Dienstag, 23. Mai 2023

Albanien und mehr, Tag 27 (Dienstag, 23.5.2023)

Aufstehen um 6:45. Abfahrt aus Berat um 8:00.


Das Navi will mich ständig nach links in die Stadt lotsen, es kennt die neue Straße nicht. Zum Glück zeigen Wegweiser die Richtung nach Polican, an denen kann ich mich orientieren. Die Straße wird allmählich schlechter. Ab und zu tauchen Schlaglöcher im Asphalt auf. Durch die vielen Kurven kann man aber ohnehin nicht schneller als 30 bis 40 km/h fahren, manchmal sogar nur 20, so dass es leicht ist, den Löchern auszuweichen.


In Corovode kommt das Navi völlig durcheinander. Es will mich dauernd zu einem Punkt auf der (in meiner Fahrtrichtung) rechten Seite des Flusses Osum führen, die Straße verläuft laut Karte im Womo-Reiseführer sowie laut Pocket Earth jedoch links. Die Felswände des Osum-Canyons sind erstmals zu sehen.


Eine Bar bei einem Aussichtspunkt hat noch geschlossen, deshalb kann ich nicht stehen bleiben. Ich erreiche eine Tekke, eine Art Kapelle, deren Foto im Reiseführer zu finden ist. Ich bin zweifellos auf dem richtigen Weg.


Kurz danach folgt ein weiterer Aussichtspunkt. Die Einbuchtung der Straße läßt hier maximal zwei Fahrzeuge halten - viele sind aber sowieso nicht unterwegs.


Laut einer Legende soll eine Braut in diesem tiefen Loch verschwunden sein:


Bald danach kommt eine Abzweigung zu einer Brücke. Ich fahre nicht hinunter, sondern bleibe auf einer weitgehend ebenen Fläche neben der Straße stehen.


Ich beginne eine Wanderung entlang des Osum-Canyons. Dazu überquere ich den Fluss auf der erwähnten Brücke.


Ich folge einem Pfad, der hin und wieder einen Blick auf die Steilwände des Canyons bietet. 


An ein paar Stellen ist der Weg matschig. Es gelingt mir aber, über Steine zu balancieren, ohne in den Schlamm zu treten.


Später marschiere ich auf einer unbefestigten Straße. Ein Geländefahrzeug ist hier sicher von Vorteil.


Eine Regenwolke lässt mich befürchten, dass ich diese Wanderung nicht trocken beenden werde. Tatsächlich beginnt es kurz vor Corovode zu nieseln, hört aber bald wieder auf. Ich treffe auf die Straße, die ich mit Ludwig gefahren bin. Ich überquere den Fluss Osum und marschiere nun entlang dieser Straße.


Eine besonders dunkle Regenwolke und Donnergrollen machen mir Sorgen, dass ich in ein Gewitter geraten werde. Ich erreiche die Bar bei einem Aussichtspunkt, die am Morgen noch geschlossen war. 


Eine Aussichtsplattform ...


... ermöglicht es, den Canyon von hier besonders gut zu sehen.


Etwas später hält ein alter Mercedes neben mir. Der Fahrer, der nur albanisch spricht, bietet mir an, mich mitzunehmen. Angesichts des drohenden Regens nehme ich dankbar an. So kann ich die letzten vier Kilometer der Wanderung im Sitzen absolvieren (das Gewitter zieht übrigens ab - ich wäre nicht nass geworden, auch wenn ich die komplette Tour zu Fuß gegangen wäre). Nach einer kurzen Rast fahre ich zum - laut Womo-Reiseführer - Ende der Asphaltstraße. Dort befindet sich ein Parkplatz mit Blick auf den Canyon. Leider eignet er sich nicht optimal für eine Übernachtung, da er etwas geneigt ist.


Dann erlebe ich eine Überraschung: eine breite, offenbar erst kürzlich gebaute Asphaltstraße führt mich (und einen Anhalter) bis in das Dorf Rog. Hier endet der Neuausbau, und ich drehe um ...


... und kehre zu der Parkfläche bei der Brücke zurück, wo ich die Wanderung begonnen habe. Dies wird mein heutiger Übernachtungsplatz.


Meine Wanderung (mit Autofahrt auf den letzten vier Kilometern):


Meine Route:



Kilometerstand: 2551 km (74 km gefahren).