Die Wettervorhersage hat gestimmt: es regnet.

Ich möchte das ungefähr auf halbem Weg zur Bretagne liegende Schloss Fontainebleau, ein UNESCO-Weltkulturerbe, besichtigen. Allerdings ist es an Dienstagen geschlossen. Ich beschließe daher, mir für die Fahrt dorthin Zeit zu lassen und einen Zwischenstopp in Nancy einzulegen, in dem drei besonders schöne Plätze ebenfalls auf der UNESCO-Welterbeliste stehen. Da der Regen dort erst im Laufe des Nachmittags aufhören soll, habe ich keine Eile. Um 8:30 mache ich mich auf den Weg zum nächsten Lidl. Er hat Montag bis Samstag von 7 bis 21 Uhr geöffnet. Viele Lebensmittel kosten etwas weniger als in Österreich, nicht allerdings das Lidl Magnum-Eis. Laut einer Tafel werden die Autokennzeichen automatisch erfasst, um zu kontrollieren, dass man nicht länger als 90 Minuten parkt.

Am Samstag bin ich nach dem Tanken auf der Suche nach einem Platz, wo ich stehenbleiben und neue Koordinaten ins Navi eingeben kann, ins Dorf Kork gekommen. Da es dort einige schöne Häuser gibt und es gerade nicht allzu stark regnet, möchte ich dort ein paar Fotos machen. Ich fahre rund 7 km und stelle Ludwig beim Friedhof ab (Montag bis Freitag zwischen 9 und 18 Uhr maximal 3 Stunden mit Parkscheibe; außerhalb dieser Zeit sollte eine Übernachtung problemlos möglich sein, zumal der Parkplatz nicht in Park4night eingetragen ist und daher wohl nur selten von WoMos aufgesucht wird).

In Kork gibt es im Ortszentrum einige hübsche Fachwerkshäuser zu sehen.



Ich stelle im Navi ein, dass Mautstraßen vermieden werden sollen, und überprüfe in der Green-Zones-App, dass die Umweltzone Strasbourg für Ludwig nicht gesperrt ist. Das Navi führt mich durch Strasbourg und für ein paar Kilometer auf eine Autobahn. Nach etwas mehr als 50 km erreiche ich um 11:30 die kleine Stadt Bouxwiller. Die Zufahrtsstraße zum Parkplatz aus Park4night ist sehr schmal (das Navi hätte mich besser eine Straße früher nach rechts schicken sollen), ich biege lieber nicht ab und kann wenig später neben der Hauptstraße halten (wie ich später sehe, wäre der Parkplatz sowieso voll gewesen). Da es regnet, koche ich Faschierte Laibchen mit grünem Salat.

Anschließend schnappe ich den Regenschirm und mache einen Spaziergang. Bouxwiller gehört zu den "Petites Cites de Caractere", den kleinen Städten mit Charakter.



Um 13:50 fahre ich weiter. Bis Nancy sind es 125 km - bzw. etwas mehr, denn bald muss ich wegen einer Straßensperre umdrehen und eine andere Route suchen. Anfangs führt der Weg durch Wald und einige Orte, aber den größten Teil der Strecke lege ich bei sehr wenig Verkehr auf vierspurigen Schnellstraßen und der Autobahn zurück. Vor mir wird es heller, und um 15 Uhr verlasse ich die Regenzone. Um 15:45 erreiche ich einen WoMo-geeigneten Parkplatz, wo ich heute übernachten werde. Da hier Parken von 18 bis 10 Uhr gratis ist, werde ich vermutlich nur 90 Cent für zweieinhalb Stunden zahlen müssen.

Um 16:10 breche ich auf. Zuerst folge ich einem Rad-/Gehweg neben einem Kanal bis zu einem großen Park. Durch das Stadttor Porte de la Craffe betrete ich die Altstadt. Die Straße Grande Rue bringt mich zur Basilika Saint-Epvre, deren Tore verschlossen sind. Ich biege links ab. Die langgezogene Place de la Carriere endet bei einem Triumphbogen, durch den man die eindrucksvolle Place Stanislas erreicht. Dieser Platz wurde gemeinsam mit zwei weiteren von der UNESCO mit den Status eines Weltkulturerbes geadelt. Ich marschiere zum Stadttor Porte Saint-Catherine und zur Kathedrale, dann mache ich mich auf den Rückweg, auf dem ich am Stadttor Porte Desilles und an der Kirche Saint-Vincent et Saint-Fiacre vorbei komme. Erleichtert lege ich um 19 Uhr in Ludwig die Füße hoch (seit Strasbourg habe ich Blasen an den Fußsohlen, die sich bei langen Märschen schmerzhaft bemerkbar machen). Während ich mich erhole, könnt ihr einige Fotos anschauen (mehr Aufnahmen findet ihr auf Komoot im Profil von LudwigVan):

















Mein Weg durch Kork:

Mein Weg durch Bouxwiller:

Mein Weg durch Nancy:

Meine Route:


Kilometerstand: 1134 km (188 km gefahren).