Donnerstag, 25. Mai 2023

Albanien und mehr, Tag 29 (Donnerstag, 25.5.2023)

Das Weingut Albanica befindet sich hunderte Meter vom nächsten Haus und ebenso weit von der nächsten, kaum befahrenen Straße entfernt. Dementsprechend ruhig war die Nacht. Ich stehe um 7 Uhr auf. Nach dem Frühstück ist etwas Putzen angesagt. Außerdem leere ich den Urinkanister.


Um 8:30 verlasse ich das WoMo-freundliche Weingut. 23 km weiter wartet die Ausgrabungsstätte Apollonia auf mich. Am Anfang nehme ich die Straße parallel zur Autobahn, was sich als Fehler erweist, denn sie ist die mieseste, der ich in Albanien bisher begegnet bin (Klasse 15 bis 20 km/h Höchstgeschwindigkeit). Die engen Gassen, über die mich das Navi zur Autobahn leiten will, kommen mir suspekt vor. Aber schließlich erreiche ich eine Auffahrt. Nach 10 Kilometern verlasse ich die sehr gut ausgebaute Autobahn und komme bald darauf auf einem großen Parkplatz an.


Die Stadt Apollonia wurde 588 v.Chr. von griechischen Siedlern gegründet und hatte in ihrer Blütezeit bis zu 60.000 Einwohner. Ich bezahle 600 Lek Eintritt und besichtige die Ruinen, ein im 14. Jahrhundert gegründetes Kloster sowie das Museum. Nachfolgend ein paar Fotos:














Als nächstes möchte ich einen Blick auf einen Strand werfen. Bis nach Darezese sind 16 km in einer flachen, langweiligen Gegend zurückzulegen. Außer einigen häßlichen, langgezogenen Dörfer, ein paar Bunkern und den einen oder anderen Kanal gibt es nichts Besonderes zu sehen. Die letzten 500 m der Zufahrt erfolgen auf einer Schlaglochpiste. Am Strand stehen ein paar Restaurants (billige Holzbuden), die teilweise auch in Betrieb sind. Wahrscheinlich vermieten sie Sonnenschirme und Liegen. Viele Sonnenanbeter sind aber nicht da, und wahrscheinlich ist das Wasser zum Schwimmen noch zu kalt.


Man kann auf einem in Google Maps nicht eingezeichneten Weg zu einigen weiteren Restaurants fahren (ich bezweifle, dass die offen sind). Wenn man sich traut (wegen der Gefahr, im Sand hängen zu bleiben), kommt man danach auf dem festgefahrenen Sand wohl zu recht einsamen, schattenlosen Stellplätzen. Mir wäre es hier viel zu langweilig.


Ich esse einige Aufstrich-Brote (Sardinen gehen langsam aus, aber Aufstrich habe ich noch genug) und fahre dann wieder zur Autobahn zurück. Hinter mir befindet sich in Richtung Meer wolkenloser Himmel, vor bzw. später links von mir in den Bergen sieht es nach Regen aus (was später auch von der Regenradar-App bestätigt wird). Manchmal glaube ich auch Donner zu hören. Ich fahre bis ans Ende der Autobahn kurz vor Vlora, der nach Tirana und Durres drittgrößten Stadt Albaniens. Dann geht es weiter bis zur Klosterinsel Zvernec, einer Insel in der Lagune von Narta. Bei der Fußgängerbrücke zur Insel gibt es wenige Parkplätze, darum drehe ich um und stelle Ludwig etwas weiter weg am Straßenrand ab.


Ich marschiere zur ...


... und über die Brücke.


Vom orthodoxen Kloster auf der Insel aus dem 13. Jahrhundert ist die Marienkirche erhalten. Drinnen darf leider nicht fotografiert werden. Ein Aufseher passt auf, dass sich jeder daran hält.


Ich überlege, wo ich heute übernachten kann. In Park4night ist ein sehr schöner Stellplatz auf einer Wiese eingetragen, der auf einer sehr schlechten Straße erreichbar sein soll (laut Kommentaren auch mit einem Fiat Ducato). Ich probiere die Zufahrt, doch als ich etwas am Boden von Ludwig schrammen höre (die Trittstufe?), nutze ich eine Wendemöglichkeit und taste mich vorsichtig wieder zur Asphaltstraße zurück (übrigens fahren immer wieder Einheimische mit PKWs in bzw. aus Richtung dieses Stellplatzes, es scheint also trotz der schwierigen Anfahrt ein sehr belebter Ort zu sein). Ich fahre in Richtung Vlora und biege dann rechts zum Sandstrand von Narta ab, wo man laut Womo-Reiseführer übernachten kann. Am Strand stehen mehrere Restaurants, doch dürften bis auf zwei noch alle für die Sommersaison vorbereitet werden. Auf der anderen Straßenseite gibt es große ebene Flächen, wo verstreut 5 Womos und ein Wohnwagen parken. Das ganze ist eine Sackgasse, es wird also derzeit noch ziemlich ruhig sein. Ich suche mir ein Plätzchen und werde hier übernachten. Inzwischen ist kein blauer Himmel mehr sichtbar, doch mit größter Wahrscheinlichkeit werden die Gewitter aus den Bergen nicht bis zur Küste vordringen.


Meine Besichtigung von Apollonia:


Mein Weg zur Klosterinsel Zvernec:


Meine Route:



Kilometerstand: 2771 km (108 km gefahren).