Die vierte Reisewoche beginnt recht grau, eine dichte Wolkenschicht verdeckt den Himmel. Die Regenwahrscheinlichkeit soll aber niedrig sein. Die Temperatur beträgt 12 Grad. Als ich den Abfall zur Mülltonne bringe, zähle ich 16 WoMos (inkl. Ludwig van Tourer).

Ich mache mich auf den Weg nach Norden. In Plougrescant versperrt mir bei einem Kreisverkehr ein großer LKW den Weg, ich fahre deshalb halb links und gelange zur Kirche Saint-Pierre (nicht offen).

Ich komme zu einem kleinen Parkplatz aus dem WoMo-Reiseführer, der (auch laut Park4night) nur zwischen 9 und 22 Uhr benützt werden darf (aber wie soll man das wissen, wenn es nirgends eine entsprechende Hinweistafel gibt?).

Doch ich will ohnehin weiter zum Parkplatz beim Le Gouffre. Vor dem Parkplatz mit 1,90 m Höhenbeschränkung gibt es einen weiteren für Fahrzeuge jeder Höhe. Es wird darauf verwiesen, dass Parken nur zwischen 9 und 22 Uhr erlaubt ist. Ludwig ist das erste anwesende Auto.

Ich habe eine Tour aus dem Kompass-Wanderführer bereits gestern in Komoot importiert und auf der Sportuhr gespeichert. Ich werfe mich ins Hiking-Outfit und marschiere um 9:45 los. Kurz hinter dem Parkplatz wartet eines der bekanntesten Fotomotive der Bretagne auf mich: La maison entre deux rochers, das Haus zwischen zwei Felsen. Dem Vernehmen nach lässt die Besitzerin absichtlich ein Auto davor stehen, um die Bilder zu vermiesen (inzwischen zwei Autos, damit immer eines da steht, auch wenn sie weg muss?), und geht juristisch gegen Veröffentlichungen vor (Frankreich sollte dringend die Panoramafreiheit einführen!). Bald danach kommt Le Gouffre, ein Spalt zwischen den Felsen, der bei gutem Wetter allerdings wenig spektakulär ist. Ich gehe den Zöllnerweg entlang. Granitfelsen liegen wahllos verstreut herum, als hätten hier ein paar Trolle gespielt. Bei mehreren kleinen Parkplätzen wird auf das Nachtparkverbot hingewiesen. Ich biege links ab, überquere die Landzunge etwas nördlich von Plougrescant (ich sehe die Kirche) und erreiche wieder das Meer und den Zöllnerpfad. Im Osten lockern die Wolken auf, und um die Mittagszeit wandere ich im Sonnenschein. Es hat jetzt fast 20 Grad, die gleiche Temperatur (mehr oder weniger), die ich an fast allen Tagen in Frankreich bisher hatte. Um 12:45 erreiche ich Ludwig. Nachfolgend Fotos der Wanderung:









Ich gehe nochmals zum Haus zwischen zwei Felsen ...

... und zu Le Gouffre, um sie im Sonnenlicht zu fotografieren.

Kurz vor 15 Uhr fahre ich in Plougrescant an der Kirche vorbei. Ich beschließe, im Tourismusbüro nach Wanderkarten zu fragen, aber es gibt nichts, was nicht in Komoot und der Rother-App besser beschrieben ist. Hier vor dem Gemeindeamt sollte es möglich sein, eine Nacht zu verbringen.

Ich möchte die Kapelle Saint-Gonery mit schiefem Turm besichtigen, aber sie ist geschlossen.

Ich fahre weiter ins Dorf Port-Blanc (Nachtparkverbot für WoMos im ganzen Ortsgebiet von 22 bis 9 Uhr - unsympathisch!) und parke am Hafen.

Auf einem der Felsblöcke, die malerisch in der Gegend herumliegen, wurde eine kleine Kapelle gebaut.

Hinter dem Parkplatz führt eine Treppe zu einer größeren Kapelle.

Auf einem kleinen Parkplatz einige hundert Meter vor dem Leuchtturm! Phare de Nantouar ist Ludwig nicht willkommen (ich stelle ihn neben der Straße ab). Das nächste Mal komme ich mit Ludwig Junior - so tief könnt ihr eure Teppichstangen gar nicht hängen, dass ihr Ludwig Junior aufhalten könntet!

Ich stapfe auf den vom Meer rundgeschliffenen Steinen (laut einem Schild ist das Sammeln von Kieselsteinen verboten) ...

... zum Leuchtturm!

Zurück gehe ich auf der Straße, da kommt man besser voran.

Ich schaue, ob es in der Nähe einen offiziellen Stellplatz gibt. Park4night vermerkt einen im 12 km entfernten Lannion, einer Stadt mit 20.000 Einwohnern. Kurz vor halb sechs treffe ich dort als fünfter Camper ein. Der Stellplatz am Fluss in Treguier ist schöner, aber was soll's - für eine Nacht geht's.

Damit meine Tomaten nicht wieder schimmlig werden, muss ich den Rest der gestern gekauften zu Salat verarbeiten. Dazu esse ich Pasta mit Schinken und Käse-Sauce.

Meine Wanderung beim Haus zwischen zwei Felsen:

Meine Route:


Kilometerstand: 2546 km (45 km gefahren).