Der Tag beginnt in Mondorf-les-Bains (alias Bad Mondorf alias Munneref) mit Regen bei 16 Grad. Für den Westen Deutschlands (und auch Luxemburg) sagen manche Wettermodelle für heute und morgen Starkregen voraus. Auch in den nächsten ein bis zwei Wochen soll es unbeständig und eher feucht sein - da bleibt nur die Hoffnung auf ein stabiles und lang anhaltendes Hoch Ende September und im Oktober. Zum Frühstück esse ich Haferkleie mit Apfelsaft, einem Apfel, einer Banane und etwas Zimt und trinke dazu einen halben Becher Kaffee.

Gegen 9 Uhr hört der leichte Regen auf. Ich bereite die Abfahrt vor. Die Ausfahrt wird von einem Kastenwagen verstellt, dessen Insassen dabei sind, die Ver- und Entsorgung zu nutzen (am dafür vorgesehenen Platz parkt ein WoMo - manche Leute sind einfach Egoisten!). Sie unterbrechen das Wassertanken, so dass ich wegfahren kann. Ich habe im Navi "Autobahnen vermeiden" eingeschaltet (in Luxemburg sind Autobahnen zwar mautfrei, aber ich habe es nicht eilig, und außerdem sieht man auf Landstraßen mehr). Mein Ziel ist der Lidl in Dudelange alias Düdelingen alias Diddeleng.

Der Normalpreis für ein Baguette liegt bei 1,38 Euro, also ziemlich teuer. Derzeit gibt es zwei Aktionen, der Preis beträgt jetzt 1,04 Euro, und außerdem bekommt man 2 für 1 - da greife ich zu. Bananen kosten 1,29 Euro, die Preise für Äpfel sind ähnlich wie in Österreich (von beiden habe ich noch genug). 200 g Salatmischung kosten 69 Cent, 250 g Eisbergsalat 99 Cent. Es gibt faschierte Laibchen (5 Stück bzw. 400 g um 2,99 Euro - da bekomme ich Nachschub, wenn die 10 mitgebrachten Portionen verspeist sind). Das Lidl-Magnum (für das im Tiefkühlfach derzeit kein Platz ist) sehe ich nur in der Form von Mini-Sticks (12 um 2,99 Euro). Ich kaufe 500 g tiefgefrorene Heidelbeeren um 2,89 Euro. Ein paar hundert Meter weiter tanke ich um 1,441 Euro pro Liter Diesel (das scheint in ganz Luxemburg der Einheitspreis zu sein). Danach fahre ich zu einem kostenlosen Parkplatz für PKWs und Wohnmobile beim Fußballplatz. Ludwig ist das einzige anwesende WoMo.

PKWs dürfen maximal 3 Stunden parken, Wohnmobile von 0:01 bis 23:59 (wenn man es genau nimmt, müsste man um Mitternacht zwei Minuten im Kreis fahren).

Ich esse eine Dose Sardinen ohne Haut und ohne Gräten in Sonnenblumenöl mit Chili. Dazu ein frisches Baguette.

Anschließend breche ich zu einer Besichtigung des Stadtzentrums auf (der Knirps kommt sicherheitshalber mit). Dabei bemerke ich, dass es noch einen weiteren Parkplatz nur für Wohnmobile gibt (das Navi hat mich zum Reserve-Stellplatz gelotst). Hier muss man im Internet eine Parzelle reservieren (woran sich laut Park4night-Kommentaren viele nicht halten) und bekommt dann sogar kostenlos Strom.

Dudelange ist eine Industriestadt mit nicht ganz 22.000 Einwohnern.












Das Wetter hält (der große Regen kommt erst in der Nacht), deshalb beschließe ich, zum Nationalen Bergbaumuseum in Rumelange (alias Rümelingen alias Rëmeleng) zu fahren. Zwei Parzellen sind für Wohnmobile reserviert, vier weitere für Busse (die vermutlich zum Übernachten verwendet werden können - die Parzellen, nicht die Busse!). Ein deutsches WoMo mit bärigem Copiloten steht dort.

Führungen in die Mine finden im September nur von Donnerstag bis Sonntag nachmittags statt, darum kann ich nur das Freigelände besichtigen.


Esch-sur-Alzette alias Esch an der Alzette alias Esch-Uelzecht ist mit 36.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt in Luxemburg. Ich steuere einen im WoMo-Reiseführer erwähnten Parkplatz im Vorort Belval an - der jedoch wegen einer Baustelle gesperrt ist (da es hier nur eine Handvoll Parzellen gibt, hätte ich wahrscheinlich sowieso keinen Platz bekommen). Also weiter zum Ausweichparkplatz bei der Konzerthalle! Pustekuchen, wie die Germanen sagen würden - die Zufahrt ist gesperrt. Ich drehe bei der Ein-/Ausfahrt der für Ludwig ungeeigneten Tiefgarage um. Da inzwischen dunkle Wolken aufgezogen sind, entscheide ich mich, zum Stellplatz in Dudelange zurückzukehren. Ich nehme ein Stück Autobahn (mit viel mehr Verkehr als auf den Landstraßen) und treffe kurz nach 16:30 ein. Fünf Minuten später fallen 30 Sekunden lang ein paar Regentropfen.

Einige Jugendliche spielen auf dem Fußballplatz (sie haben keinen Schlüssel, sondern klettern über den Zaun). Als der Ball zum dritten Mal auf den Parkplatz geschossen wird, beschließe ich, umzuparken, bevor Ludwig getroffen wird. Am offiziellen Stellplatz stehen inzwischen 6 Wohnmobile, zwei davon quer über zwei Parzellen (als jemand, der immer versucht, sich an die Regeln zu halten, finde ich dieses Verhalten sehr ärgerlich und asozial). Ich stelle Ludwig auf den zweiten Reserve-Stellplatz (ohne 3-Stunden-Beschränkung für PKWs, darum stehen hier mehr Autos).

Um 17:53 bekomme ich ein Warn-SMS. Ich befinde mich in einem Gebiet mit Wachsamkeitsstufe Orange. Auf der Website lu-alert.lu steht:
"Hochwasser im Süden Luxemburgs
Seien Sie vorsichtig (mittleres Risiko / Gefahr)
Der Süden Luxemburgs befindet sich in der Wachsamkeitsstufe orange für Hochwasser vom 08.09.2025 17:30 bis 09.09.2025 14:00. Die Wachsamkeitsstufe kann in Abhängigkeit von der weiteren Entwicklung der Situation angepasst oder verlängert werden.
Ab Montagabend bis Dienstagvormittag werden anhaltender Dauerregen, sowie lokal kräftige Starkniederschläge die innerhalb kürzester Zeit auftreten können, vorhergesagt.
Dadurch kann es zu einem sehr schnellen Anstieg der Wasserstände an den Pegeln im Süden des Landes kommen.
Ort und Menge der lokalen Niederschlagsschwerpunkte sind weiterhin unsicher. Die Entwicklung an den Gewässern hängt stark von den tatsächlich lokal auftretenden Niederschlagsmengen ab.
Lokal und in häufig betroffenen Gebieten besteht erhöhte Überschwemmungsgefahr.
Bei saisonalen Aktivitäten entlang von Gewässern (Campings, Baustellen, etc.) gilt erhöhte Vorsicht.
Bitte treffen Sie die nötigen Vorkehrungen und informieren Sie sich über die zu beachtenden Verhaltenshinweise. Für weitere Informationen, die aktuellen und vorhergesagten Wasserstände, begeben Sie sich bitte auf die Seite 'inondations.lu' und verfolgen Sie aufmerksam die Informationen in den Hochwasserlageberichten."
Ich befinde mich auf einem Hügel (aber nicht ganz oben). Bach ist keiner in der Nähe. Allerdings liegt der Parkplatz direkt beim Fußballplatz noch etwas höher, und ich denke, dass dort die Gefahr, von einer Sturzflut weggeschwemmt zu werden, geringer ist. Da die Jugendlichen inzwischen weg sind, fahre ich um 18:10 wieder zum Parkplatz direkt beim Eingang des Fußballplatzes. Es nieselt, hört aber bald wieder auf.

Um das Tiefkühlfach zu leeren, esse ich heute wieder faschierte Laibchen.

Um 19:32 schreibt Kachelmannwetter auf Bluesky, dass erste Starkregenschauer Luxemburg erreicht haben. Ich höre in der Ferne leises Donnern. Auf dem Regenradar von Kachelmannwetter sehe ich, dass die roten Zonen nördlich und südlich von mir vorbeigezogen sind.

Um 21:15 beginnt es zu regnen. Schwere Tropfen fallen - hoffentlich kommt kein Hagel. Um 22 Uhr hört der Regen kurz auf. Um 22:22 erhalte ich von der Apple-Wetter-App folgende Warnung:
"Extreme Regenwarnung
Alarmstufe: Extrem
Außergewöhnliche Bedrohung für Leben und Besitz
Beginn des Wetterereignisses:
22:00 (MESZ), 8. September
Beschreibung
Während der Warnperiode wird eine aktive Wetterzone das Land betreffen, mit Niederschlagsmengen von allgemein 50 bis 80 l/m2. Lokal sind bei langsam ziehenden gewittrigen Schauern auch Mengen oberhalb 100 l/m2 möglich.
Dringlichkeit
Ergreife sofort Maßnahmen.
Betroffene Gegend
Luxembourg-South
Herausgegeben von
MeteoLux via EUMETNET-Meteoalarm"
In Dudelange regnet es mäßig. Ich ergreife die Maßnahme, um 23:30 Uhr schlafen zu gehen. Sollte ein Starkregen Ludwig plötzlich wegschwemmen, werde ich hoffentlich aufwachen, um mich in Sicherheit bringen zu können.
Mein Weg durch Dudelange:

Mein Weg beim Bergbaumuseum:

Meine Route:


Kilometerstand: 996 km (62 km gefahren).