Dienstag, 30. Mai 2023

Albanien und mehr, Tag 34 (Dienstag, 30.5.2023)

Auf dem Parkplatz nahe Butrint haben inkl. Ludwig fünf WoMos übernachtet. Ich stehe um 6:45 Uhr auf. Eine Stunde später breche ich auf.


Die Überfahrt mit der Seilfähre kostet 1400 Lek oder 10 Euro. Ich bezahle in letzterer Währung, da das günstiger ist.


Der Südteil von Albanien ist dünn besiedelt. An der Grenze wird der Zulassungsschein benötigt, und der albanische Beamte tippt Angaben aus meinem Pass am Computer ein. Beim griechischen Grenzposten muss man aussteigen, um den Pass herzuzeigen. Ich wende mich zuerst an den Zoll-Schalter und werde weitergeschickt zum Personen-Schalter. Der Beamte fragt, ob ich nach Griechenland fahre (wohin auch sonst? Aber ich denke, er wollte wissen, ob ich dort Urlaub mache). Ich fahre bei wenig Verkehr weiter nach Igoumenitsa, wo am Ortsrand der Lidl unschwer zu finden ist.


Nach dem ersten Großeinkauf ...


... gehe ich noch einmal rein, um mich mit mehr Getränken zu versorgen. Außerdem passen noch sechs Tüten Eis ins Gefrierfach. Es ist eine angenehme Abwechslung, wieder einmal mit der Bankomatkarte bezahlen zu können.


Nach dem Besuch einer Tankstelle (1 Liter Diesel kostet 1,485 Euro) verlasse ich Igoumenitsa. Um 12:30 reise ich aus Griechenland aus (aussteigen und Pass beim Schalter kurz herzeigen) und in Albanien ein (Pass und Zulassungsschein aus dem Autofenster reichen; der Beamte tippt fleißig Daten in den Computer ein). Auf der guten Straße SH97 (sieht man davon ab, dass für ein paar Kilometer die oberste Asphaltschicht noch nicht aufgebracht wurde) östlich von Butrint und Ksamil geht es nach Norden, in Richtung der üblichen Nachmittags-Gewitterwolken. Im Dorf Livadhja fallen einige Tropfen, ich lasse die Regenwolke aber rasch hinter mir. Das Navi bringt mich mal wieder nicht genau zu dem im Womo-Reiseführer angegebenen Punkt. Egal, ich habe heute eh noch kaum Schritte gemacht. Ich stelle Ludwig neben der Straße ab ...


... und gehe zum renovierungsbedürftigen Kloster Mesopotam.


Zuerst sieht es so aus, als wäre es geschlossen, aber der Pförtner ist anwesend und lässt mich hinein. Wenn ich ihn richtig verstehe, stammt das Kloster aus dem 11. Jahrhundert. Ich bedanke mich für die Privatführung mit einer kleinen Spende.


Es hat 29 Grad bei hoher Luftfeuchtigkeit - schon wenige hundert Meter Fußweg führen dazu, dass mir der Schweiß in Strömen herunterrinnt. Links und rechts vor mir ist Donner zu hören. Ich darf mich bei dieser Wetterlage nicht allzu weit von Ludwig entfernen. Nicht ganz 10 km sind es bis zum neuen kostenpflichtigen Parkplatz, von dem aus man zur Karstquelle Syri i Kalter gehen kann.


0 bis 3 Stunden kosten 200 Lek, 3 bis 4 Stunden 300 Lek, und 8 bis 24 Stunden 800 Lek. Ich frage mich, wieviel man zahlen muss, wenn man 4 bis 8 Stunden bleiben möchte.


Es donnert, und an mindestens zwei Seiten von meinem Standort regnet es. Ein Spaziergang zur Quelle, die 2 km entfernt liegt, könnte leicht dazu führen, dass ich nass werde. Ich beschließe, hier zu übernachten. Entweder verziehen sich die Regenzonen, so dass ich noch am Abend zur Quelle marschieren kann, und/oder ich mache den Ausflug morgen früh.


Kurz nach 15 Uhr fallen die ersten Tropfen, und bald darauf schüttet es. Gut, dass ich in Ludwig im Trockenen sitzen kann. Ich beobachte einige Besucher der Karstquelle, die komplett durchnässt zu ihrem Auto laufen. Einige andere gehen nur, da es eh schon egal ist.


Nach nicht ganz zwei Stunden ist das Gewitter weiter gezogen, und die Temperatur ist auf angenehme 20 Grad gefallen. Ich packe zur Sicherheit einen Regenumhang ein und mache mich auf den Weg. Kurz hinter dem Parkplatz können auch ein paar Autos stehen (für 200 Lek). Hier befindet sich eine Schranke, wo pro Besucher 50 Lek (also weniger als 50 Cent) kassiert wird.


Für diesen Kostenbeitrag wurde ein schöner Rad- und Fußweg gebaut ...


... sowie eine Toilette, in der allerdings kein Klopapier vorhanden ist. Außerdem ist eine der Klomuscheln kaputt (Vandalen und Idioten gibt es leider überall auf der Welt).


Nach zwei Kilometern erreiche ich die Quelle. Hier warten zwei Restaurants und ein Souvenirstand auf Kunden.


Über eine Brücke gelange ich zur Quelle, ...


... die wegen ihrer türkisen Farbe übersetzt „Blaues Auge“ heißt.


Auf dem Rückweg gelingt es der Sonne, die Wolkendecke zu durchdringen.


Ich verspeise heute die letzten von zu Hause mitgebrachten Faschierten Laibchen (ich habe sie aufgehoben, bis ich wieder einmal Salat habe). Zuvor muss ich die Sicherung des Anschlusses der Gasflasche hineindrücken (mir ist nicht bewusst, wo es passiert sein kann, dass sie herausgesprungen ist).


Mein Spaziergang zum „Blauen Auge“:


Meine Route:



Kilometerstand: 3147 km (121 km gefahren).