Um 8 Uhr fahre ich los. Nach 25 km stelle ich Ludwig kurz hinter dem Dorf Bogove am Straßenrand ab. Hier habe ich in Komoot eine Wanderung gefunden, die zu einem Wasserfall führt.
Zuerst gehe ich eine asphaltierte Straße bis zu einer Wasserabfüllfabrik (die Rohre, die man später neben dem Weg sieht, leiten wohl das Wasser aus den Bergen).
Bald danach glaube ich, dass die Wanderung schon wieder zu Ende ist, denn die Komoot-Tour möchte, dass ich den Bach auf einem Rohr balancierend überquere.
Es gibt aber auch einen Forstweg mit Betonbrücken.
Nach rund zweieinhalb Kilometern ...
... erreiche ich den kleinen Wasserfall.
Jetzt führen ein sehr steiler Betonweg und danach eine Treppe bergauf. Auf der untersten Stufe liegt ein Hund, der friedlich wirkt. Plötzlich springt er auf, beginnt wild zu bellen, fletscht die Zähne, rennt auf mich zu und schnappt nach meinem Unterschenkel, zeigt wieder knurrend sein Gebiss. Ich wende den Blick ab, rede beruhigend auf ihn ein (ob er Deutsch versteht?), lege langsam den Rückwärtsgang ein. So wird aus der beabsichtigten Rundwanderung ein Hin und Zurück.
Aber immerhin kann ich dadurch ein Auto mit der Aufschrift „Tonis Hähnchengrill - Oh, wie frisch!“ fotografieren.
Um 10:30 bin ich bei Ludwig zurück. Nachdem ich mich umgezogen und etwas gerastet habe, esse ich um 11 ein paar Brote mit Aufstrich. Zwiebeln habe ich derzeit keine.
Um 12 breche ich wieder auf. Nach 50 km Lenkradkurbeln ist es hinter Berat eine angenehme Abwechslung, wieder auf einer Straße mit wenigen Kurven unterwegs zu sein. Mein Ziel ist das Dorf Kolonja, wo auf einem Hügel das orthodoxe Kloster Ardenica errichtet wurde. Der Parkplatz ist klein, deshalb stelle ich Ludwig daneben auf eine Schotterfläche.
Der Eintritt ins Kloster beträgt 100 Lek. Dafür bekomme ich auch eine Broschüre in deutscher Sprache.
Das Kloster stammt wahrscheinlich aus dem 13. oder 14. Jahrhundert. Die Kirche wurde später gebaut, nachdem eine frühere vermutlich von einem Erdbeben zerstört wurde.
Fotografieren im Inneren der Kirche (wo es sehr dunkel ist, vielleicht um die Fresken zu schützen) ist nicht erlaubt. Als ich das Gebäude von außen knipsen will, bemerke ich, dass sich der Fotoapparat mit dem Weitwinkelobjektiv nicht einschalten lässt. Es gab schon in den letzten Wochen diesbezügliche Probleme, er funktionierte nur mit den neuen Akkus, aber jetzt muss ich ihn wohl zur Reparatur bringen, wenn ich wieder in Österreich bin.
Zur Feier der vierwöchigen Reise werde ich heute in einem Restaurant zu Abend essen. Dazu fahre ich etwas mehr als einen Kilometer zum Weingut Albanica, das im Womo-Reiseführer empfohlen wird.
Man kann am ebenen Parkplatz unterhalb des Hauses übernachten (es sind 6 Wohnmobile da; es hätten doppelt so viele Platz, aber dann wäre es schon sehr eng). Es gibt ein Häuschen mit zwei Toiletten, einer Dusche (ob das Wasser warm ist, habe ich nicht probiert) und einem Waschbecken (ohne Spiegel, was das Rasieren erschwert).
Ich hole den Campingstuhl (und bald auch den Sonnenschirm, denn heute bleibt das Wetter schön - liegt vielleicht auch daran, dass ich nun wieder in Küstennähe bin) aus Ludwig, relaxe, schreibe den Blog, lese im Internet Zeitung, schmökere im Reiseführer und plane in Komoot ein paar Wanderungen. Außerdem fülle ich den Wassertank.
Mein Abendessen: zuerst Halloumi, ...
... dann Meatballs mit Erdäpfeln (eine Riesen-Portion), ...
... und zum Sonnenuntergang einen Espresso. Preis inkl. Trinkgeld: 1650 Lek.
Meine Wanderung zum Wasserfall und dem gefährlichen Hund:
Meine Route:
Kilometerstand: 2663 km (112 km gefahren).