Samstag, 13. Mai 2023

Kroatien bzw. Albanien und mehr, Tag 16 (Freitag, 12.5.2023)

Bis auf ein Gewitter war es in der Nacht völlig ruhig. Die Kirchenglocken beginnen erst um 6 wieder zu läuten. Ich bleibe bis 7 im Bett und versuche mich dann im Internet über albanische Sim-Karten zu informieren. Wahrscheinlich ist es am besten, zunächst einen Campingplatz anzufahren und dort zu fragen.


Um 7:45 fahre ich ab. Die Straßen sind heute deutlich schlechter als gestern. Wenn man die Autobahn vermeiden will, sollte man ab hier wohl besser die Küstenstraße nehmen. Kurz hinter Vrgorac halte ich um 9:15 bei einem Picknickplatz und frühstücke.


Die Straße führt nun über ein paar Serpentinen in eine Ebene hinunter.


Kurz nach halb 11 erreiche ich bei Ploce die Küstenstraße - auch wenn sie in dieser Gegend ein Stück abseits der Küste verläuft. Bis Dubrovnik sind es noch knapp 100 km.


Eine neue Brücke auf die Halbinsel Peljesac erspart jetzt die Passage durch Bosnien. Davor wurde ein Parkplatz mit Blick auf das Bauwerk angelegt. Dahinter geht es auf der neu gebauten Straße flott dahin.


Eine Viertel Stunde nach Mittag erreiche ich Dubrovnik. Da das Wetter schön ist (und heute vermutlich auch so bleiben wird), habe ich eine eventuelle Parkmöglichkeit aus Park4night ins Navi programmiert. Aber dort tatsächlich parken zu können (noch dazu mit einem WoMo), entspricht einem Lottosechser. Ich fahre weiter, bis ich hinter Dubrovnik einen Wegweiser zu einem Lidl entdecke. Dort kaufe ich eine Kleinigkeit und esse zu Mittag.


Ich beschließe, heute noch nach Albanien zu fahren. Obwohl es bis zu einem Campingplatz in Shkodra nur noch 170 km sind, veranschlagt Google Maps dafür mehr als 4 Stunden (wahrscheinlich wird es mit Grenzaufenthalten und Fahrt mit einer Fähre noch deutlich mehr werden). Ich lege Pass und internationale Versicherungskarte bereit. Bald nach 14 Uhr bin ich am kroatischen Grenzposten. Ich weiß nicht, ob ich mich auf der Spur für PKWs oder für kleine Busse einordnen soll, und entscheide mich für letztere. Dort sitzt kein Beamter. Nach drei Minuten kommt einer und fragt, ob ich ein Bus bin. Ich entschuldige mich - mit dem entsprechenden Schild sind offenbar doch nur große Busse gemeint. Er kopiert den Pass und wünscht gute Reise. 300 m weiter muss ich hinter drei PKWs ein paar Minuten warten, bis ich beim montenegrinischen Grenzbeamten an der Reihe bin. Er will den Zulassungsschein sehen, nicht aber die internationale Versicherungskarte, und gibt mir einen Stempel in den Pass. Damit bin ich in Montenegro eingereist. Noch 130 km bis Shkodra.


Der erste Eindruck von Montenegro: viel Verkehr und keine Möglichkeit, an schönen Stellen irgendwo am Straßenrand stehen zu bleiben. Ich fahre zur Fähre nach Kamenari, mit der man eine Engstelle vor der inneren Bucht von Kotor überqueren und so die Umfahrung der Bucht vermeiden kann. 150 m vor mir steht ein Ticketschalter. Eine Fähre läuft gerade ein. Ich überlege, ob es sich ausgeht, rasch dorthin zu gehen, um eine Fahrkarte zu kaufen, und entscheide mich dafür. Die Überfahrt kostet 10,50 Euro (davon 1,82 für mich). Eigentlich hätte ich mich nicht beeilen müssen, denn die Fähre ist relativ klein. Ich habe erst auf der dritten Platz (aber sie fahren immerhin ziemlich häufig). Um 15:50 verlasse ich auf der anderen Seite der Meerenge das Schiff. Noch 112 km bis Shkodra.


Wieder führt mich der Weg zunächst bei viel Verkehr durch Städte. Habe ich schon einmal geschrieben, wie sehr ich Kreisverkehre mit zwei Spuren hasse? Aber inzwischen komme ich damit einigermaßen zurecht. Jedenfalls bin ich froh, wann immer ich Stadtgebiet hinter mir lassen kann. Nun gibt es auch öfters mal Aussichtspunkte, an denen man halten kann. Ich mache das um 17 Uhr.


10 km muss ich auf einer sehr engen, kurvenreichen und schlechten Straße zurücklegen - ich glaube, da hat das Navi wieder einmal eine schlechte Abkürzung gewählt. Ich erreiche die albanische Grenze. Ein paar Minuten warten, dann will eine Beamtin den Zulassungsschein sehen und anschließend ein Beamter den Pass, und damit sind die Formalitäten erledigt. Noch 13 Kilometer (auf wesentlich besserer Straße als der erwähnte Abschneider in Montenegro), und ich bin am Campingplatz Legjenda in Shkodra nahe der Burg eingetroffen. Ich zahle 23 Euro (Strom würde pro Tag zusätzlich 2,50 Euro kosten) für zwei Nächte. Der Campingplatz ist ziemlich voll (er wird wahrscheinlich gern von Wohnmobilisten angesteuert, die in Albanien ankommen und sich in der Stadt mit Sim-Karten versorgen wollen - dafür liegt er günstiger als ein anderer Campingplatz in der Nähe, der von Iris und Uwe auf Youtube empfohlen wurde). Es gibt nichts an ihm auszusetzen, Toiletten und WCs sind sauber, und das Wasser zum Duschen ist heiß.


Ich muss noch 7000 Schritte machen und marschiere in Richtung Stadtzentrum. Shkodra ist keine Stadt für Fußgänger - es gibt wenige Zebrastreifen (bei denen sowieso keiner freiwillig stehen bleibt) und keine Ampeln, und niemand hält sich an Geschwindigkeitsbegrenzungen (40 km/h im Ortsgebiet - wenn man auch nur versucht, sich daran zu halten, also 50 fährt, wird man ständig überholt!). Der Boden ist oft etwas uneben, und es empfiehlt sich, auf Löcher zu achten.


Meine 7000 Schritte in Shkroda:


Meine Route:


Kilometerstand: 1948 km (360 km gefahren).