Montag, 7. September 2020

Schweiz, Tag 10 (Montag, 7.9.2020)

In St. Moritz scheint an 322 Tagen im Jahr die Sonne. Ich bin an einem der 43 anderen Tagen dort (bzw. in der Gegend - der Campingplatz liegt 22 km entfernt). Seit gestern Abend bis heute früh hat es fast ununterbrochen geregnet. Ich warte, bis der Regen kurz vor 9 Uhr aufhört, dann ver- und entsorge ich Ludwig und kehre den Innenraum. 



Um 9:45 treffe ich in der Nähe des Fotospots in St. Moritz ein. Allerdings hat es wieder zu regnen angefangen, es gibt eine Baustelle und dadurch nur wenige, für Ludwig zu kleine Parkplätze. Ich beschließe, auf dieses Selfie zu verzichten und fahre gleich weiter in Richtung Julierpass (Nr. 16). Auf der Passhöhe in 2284 m Seehöhe regnet es bei 4 Grad Celsius leicht.



Die Fahrt bergab verläuft über einige wenige Serpentinen und ist im Vergleich zur gestrigen anstrengenden Passfahrt ein Kinderspiel, auch wenn es teilweise neblig ist. Vorbei an einem Stausee führt die Straße durch ein enges, bewaldetes Tal. In Thusis weiche ich von der Grand-Tour-Route nach Norden ab, um die evangelische Kirche in Cazis mit ungewöhnlicher Architektur zu besichtigen. Es hat zu regnen aufgehört.



Das Kircheninnere sieht recht spartanisch aus.



Danach ist Einkaufen beim Hofer ... äh... Aldi angesagt.



Und da der Lidl gleich auf der anderen Straßenseite gebaut wurde, besuche ich ihn ebenfalls. Am Parkplatz esse ich zu Mittag (Weckerl mit Fleischkäse, Gouda, Paprika und ein hartgekochtes Ei).



Ein paar Kilometer weiter nördlich parke ich im Dorf Rhäzüns beim Bahnhof und spaziere rund 20 Minuten zur mittelalterlichen Kirche Sogn Gieri.



Die Wände im Inneren sind mit Fresken geschmückt.



Nun fahre ich wieder südwärts, erreiche die Grand-Tour-Route und bald danach die Schlucht Via Mala. Beim Besucherzentrum, wo sich auch ein Fotospot befindet, wird mal wieder gebaut - wo schon normalerweise wenig Platz ist, ist dadurch noch weniger. Die Handvoll Parkplätze sind nur für PKWs gedacht, und für die im Womo-Reiseführer beschriebene Parkmöglichkeit entlang der Straße muss man aus der Gegenrichtung kommen. Schweren Herzens verzichte ich auf ein weiteres Selfie und (worum es mir mehr leid tut) auf den Abstieg über 359 Stufen bis zum Grund der Schlucht. Immerhin bleibe ich etwas später stehen und fotografiere eine weniger eindrucksvolle Schlucht.



Als ich das nächste Ziel - ein Fotospot am Pass San Bernardino - ins Navi eingebe, meldet es, es gäbe keinen Weg dorthin, ohne Mautstraßen zu benutzen. Ich befürchte, dass mich Tomtom auf die Autobahn lotsen will (für die ich keine Vignette habe, da die Schweizer nur Jahresvignetten verkaufen und ich diesen Wucher boykottiere) und biege vorsichtshalber ins Dorf Andeer ab (dabei sehe ich einen Grand-Tour-Wegweiser, ich bin also auf der korrekten Route unterwegs). Tatsächlich komme ich so auf eine Straße, die teilweise neben der Autobahn entlang führt (wobei die Autobahn hier aus Platzmangel keine richtige Autobahn ist, weil in jede Richtung nur eine Spur verläuft) und manchmal sehr schmal (mit Ausweichstellen) ist. Die Straße über den Pass ist nur für Fahrzeuge freigegeben, die schmäler als 2,30 m sind (es fahren aber normal große Postautobusse) und erinnert mit ihren Engstellen und scharfen Serpentinen ans Stilfser Joch - ist aber deutlich leichter zu bezwingen, da hier viel weniger Verkehr ist.



Die Landschaft erinnert mich an Norwegen.



Kurz vor 17 Uhr erreicht Ludwig den 17. Pass dieser Reise (2066 m hoch). 



Während ich Aufnahmen der Passhöhe mache, beginnt es leicht zu nieseln.



Eineinhalb Kilometer weiter wartet der nächste Fotospot auf mein Selfie.



Ich suche in Park4Night eine Übernachtungsmöglichkeit und finde einen Parkplatz bald hinter dem Ort San Bernardino. Da Parken dort nur zwischen 19 und 7 Uhr kostenlos ist, fahre ich zurück nach San Bernardino, bezahle 1 Franken für eine Stunde Parken und spaziere durch den Ort, in dem im Herbst sehr wenig los ist (kaum Menschen oder Autos auf den Straßen).



Um 19 Uhr treffe ich auf meinem Übernachtungsplatz ein.



Meine Route:




Kilometerstand: 1558 km (168 km gefahren).