück gehe (mit Ausnahme der Wollefsschlucht). Kurz vor 16 Uhr bin ich wieder bei Ludwig.









Ich ziehe mich um und mache eine kurze Pause. Um 16:30 fahre ich zu einem Parkplatz in Berdorf (Übernachten verboten), von wo man es nicht weit zum Amphitheater und zur Huellee hat (auf dem Weg dorthin komme ich am Aussichtsfelsen Perekop vorbei, wo ein paar Autos parken können - tagsüber muss man aber ziemlich viel Glück haben, dort einen freien Platz zu bekommen).

Der Parkplatz beim Aquatower ...

... von Berdorf hat ebenfalls Übernachtungsverbotsschilder (eine Tafel verweist auf drei Campingplätze in Berdorf).

Ich bezahle 3,50 Euro Eintritt und fahre mit dem Aufzug in den 15. Stock des Turms, in den das Trinkwasser für den Ort Berdorf gepumpt wird, um dann mittels Schwerkraft in die Häuser zu rinnen. Danach besichtige ich im 10. Stock Infotafeln über Wasser und den Wasserturm und gehe 200 Stufen hinunter, da die Ausstellung im Treppenhaus mit Fotos und Kinderzeichnungen fortgesetzt wird.


Beim Felsen Predigtstuhl können eine Handvoll Autos parken. Am Abend ist die Chance groß, dort einen Platz zu finden.

Ich steige die Treppe zur Aussichtsplattform hinauf.

Um das schöne Wetter zu nutzen, fahre ich nun noch zu einem Parkplatz nahe des Dorfes Mullerthal. Da die untere Ein- bzw. Ausfahrt des Predigtstuhl-Parkplatzes in einer Kurve liegt, so dass man nicht sieht, ob ein Auto kommt, drehe ich um und kehre nach Berdorf zurück. Das Navi nimmt die Route via Consdorf.

Ich gehe ein paar hundert Meter zum Schießentümpel, einem der populärsten Ausflugsziele in der Kleinen Luxemburger Schweiz. Am Abend sind nur noch wenige Touristen unterwegs, aber natürlich setzt der Truman-Show-Effekt ein, als ich den Tümpel mit dem kleinen Wasserfall erreiche.


Am Schließentümpel-Parkplatz wird das Übernachten laut Park4night-Kommentaren geduldet. Die Kleine Luxemburger Schweiz ist zwar kein Nationalpark, aber ein Naturschutzgebiet (mit viel Autoverkehr schon am frühen Morgen) - da schlafe ich lieber 11 km weiter ein zweites Mal am ruhigen Parkplatz bei den Sportanlagen in Junglinster.

Ich esse faschierte Laibchen mit Salat. Und anschließend nussiges Beerenjoghurt.

Mein Weg durch Echternach:

Meine Wanderung zwischen Echternach und Berdorf:

Mein Weg zum Schießentümpel:

Meine Route:


Kilometerstand: 1165 km (55 km gefahren).