Samstag, 13. Mai 2023

Albanien und mehr, Tag 17 (Samstag, 13.5.2023)

Ich habe gut geschlafen und werde von Sonnenschein geweckt. Gestern habe ich vergessen, nach dem WLAN-Passwort zu fragen, wodurch ich von Wettervorhersagen abgeschnitten bin. Ich hole das nach, sobald die Rezeption besetzt ist. Am Abend soll es regnen - Andreas, dieses blöde Italientief, ist auch hier weit im Süden noch aktiv.

Ich will keine Zeit verlieren und breche so wie schon gestern in Richtung Stadtzentrum auf. Einen Teil des Weges kann ich auf eine Promenade für Fußgänger und Radfahrer ausweichen, die am Fluss verläuft. Ansonsten ist alles beim Alten: viele Autos, Chaos vor allem in den Kreisverkehren (im Womo-Reiseführer steht treffend: „in die alle gleichzeitig hineinfahren, sich irgendwo in der Mitte treffen und wie durch ein Wunder löst sich das Knäuel dann auch wieder auf.“), unebene Gehwege. Dazu kommen immer wieder Verkäufer, die am Straßenrand etwas anbieten (das können auch tote Fische, die einfach am Gehsteig abgelegt werden, oder noch lebende Fische in einem kleinen Aqarium sein), und Hunde, die vermutlich niemandem gehören. Besonders interessant: überall ist Vogelzwitschern zu hören, denn an beinahe jeder Hausmauer sind Käfige mit kleinen Piepmatzen aufgehängt (ich weiß nicht, was der Grund dafür ist, und ob es sich um eine Eigenart von Shkodra handelt oder dies in Albanien allgemein so üblich ist). 

Ich sehe eine Western Union-Filiale und wechsle dort 500 Euro in Lek. 1 Euro sind 110 Lek, bzw. 100 Lek sind 90 Cent (wenn man‘s nicht allzu genau nimmt, rechnet man ganz einfach 1 Lek = 1 Cent). Wenig später komme ich an einem (von vielen) Telefon-Shops vorbei, nämlich von Vodafone. Die Angestellte spricht ausgezeichnet Englisch. Für 19 Euro bekomme ich eine Sim-Karte mit 35 GB Daten, die 21 Tage gültig ist. Damit sind die zwei wichtigsten Sachen erledigt, und ich kann mich auf die Stadtbesichtigung konzentrieren. 

Bei einem Kreisverkehr steht links die Parruca-Moschee. Auf der anderen Straßenseite befindet sich ein Park, und halb rechts führt eine Fußgängerzone weg. Es gibt viele Restaurants und Cafes, die auch gut besucht sind. Vorbei an einer Statue von Mutter Teresa mache ich einen kurzen Abstecher zur Franziskanerkirche. Zurück in der Fußgängerzone sehe ich die Ebu-Bekr-Moschee. Dann folge ich einer schmäleren Gasse zur  Stephanskathedrale. Danach gehe ich kurz stadtauswärts und dann rechts, komme erneut zur Ebu-Bekr-Moschee und weiter zum Platz der Demokratie, wo sich auch ein Theater befindet. Ich marschiere noch weiter bis zum Stadion, dann mache ich mich auf den Rückweg.

Vor dem Campingplatz sind aber noch ein paar Höhenmeter zu erledigen. Ich biege nämlich links ab und steige zur Ruine der Burg Rozafa hinauf (Eintritt: 400 Lek). Hier hat man einen schönen Ausblick auf die Umgebung, u.a. auf die Stadt Shkodra und auf den Skutari-See, durch den die Grenze zu Montenegro verläuft. Auf dem Rückweg vollende ich die Umrundung des Burghügels und komme an der Bleimoschee aus dem Jahr 1773 vorbei, an der fleißig gebaut (oder renoviert?) wird.

Zurück am Campingplatz setze ich mich neben Ludwig, um zu entspannen, doch bald schon fallen ein paar Regentropfen. Danach bleibt es bewölkt, und ich bleibe im Auto und schreibe den Blog.

Nachfolgend ein paar Fotos:























Mein Weg durch Shkroda:


Kilometerstand: 1948 km (0 km gefahren, aber mehr als 21.000 Schritte gegangen).