Freitag, 4. September 2020

Schweiz, Tag 6 (Donnerstag, 3.9.2020)

Wie gestern bereits erwähnt, möchte ich ins Murgtal südlich des Walensees fahren, um eine Wanderung zu den Murgseen zu unternehmen, die ich bei Kai vom Youtube-Kanal TravelCampingLiving gesehen habe. Ich habe gut und tief geschlafen, die nahe am Stellplatz in Mühlehorn vorbeifahrenden Züge haben mich nicht gestört. Kurz vor sieben mache ich mich auf den Weg nach Murg. Dort beginnt die schmale und stellenweise steile Murgtalstraße. Es gibt zwar immer wieder Ausweichstellen, nichtsdestotrotz bin ich froh, dass mein Plan aufgeht und mir am frühen Morgen keine Fahrzeuge entgegen kommen. Ich halte bei der Zahlstelle, wo ich die Parkgebühr für zwei Tage bezahle (der erste Tag kostet 10 Franken, jeder weitere 5 Franken; man kann seine Schulden mit Münzen oder kontaktlos mit Karte begleichen, wobei allerdings meine Bankomatkarte nicht funktioniert, sehr wohl aber die Visa-Kreditkarte).



Bald erreiche ich den Abschnitt, in dem sich die Straße in engen Haarnadelkurven nach oben windet. Für die Rückfahrt werde ich hier wohl die Downhill-Funktion des Ducato nutzen, um qualmende Bremsen zu vermeiden. Nach den Serpentinen passiere ich einen Teich. Malerisch verstreut liegen große Felsbrocken in der Landschaft herum, als hätten hier Trolle auf Schweizurlaub gespielt. Schließlich hört der Asphalt auf, und ich erreiche einen großen Parkplatz, auf dem auch eine Toilette aufgestellt ist. Aus Kais Videos weiß ich allerdings, dass man noch rund einen Kilometer weiterfahren kann, denn es kommt noch ein weiterer Parkplatz namens Mornen, auf dem ich Ludwig abstelle. Ich befinde mich hier in ca. 1250 m Seehöhe.



Ich werfe mich in Wanderadjustierung, packe den Rucksack und breche um 9:45 auf. Ich folge zunächst einer unbefestigten Straße, die von Touristen nicht befahren werden darf.



Danach wandere ich durch Wald. An manchen Stellen geht es recht steil hinauf.



Einige besonders steile Abschnitte sind mit Steinen grob gepflastert (vermutlich damit Kühe bergauf bzw. bergab gehen können). Ich schnaufe mehrere Serpentinen hinauf.



Ich komme an einem Bach mit starkem Gefälle vorbei.



Das Wetter ist optimal für die Wanderung: die Sonne scheint, es weht kein Wind, und die Temperatur ist nach meinem Geschmack weder zu kalt noch zu warm.



Ich hatte die Wanderung mit Komoot geplant, dabei aber vom Parkplatz aus einen anderen Pfad gewählt, als ich tatsächlich gegangen bin. Dieser andere Weg dürfte hier mit der Hauptroute zusammen treffen.



Der Untere Murgsee und ein schöner Wasserfall kommen in Sicht.



Der Untere Murgsee liegt zu dieser Zeit noch teilweise im Schatten, deshalb poste ich später ein Foto, das ich am Rückweg geschossen habe. Am Wasserfall vorbei ...



... erreiche ich den Mittleren Murgsee.



Jetzt ist es nicht mehr weit bis zum Oberen Murgsee in 1818 m Seehöhe. Ich treffe nach ca. zweieinhalb Stunden dort ein - wenn man nicht so oft stehen bleibt wie ich, um zu fotografieren und zu filmen, schafft man den Weg sicher auch in zwei Stunden oder sogar noch schneller.



Man kann sich in einer Almhütte stärken.



Ich habe ausreichend Verpflegung im Rucksack, darum setze ich mich ans Seeufer, um dort zu essen.



Während dieser Pause erhalte ich Besuch von einigen Enten.



Um 13 Uhr bin ich wieder auf den Beinen.



Ich gehe ein Stück am Seeufer entlang und steige dann zu einen Gipfelkreuz auf, von dem aus man alle drei Murgseen sieht.



Hier nun das versprochene Foto des Unteren Murgsees. Die Landschaft ist grandios. Vielen Dank, Kai, dass du mich auf diese Wanderung aufmerksam gemacht hast.



Ludwig van Tourer kommt in Sichtweite.



Ich treffe kurz vor 15 Uhr bei Ludwig ein. Ich setze mich in die Sonne und warte, bis die Dieselheizung das Wasser im Boiler erhitzt hat, um mich unter der Dusche zu erfrischen. Da ich keinen Mobilfunk-Empfang habe, fahre ich bis zu einem Parkplatz am Teich (oberhalb des Serpentinen-Abschnitts), aber auch hier ist die Übertragungsgeschwindigkeit nicht ausreichend, um im Internet zu surfen. Ich kehre deshalb zum oberen Parkplatz zurück, wo ich zu Abend esse, Fotos und Videos sichere, diesen Blogbeitrag schreibe und mir ein Hörbuch vorlesen lasse.

Meine Route (den Weg zum obersten Parkplatz kennt meine alte Tomtom-Version, die ich am iPad mini installiert habe, nicht):



Kilometerstand: 1042 km (16 km gefahren).