Donnerstag, 11. Mai 2023

Kroatien und mehr, Tag 15 (Donnerstag, 11.5.2023)

Wann immer ich in der Nacht kurz munter werde, regnet es. Ich bleibe bis nach 8 Uhr im Bett. Nach dem Frühstück schaue ich Wettervorhersagen im Internet an. In Krk besteht zwar die Möglichkeit, dass es um die Mittagszeit vorübergehend trocken bleibt (ohne Regenschutz sollte man wohl dennoch nicht unterwegs sein), aber das Italientief Andreas bringt (so wie in Österreich) weiterhin relativ kühles und vor allem feuchtes Wetter. Was aber besonders schlecht ist: die 14-Tagen-Vorhersagen (die natürlich recht ungenau sind) behaupten in der Mehrzahl, dass es so unbeständig bleiben wird. An Wanderungen ist bei solchen Verhältnissen eher nicht zu denken. Aber ich bin ja flexibel, und deshalb beschließe ich, meine Routenplanung völlig umzustoßen und möglichst weit in den Süden zu fahren, das heißt, aus „Kroatien und mehr“ soll „Albanien und mehr“ werden (für Albanien habe ich zwar wenig geplant, aber immerhin einen WoMo-Reiseführer dabei). Und wenn‘s mit dem Wetter besonders schlecht ausschaut, könnte ich ja gleich nach Griechenland ausweichen. Gesagt, getan - ich bezahle meine Campingplatz-Rechnung (37,06 Euro für zwei Nächte) und verlasse um 10:45 die Stadt Krk (apropos Camping Bor: an sich recht nett, aber das Wasser zum Duschen war von der Temperatur her gerade noch erträglich, da zu kühl).


Kurz vor der Brücke aufs Festland gibt es auf beiden Straßenseiten Parkplätze. Ich stoppe hier, doch leider hat man dort keinen Blick auf die Brücke.


Nun geht es an der Küste entlang, wobei die Höchstgeschwindigkeit meistens auf 60 km/h beschränkt ist. In Senj biege ich in die Berge ab (die Straße führt in Richtung Plitvicer Seen). Ich habe bergauf Mühe, einen großen LKW vor mir nicht aus den Augen zu verlieren. Bergab hängt er mich ab, weil er die Geschwindigkeitsbeschränkungen in Ortsgebieten nicht einhält. Gegen 13 Uhr sehe ich ein Schild, dass es in Otocac einen Lidl gibt. Ich halte dort, kaufe Baguette und esse Sardinen. Da ich auf der Weiterfahrt in die Nähe von Bosnien kommen werde, schalte ich beim Komoot-Handy die mobilen Daten aus. Beim iPhone und beim iPad deaktiviere ich die automatische Netzbetreiber-Auswahl.


Ich könnte nun die Autobahn nehmen, doch die zwei Stunden Zeitersparnis bis Dubrovnik sind mir die Maut nicht wert. Wie sich herausstellt, ist die Route via Gospic, Gracac, Knin und Sinj keine schlechte Wahl: die Straßen sind gut ausgebaut (nur an wenigen Stellen etwas holprig), es sind wenige Autos unterwegs, und da die Gegend dünn besiedelt ist, kann man öfters mit 80 oder sogar 90 km/h fahren. Gegen 19 Uhr beginne ich mich in Park4night nach einem Übernachtungsplatz umzusehen. Nicht weit von mir gibt es einen Parkplatz bei einigen mittelalterlichen Grabsteinen. Allerdings liegt er direkt an der Hauptstraße. Dort ist zwar nicht viel Verkehr (und in der Nacht wird es noch weniger sein), aber die Autos rasen mit 90 und mehr vorbei. Später sehe ich übrigens, dass diese Grabsteine (von denen es am Balkan noch mehr gibt) auf der UNESCO-Weltkulturerbe-Liste stehen.


Ich fahre weiter zum nächsten Park4night-Stellplatz. Er liegt bei der Kirche des kleinen Dorfs Lokvicici, und bis auf das Läuten der Kirchenglocken dürfte es hier sehr ruhig sein (bei den meisten Häusern ist kein Licht zu sehen). Ich beschließe, hier zu bleiben, auch wenn der Parkplatz leicht schräg ist. Da ich noch 7000 Schritte zu machen habe, folge ich zuerst der Straße in Richtung Dorf (das etwas oberhalb eines Sees liegt) und dann einem Wegweiser mit der Aufschrift „Sv. Ana“. Letzteres stellt sich als eine kleine Kirche bei einem Friedhof heraus, wo man ebenfalls übernachten könnte (es sind keine Wohnhäuser in Sichtweite).


Meine 7000 Schritte in Lokvicici:


Meine Route:


Kilometerstand: 1588 km (387 km gefahren).