Dienstag, 8. September 2020

Schweiz, Tag 11 (Dienstag, 8.9.2020)

Da die Parkgebühr auf meinem Übernachtungsplatz ab 7 Uhr fällig wird, breche ich um 6:50 auf und suche weiter unten ein Plätzchen neben der Straße, wo ich duschen, frühstücken und nach Hause videofonieren kann. Um 8:25 bin ich fertig und fahre bei wolkenlosem Himmel 40 km bis Bellinzona. Der im Womo-Reiseführer vorgeschlagene Parkplatz ist gut positioniert, aber klein und bis auf die letzte Parzelle belegt. Ich versuche es bei einem Parkplatz mehr im Zentrum, aber hier ist die Parkdauer auf maximal eine Stunde begrenzt. In Pocket Earth entdecke ich einen großen Parkplatz ein paar hundert Meter entfernt. Auf diesem kann ich Ludwig abstellen.



Bellinzona ist bekannt für drei Burgen, die von der UNESCO auf die Welterbe-Liste gesetzt wurden. Das folgende Foto zeigt die höchstgelegene Burg namens Castello di Sasso Corbaro.



Ich gehe zunächst zum Castelgrande, das auf einem Felsrücken über der Altstadt erbaut wurde.



Die Burg enthält ein Museum, das zu besuchen mir aber die Zeit fehlt. Ich besichtige daher nur den großen Innenhof, der kostenlos zugänglich ist.



Anschließend gehe ich in die Altstadt hinunter und erreiche die Piazza Collegiata.



Hier befindet sich die Stiftskirche St. Pietro e Stefano.



Erstaunlicherweise bin ich der einzige Besucher, was mir erlaubt, Fotos des Kircheninneren ohne störende Touristen zu schießen.



Rechts neben der Kirche beginnt der Fußweg, der zur zweiten Burg hinauf führt.



Diese Burg trägt den Namen Castello di Montebello.


Neben der Burg befindet sich ein Fotospot der Grand Tour of Switzerland. Mein Selfie ist ziemlich unvorteilhaft ausgefallen, deshalb verzichte ich darauf, es hier zu zeigen.


Vom Castello di Montebello führt ein Pfad in die Altstadt hinunter. Auf dem Weg zurück zu Ludwig van Tourer komme ich an der Piazza Indipendenza vorbei.



Nach dem Mittagessen im Reisemobil möchte ich bei einem Automaten die Parkgebühr bezahlen. Als ich die Münzen eingeworfen habe, erscheint am Display plötzlich eine Fehlermeldung, und die Software startet neu - mein Parkticket wurde aber vor dem Programmabsturz geschluckt und wird nicht mehr ausgeworfen. Ich drücke wiederholt den Knopf mit dem Telefonhörer-Symbol. Schließlich meldet sich ein Mann auf italienisch, der aber auch deutsch spricht. Ich erzähle, was vorgefallen ist. Der Mann sagt, ich solle zur Ausfahrt fahren, er würde dann die Schranke öffnen. Bei der Ausfahrt drücke ich wiederum mehrmals den Telefonhörer-Knopf, bis eine Verbindung zustande kommt und der Balken geöffnet wird.

Eigentlich wird der Rundkurs der Grand Tour nun über den Gotthardpass fortgesetzt, aber es gibt eine Zufahrts-Route, die von der italienischen Grenze (nicht weit von Como entfernt) bis Bellinzona führt. Entlang dieser Strecke wurden mehrere Fotospots errichtet. Ich gebe die Koordinaten aller Spots bis auf einen, der nur per Seilbahn erreichbar ist, im Navi ein. Tomtom plant die zu fahrende Strecke allerdings sehr eigenartig, denn nach dem Fotospot am Pass Monte Ceneri (der 18. Pass) ...



... will er mich wieder nach Norden, nach Ascona, lotsen. Ich lösche diesen Wegpunkt und fahre weiter nach Süden. Ab Lugano führt die Route in einem langgezogenen Bogen am Luganer See entlang, allerdings finde ich nirgends eine Möglichkeit, mit einem Reisemobil für ein paar Aufnahmen anzuhalten. Einen kleinen Parkplatz, wo auch Ludwig stehen kann, gibt es allerdings beim Fotospot Monte San Giorgo.



In der Nähe des vorletzten Fotospots fehlen wiederum Parkmöglichkeiten für Wohnmobile, und die Zufahrt zum letzten ist wegen Bauarbeiten gesperrt. Da ich durch den starken Verkehr auf oft engen Straßen schon recht genervt bin, suche ich keinen alternativen Weg (schließlich sind in Pocket Earth dort auch keine Parkplätze eingezeichnet), sondern mache mich auf die Rückfahrt. In Lugano muss ich mich durch den abendlichen Stoßverkehr quälen. Nach einer kurzen Pause ...



... und einem Stau vor Bellinzona habe ich dieses dicht besiedelte Gebiet endlich hinter mich gebracht. Ich lege einen Übernachtungsplatz aus Park4Night als neues Ziel fest, doch auf dem Weg dorthin fällt mir im Dorf Iragna etwa 200 m neben der Straße ein Fußballplatz auf. Kurz entschlossen biege ich dorthin ab, und tatsächlich erweist sich der dazugehörige Parkplatz als gut geeignet, um hier die Nacht zu verbringen.



Meine Route:



Kilometerstand: 1747 km (189 km gefahren).