Ich breche um 5:30 auf. Herrlich, bei fast keinem Verkehr durch eine albanische Stadt zu fahren! Bald lasse ich Durres hinter mir. Die nach Süden führende SH4 ist meistens vierspurig ausgebaut, und bis auf gelegentliche kleine Unebenheiten (und einmal einem üblen Schlagloch, dem ich zum Glück ausweichen kann) gut zu fahren. Ich verlasse die SH4 nach rechts in Richtung Küste. Um 6:40 erreiche ich den Eingang des Divjaka Nationalparks. Auf dem Parkplatz dürfte man gut übernachten können (ein PKW mit Dachzelt hat das getan).
Als ich Wasser für einen Kaffee erhitzen will, bemerke ich, dass das Gas nicht funktioniert. Bei einer der Rumpelstellen ist die Sicherung des Anschlusses der Gasflasche herausgesprungen (das könnte auch schon gestern bei der Fahrt nach Durres passiert sein). Ich drücke die Sicherung wieder hinein und frühstücke. Danach fahre ich einen Kilometer weiter zum Besucherzentrum des Nationalparks.
Das Nationalparkzentrum soll nach Auskunft eines dort sitzenden Mannes um 10 Uhr öffnen. So lange will ich nicht warten. Ich fotografiere einen Pelikan, ...
... packe den Rucksack und marschiere los. Einige Wanderwegweiser zeigen in Richtung eines Holzstegs, ...
... auf dem man durch das Feuchtgebiet gehen kann.
So komme ich zum Nationalparkeingang. Hier fehlen jedoch jegliche Wegmarkierungen, und auch in Komoot und Pocket Earth sind keine Pfade eingezeichnet. Ich folge also auf gut Glück einem Waldweg ...
... bis zu einem Kanal. Hier wende ich mich nach links.
Nach etwas mehr als fünfeinhalb Kilometern begegne ich einer Schildkröte.
Ich gehe am Kanal entlang. Es wurden einige Fischfangvorrichtungen gebaut.
Der weitere Weg ist überschwemmt. Wahrscheinlich könnte ich den Bereich im Gras umgehen, aber letzten Endes komme ich dort in eine Sackgasse, wo der Kanal in einen See mündet. Ich weiß nicht, ob ich den See umrunden kann, und drehe deshalb um.
Ein Waldweg bringt mich zum Holzsteg zurück, wobei ich in der Ferne ein paar Tiere sehe, bei denen es sich um Wildschweine handeln könnte. Sie verschwinden aber im Unterholz, als sie mich bemerken.
Kurz nach 12 bin ich wieder beim Besucherzentrum. Der Aussichtsturm ist nun geöffnet.
Ich zahle die Eintrittsgebühr von 100 Lek und steige 229 Stufen hinauf.
Danach fahre ich zum Parkplatz beim Eingang des Nationalparks, wo ich Faschierte Laibchen mit Tomatensalat koche. Anschließend setze ich mich neben Ludwig, lese Zeitung und schreibe den Blog. Lästige winzige Mücken umschwirren mich und lassen sich auch von Insektenschutz-Spray nicht vertreiben.
Um 15:15 mache ich mich wieder auf den Weg. Es fallen ein paar Regentropfen, aber maximal eine Minute lang. Ich bin auf der Suche nach einem Übernachtungsplatz in der Nähe von Tirana. Morgen möchte ich wieder früh aufstehen und in Albaniens Hauptstadt fahren, solange noch wenig Verkehr ist (wobei an einem Sonntag sowieso weniger los sein sollte als an Wochentagen). In Park4night habe ich einen interessanten Spot auf einer Bergkette südöstlich von Tirana entdeckt. Ich fahre auf einer guten Straße bis zur Industriestadt Elbasan. Das Navi will mich zweimal auf nicht asphaltierte Abkürzungen schicken, die nur mit einem Geländewagen zu meistern wären. Beim zweiten Mal ist es etwas eng, um umzudrehen, aber ein netter junger Albaner deutet mir, wie weit ich zurück und wieder nach vor fahren kann - herzlichen Dank! Ich erreiche die korrekte Abzweigung. Die SH3 ist gut ausgebaut. Sie windet sich in Serpentinen nach oben zu zwei kleinen Dörfern. Ich mache einen kurzen Stopp, um Elbasan von oben zu fotografieren.
Der Übernachtungsplatz ist eine etwas unebene Fläche neben der Straße. Leider liegt Müll herum.
Beim Zurückschieben gerate ich versehentlich in den Matsch.
Meine Wanderung im Divjaka-Nationalpark:
Meine Route:
Kilometerstand: 2332 km (147 km gefahren).