Ich schlafe bis 7 Uhr. Während des Frühstücks entdecke ich, dass gestern und heute Feiertage sind (Tag des Sieges und Christi Himmelfahrt). Das könnte bedeuten, dass Mont Saint-Michel an diesem Wochenende besonders stark besucht ist. Die Temperatur beträgt 10 Grad.

Um 8:45 fahre ich los, allerdings nur ein paar hundert Meter. Ich halte bei einem Intermarche-Supermarkt, wo ich um 1,655 Euro Gazole (= Diesel) tanke. Der Supermarkt hat geöffnet. Er ist mit einem Interspar vergleichbar. Durch das größere Angebot dauert es länger, etwas zu finden, und die Preise sind höher als beim Lidl. Ich ergänze meinen Vorrat an Blasenpflaster. Ich fahre 4 km weiter zum Lidl, um u.a. ein unglaublich günstiges Baguette zu kaufen. Bananen sind teurer als in Österreich (1,99), aber 300 g Eisbergsalat bekommt man um 99 Cent. Außerdem lerne ich, das man an manchen Kassen (angeschrieben mit CB) nur mit Karte oder dem Handy bezahlen kann.

Um 10:15 verlasse ich Chartres. Die Temperatur beträgt jetzt 13 Grad, und es sieht danach aus, dass bald die Sonne scheinen wird. Meistens sind 90 km/h erlaubt. Verkehrstechnisch ist wenig los, wozu sicher auch der Feiertag beiträgt, an dem die meisten Geschäfte zu sind. Nach einer anfangs langweilig flachen Gegend wird es später leicht hügelig, was etwas Abwechslung bietet. Hinter Alencon (wo erstmals Wegweiser zu den bretagnischen Städten Rennes und Saint-Malo auftauchen) halte ich um 12:30 auf einem Rastplatz und esse Thunfisch und Baguette.

45 Minuten später fahre ich weiter. Ab jetzt beträgt die Höchstgeschwindigkeit meistens 80 km/h, und es gibt mehr Ortsdurchfahrten. Um 14:44 sehe ich in der Ferne erstmals kurz "den Berg", und ab 15 Uhr fahre ich darauf zu. Das Navi führt mich zur Ausfahrt eines Parkplatzes (entweder der WoMo-Reiseführer oder das Navi ist ungenau). Ich suche eine Umkehrmöglichkeit und folge bei einem Kreisverkehr dem Wohnmobil-Symbol. Links und rechts tauchen riesige PKW-Parkplätze auf. Einweiser teilen die ankommenden Autos darauf auf. Mir deutet er, geradeaus weiterzufahren. Weiter vorn sehe ich einen Wegweiser zum P8, der für WoMos reserviert ist. Ich ziehe bei der Einfahrt ein Ticket. Der Stellplatz für - glaube ich - 150 Fahrzeuge ist gut besucht, aber es gibt noch ausreichend freie Plätze.

Ich lasse mir Zeit, denn derzeit ist der Klosterberg sicher noch überfüllt. Ich recherchiere im Internet und bei einer französischen Camperfamilie, die neben ihrem WoMo sitzt. Man darf maximal 24 Stunden parken, man könnte aber dann rausfahren und wieder zur Parkplatzeinfahrt kommen, um einen weiteren Tag anzuhängen. 6 bis 24 Stunden Parken kosten für einen Camper im Mai und Juni 23 Euro. Heute ist ein Tag mit einem der höchsten Flutstände des Jahres (kurz nach 21 Uhr), die Brücke wird aber nicht überschwemmt sein.
Kurz vor 17 Uhr breche ich auf, zunächst an den Parkplätzen vorbei, dann am Festland bis zur Brücke und schließlich über die Brücke. Man könnte auch mit einem Bus fahren (kostenlos), aber es ist sehr reizvoll, zu sehen, wie der Berg langsam näher kommt (eigentlich komme ja ich dem Berg näher). In der Gegenrichtung ist eine wahre Völkerwanderung unterwegs. Zum Mont-Saint-Michel marschieren jetzt deutlich weniger Leute. Derzeit herrscht Ebbe, und der Meeresuntergrund ist getrocknet, so dass ich dort herumgehen kann. Es gibt zwei Stadttore. Links führt danach der Weg in Serpentinen bergauf und weiter bis zur Abtei, geradeaus gelangt man in eine schmale Gasse mit Restaurants und Souvenirläden (man kann aber auch links und rechts abbiegen und über Treppen und ein Gewirr enger Wege den Ort erkunden oder auch auf der Stadtmauer gehen). Ich nehme den Eingang links und plötzlich... Merde! Eine Möwe hat ebendiese auf mich fallen lassen und zielgenau das Objektiv meines Fotoapparats sowie mein T-Shirt getroffen. Zum Glück habe ich ein paar Papiertaschentücher eingesteckt, um die Hinterlassenschaft des blöden Vogels einigermaßen zu entfernen. Auf meiner Wanderung entdecke ich u.a. einen kleinen Friedhof und eine Kirche. 10 Minuten nach 20 Uhr beginne ich, langsam wieder über die Brücke zurück zum Festland zu spazieren und immer wieder Fotos zu machen. Der Bereich, wo ich am Abend herumgegangen bin, ist jetzt mit Wasser bedeckt. Ich bin jetzt so weit westlich, dass die Sonne in der Sommerzeit erst um halb zehn untergeht. Kurz danach erreiche ich Ludwig, wo ich eine Dose Bohnen mit Speck wärme und dazu eine Riesenportion Eisbergsalat verspeise. Hier sind ein paar Fotos meiner Besichtigung des Mont-Saint-Michel:




















Mein Weg zum Mont-Saint-Michel:

Meine Route:


Kilometerstand: 1793 km (256 km gefahren).