Nach einem weiteren Aussichtspunkt ...
... komme ich am Parkplatz oberhalb des Dorfes Valun an (laut Reiseführer gebührenpflichtig, ich sehe aber diesbezüglich nichts; vielleicht wird nur im Sommer kassiert). Weiterfahren in den Ort ist nur für PKWs und nur zum Ein- und Ausladen gestattet.
Ich werfe mich ins Wander-Outfit und gehe eine steile Straße (18 Prozent Gefälle) hinunter zum kleinen Hafen. Hier dürfen PKWs parken, für größere Fahrzeuge ist kein Platz.
In Valun wurde vor fast vier Jahrzehnten die TV-Serie „Der Sonne entgegen“ gedreht.
Bei der Kirche beginnt die Rundwanderung nach Lubenice, deren GPS-Track ich in der Rother-App runtergeladen und in Komoot importiert habe. Ich marschiere um 10:25 los.
Im Gegensatz zur vorgestrigen Veli-Losinj-Wanderung, bei der der größte Anstieg am Ende zu überwinden war, fallen bei dieser Tour 380 Höhenmeter auf den ersten drei Kilometern an. Danach kommen nur noch wenige Bergauf-Abschnitte mit maximal 20 Höhenmetern. Notiz an mein zukünftiges Ich: wenn möglich, Wandertouren immer in jener Richtung gehen, bei der der anstrengendste Abschnitt am Anfang liegt!
Wie häufig auf Cres/Losinj, führen die Wanderwege an Steinmauern entlang, wobei man sich beim Gehen auf grobem Schotter ständig darauf konzentrieren muss, wohin man seine Füße setzt.
Um 11:30 tauchen die Häuser von Lubenice auf.
Das Dorf hat nur wenige ständige Bewohner, ist aber ein sehenswertes Touristenziel - einerseits aufgrund seiner Lage 380 m über dem Meer, andererseits aufgrund der Reste von mittelalterlichen Befestigungsanlagen.
Bei einem Brunnen kann man seine Wasservorräte ergänzen. Ich kann darauf verzichten, da ich ausreichend Wasser im Rucksack eingepackt und noch nichts davon getrunken habe.
Unterhalb von Lubenice liegt ein schöner Strand. Wer ihn nicht auf dem Seeweg besucht, muss allerdings 380 Höhenmeter hinunter und vor allem auch wieder hinauf steigen. Einen solchen Abstecher überlasse ich der jüngeren Generation - Fotos des Strands kann ich mir ja auch im Internet ansehen.
Es gibt zwei oder drei Restaurants sowie ein Schafzucht-Museum.
Kurz vor dem Ortsende ...
... steige ich zu einem Aussichtspunkt mit Teleskop hinauf. Hier lege ich um 11:45 eine viertelstündige Pause ein, esse einen Apfel und trinke zwei Drittel meines Wasservorrats (da ich nun fast nur noch bergab gehen muss, ist das vertretbar).
Von Valun bis Lubenice habe ich etwas über vier Kilometer zurückgelegt. Der Bogen des Rückwegs ist fast 8 Kilometer lang und führt meist leicht bergab. Ein wildes Tier verstellt mir den Weg. Wir starren einander an. Nach einem Schuss mit der Kamera gibt es sich geschlagen und läuft seitlich davon.
Ich passiere das Dorf Pernat.
Erst auf den letzten zwei Kilometern geht es etwas steiler hinunter ...
... und einmal an einem Hang entlang - hier ist Trittsicherheit sinnvoll, auch wenn man nicht weit fallen würde, da die Büsche einen allfälligen Sturz aufhalten würden.
Bei der Kirche von Valun endet die Tour. Danach muss ich noch zahlreiche Stiegen nach oben schnaufen, um Ludwig zu erreichen.
Ich raste mich eine Weile aus, esse dann ein Eis und fahre zum Campingplatz zurück. Nach dem Duschen setze ich mich in den Schatten (da weit und breit kein anderes WoMo steht, kann ich dafür problemlos das „Nachbargrundstück“ verwenden), schreibe den Blog und lese in den Reiseführern.
Da ich zu Mittag nur einen Apfel hatte, esse ich am Abend zwei Portionen Kaiserschmarren mit Apfelmus.
Eine orangefarbene Sonne versinkt im Meer.
Meine Wanderung von Valun nach Lubenice:
Meine Route:
Kilometerstand: 1043 km (52 km gefahren).