Die Fahrt durch Vlora verläuft ohne Probleme (nur auf einige tief eingebaute Kanaldeckel muss man aufpassen), erstens weil man immer nur der Strandpromenade folgen muss und zweitens weil noch verhältnismäßig wenig Verkehr ist. Trotzdem muss man sich natürlich aufs Fahren konzentrieren. Aus den Augenwinkeln sehe ich ein Obstgeschäft, dann einen Spar und etwas später einen anderen Supermarkt - aber wie immer keine Möglichkeit, in der Nähe zu parken. Bei einer Tankstelle wird Ludwig mit Diesel um 179 Lek pro Liter gefüttert („No card, only cash“, sagt der Tankwart gleich - eine Tankstelle mit Kreditkartenzahlung gibt es wahrscheinlich in ganz Albanien nicht). Die Straße führt nun an der Küste entlang, mit einer Halbinsel, die nach rechts ins Meer hinaus ragt. Ob die vielen Hotels zumindest im Sommer einigermaßen ausgelastet sind?
Dann: ein Mini-Markt, wo Ludwig tatsächlich Platz hat! Die Auswahl ist nicht groß (vor allem kein Gemüse und kein Obst), aber immerhin bekomme ich Bratwürste und Brot. Der Verkäufer fragt, woher ich komme, und spricht ein paar Worte Deutsch („Danke“, „Wiedersehen“).
Heute muss mein Glückstag sein: ein Mini-Markt, wo ich im Vorbeifahren auch Obst entdecke! Tomaten gibt es leider nicht, aber immerhin kann ich ein paar Bananen kaufen. Während ich einen Absatz im Blog schreibe, fahren innerhalb von 5 Minuten die gleiche Anzahl Wohnmobile vorbei. Eindeutig zu viele Touristen unterwegs!
Die Straße ab Orikum ist einige Kilometer breit und neu, danach wird gebaut, obwohl auch die alte Trasse nicht schlecht ist (abgesehen von ein paar Stellen, die ausgebessert werden müssten). Öfters sehe ich Schotterflächen neben der Straße, wo man vermutlich übernachten kann (in der Nacht sind sicher nicht viele Fahrzeuge unterwegs).
Ich fahre die Llogara-Passstraße bis zum Besucherzentrum des Nationalparks (geschlossen ohne Angabe von Öffnungszeiten).
Gleich dahinter befindet sich ein Parkplatz.
Ich habe von hier ausgehend zwei Wanderungen in der Rother-App gefunden und in Komoot importiert. Ich beschließe, die kürzere zum Cäsar-Pass zu gehen. Komoot stuft die Tour als schwer ein, aber die einzige Schwierigkeit besteht darin, einmal eine kurze Leiter hinaufzusteigen. Ansonsten ist sie einfach zu gehen und auch durchgehend farbmarkiert. Nachfolgend ein paar Fotos;
Als Mittagessen gibt es heute Yfood (Sorte „Happy Banana“) und dazu eine Banane.
In dieser Gegend soll man den besten Honig Albaniens kaufen können. Manche Bienen haben sich auf Salbei spezialisiert, andere auf Pinien.
Um 13 Uhr fahre ich weiter. Nach rund drei Kilometern ist die Passhöhe des 1027 m hohen Llogara-Passes erreicht.
Ich halte bei einem Monument.
Etwas später kommt ein Aussichtspunkt. Im Dunst ist die griechische Insel Korfu zu erahnen. (Übrigens: der im Womo-Reiseführer erwähnte Aussichtspunkt bei einem verfallenen Gebäude zwei - lange - Serpentinen weiter unterhalb bietet keine Möglichkeit zum Halten mehr, da Leitschienen die Zufahrt zur Schotterfläche neben der Straße verunmöglichen).
Ich fahre bis ans Meer bei Plazhi Palase, weil dort eine potenzielle Wanderung ihren Ausgang nimmt. Dort wurde ein riesiges Luxus-Ferienresort gebaut. Die einzige Möglichkeit zu parken ist auf einem mit Schranken abgesicherten Parkplatz, der laut Park4night 2000 Lek für 24 Stunden kostet. Da Luxus-Hotelanlagen nicht so mein Ding sind, verzichte ich darauf. Etwas weiter oberhalb befindet sich eine riesige Baustelle, hier wird an der neuen Straße gebaut, die auf der Nordseite des Passes begonnen wurde (ich vermute, dass ein Tunnel unter dem Llogara-Pass geplant ist). Einige Kilometer der Straße sind für den Verkehr freigegeben, auch wenn noch eine weitere Asphaltschicht aufgetragen werden muss. Das Navi und Google Maps kennen diese Straße klarerweise nicht (in der Komoot-Karte ist sie jedoch schon eingezeichnet). Ich fahre sie hin und wieder zurück und dann auf der „alten“ Straße (die gut ausgebaut ist) weiter bis zu einer Haltebucht in Dhermi.
Ich unternehme einen Spaziergang durch diesen hübschen Ort, ...
... der mich zu fünf Kirchen und Kapellen führt.
Die Kirche ganz oben ist offen, so dass ich die Fresken bewundern kann.
Eine Straße zu einem kostenpflichtigen Parkplatz in der Nähe eines Klosters ist einspurig mit gelegentlichen Ausweichstellen. Zum Glück kommt mir bei Hin- und Rückfahrt nur einmal ein Auto entgegen. Ich fahre als nächstes die Stichstraße nach Jala. Aus der Ferne sieht es recht nett aus, aus der Nähe betrachtet gibt es aber nicht viel her.
Nun mache ich mich auf den Rückweg - mit einem weiteren Abstecher zum Meer (Dhermi Beach, ebenfalls nichts Besonderes). Ich werde auf dem Parkplatz beim Nationalpark-Zentrum nächtigen. Als ich ankomme, beginnt es zu regnen. Da ich keinen Salat habe, koche ich Bratwürste mit Reis und Senf.
Meine Wanderung im Llogara-Nationalpark:
Mein Weg durch Dhermi:
Meine Route (ohne die Straße, die Google Maps nicht kennt):
Kilometerstand: 2898 km (127 km gefahren).