Am Parkplatz in Küssnacht ist noch wenig los, außer einem Fahrrad ist Ludwig das einzige Fahrzeug. Ich zahle 0,5 Franken für eine Stunde Parkieren. Durch diese hohle Gasse muss ich kommen, ...
... um zur Tellskapelle zu gelangen.
Für den Fotospot in Vitznau finde ich keinen Parkplatz, deshalb lasse ich ihn ausfallen. Überhaupt ist es mit Haltemöglichkeiten am Vierwaldstättersee schlecht bestellt. Erst kurz vor der Ablegestelle der Autofähre zur anderen Seite des Sees kann ich stehen bleiben.
Eigentlich würde die Grand-Tour-Route nun auf der Südseite des Sees weitergehen. Dort gibt es aber nur eine Autobahn, und ich weiß nicht, ob auf ihr die Vignettenpflicht aufgehoben ist. Ich verzichte daher auf die Überfahrt mit der Fähre, verlasse die Route und fahre weiter nach Brunnen, wo am großen Parkplatz die erste Stunde Parkieren gratis ist.
Vielleicht sollte ich für Ludwig ebenfalls eine Wachkatze besorgen?
Ich spaziere zum See, vorbei am Weissen Rössli am Vierwaldstättersee, ...
... wo ich beim Fotospot ein Selfie mache.
Anschließend spaziere ich die Uferpromenade entlang.
Nach genau einer Stunde setzt sich mein Reisemobil wieder in Bewegung. Ich fahre nun auf der Ostseite des Urnersee genannten Arms des Vierwaldstättersees nach Süden, was der Grand-Tour-Route in der entgegengesetzten Richtung entspricht. Zuvor muss ich aber einige Kilometer eine sehr enge Straße befahren, weil das der einzige Weg ohne Autobahn ist. Bei der sogenannten Tellsplatte habe ich Riesenglück, es ist gerade einer der Handvoll Parkplätze frei (mehr Plätze gäbe es beim Restaurant, aber dann müsste man dort essen - zum Beispiel Wiener Schnitzel mit Pommes um rund 35 Franken). Man hat eine schöne Sicht auf den See.
Ein Fußweg führt hinunter zum Wasser. Dort befindet sich die Tellskapelle. Der Sage nach ist Willi Tell hier von einem Boot gesprungen und dadurch Gessler entkommen. In der Kapelle befinden sich vier Fresken, die den Apfelschuss, die Flucht vom Boot, die Hohle Gasse und den Rütlischwur zeigen.
Nach einem raschen Mittagssnack (Sardinen - ich möchte das heutige schöne Wetter ausnutzen) fahre ich weiter südwärts bis ans Ende des Sees in Fluelen. Hier beginnt die Klausenstraße, die ostwärts zum fast 2000 m hohen Klausenpass führt. Die Straße ist an einigen Stellen eng, und daneben geht es fast senkrecht hinunter - kein Wunder, dass an zwei Stellen vor der gefährlichen Strecke gewarnt wird. Natürlich sind auch heute wieder zahlreiche Motorradfahrer unterwegs. Einer dieser Organspender überholt mich an einer unübersichtlichen Stelle mit Sperrlinie und berührt im Vorbeifahren leicht das Reisemobil - was für ein Idiot!
Das Hotel Klausen-Passhöhe ist eine Mogelpackung, denn es wurde rund einen Kilometer von der Passhöhe entfernt gebaut.
Der Klausenpass ist der 27. Pass dieser Reise.
Auf der Passhöhe steht eine kleine Kapelle.
Hier der Blick Richtung Osten:
Auf der Ostseite ist die Passstraße - trotz einiger enger Serpentinen - weniger anstrengend zu fahren.
Schon fast im Tal angekommen, beginnt es kurzzeitig zu regnen, hört aber bald wieder auf. Da ich morgen den Fotospot beim Kloster Einsiedeln aufsuchen möchte, beschließe ich, in der Nähe einen Übernachtungsplatz zu suchen. Ohne Absicht komme ich dadurch auch noch auf Pass Nr. 28, den 1190 m hohen Sattelegg.
Der Übernachtungsplatz befindet sich neben der Staumauer des Sihlsees.
Die Zufahrt ist allerdings bis 18 Uhr gesperrt, da hier offenbar ein Radwandertag veranstaltet wird. Ich überquere den See auf einer schmalen Brücke und muss nur kurz warten, bis auch die diesseitige Sperre der Straße zur Staumauer kurz vor 18 Uhr aufgehoben wird.
Meine Route:
Kilometerstand: 3440 km (174 km gefahren).