Um 8:30 verlasse ich Camp Slatina. Die Stichstraße vom Campingplatz bis zur Hauptstraße ist 10 km lang und führt meist zwischen den für Cres und Losinj typischen Steinmauern vorbei. Auf der gut ausgebauten Hauptstraße sind oft 80 oder sogar 90 km/h erlaubt und auch problemlos fahrbar. Ich habe eine Parkmöglichkeit aus einem Womo-Reiseführer als Ziel programmiert, fahre aber daran vorbei (die Positionsanzeige des Navis ist oft leicht verspätet) und halte kurz danach bei der Einmündung eines Feldwegs ins Dorf Ustrine. Hier gibt es einen Wasserhahn. Ich wage es nicht, auszuprobieren, ob er funktioniert, denn er wird von Bienen oder Wespen umschwirrt - möglicherweise haben sie hier ein Nest gebaut.
4 km weiter befindet sich in Osor die schwenkbare Brücke, die Cres und Losinj verbindet. Ich muss ein paar Minuten warten, weil zwei Boote durchfahren, und beschließe, das Dörfchen bei der Rückfahrt anzuschauen.
Ich fahre weiter nach Mali Losinj, wo am Parkplatz aus einem der Womo-Reiseführer ein paar Plätze frei sind. Kostenpflichtig ist er erst ab 1.6.
Ich spaziere zum Hafen ...
... und auf beiden Seiten am Kai entlang.
Abseits vom Hafen gibt es enge Gassen und Stiegen, ...
... die zur Kirche führen.
Um 11:15 bin ich bei Ludwig zurück und fahre weiter nach Veli Losinj. Der erste angesteuerte Parkplatz ist privat. Beim zweiten schreckt mich ein Parkverbot für Wohnmobile von 0 bis 24 Uhr ab (es darf gehalten werden, aber wie lange gilt das Stehen als Halten und nicht als Parken?). Der dritte hat kein solches Schild, aber auch keinen freien Platz. Daraufhin fahre ich zum ersten Parkplatz zurück, denn auf der anderen Straßenseite habe ich Autos stehen gesehen. Der Platz ist zwar nicht als Parkplatz gekennzeichnet, aber es wird auch nirgendwo das Parken verboten.
Ich habe in der Rother-App eine Wanderung ums Südostende der Insel Losinj herum gefunden und den GPX-Track in Komoot importiert. Die Tour beginnt beim zweiten erwähnten Parkplatz. Ich marschiere um 12 Uhr los. Da die Temperatur 21 Grad beträgt, stellt diese Tageszeit kein Problem dar (natürlich verwende ich Sonnencreme und trage eine Mütze). Bald habe ich das Städtchen verlassen. So schön wie am nächsten Foto bleibt der Weg allerdings nicht, ...
... denn oft muß man über große oder noch größere Schottersteine stapfen. Das erweist sich als recht anstrengend und verringert die Gehgeschwindigkeit erheblich.
Ich komme an einsamen Buchten vorbei.
Was ich nie verstehen werde: warum lassen manche Menschen Ihren Abfall einfach in der Gegend zurück?
Es ist erstaunlich, dass sogar in kilometerweit unbewohnten Bereichen der Insel Steine (von denen auf Cres und Losinj Unmengen herumliegen) zu Mauern aufgetürmt wurden.
Ich komme an der Baustelle eines „Glamping“-Platzes vorbei.
Die neu angelegten, in der Karten-App noch nicht vorhandenen Straßen verwirren mich. Ich übersehe die Markierung des Wanderwegs und folge stattdessen einer Straße bis hinunter ans Meer. Ich muss umdrehen und die Steigung hinauf schnaufen. Mit Hilfe von Komoot finde ich den richtigen Weg.
Da ich vor dem Abmarsch noch keinen Hunger hatte, bin ich ohne Mittagessen aufgebrochen. Kurz vor 15 Uhr lege ich eine Pause ein, verspeise einen Apfel und trinke eine Flasche Yfood. Hier treffe ich zwei Wanderer, die die Tour in der Gegenrichtung gehen (früher hatte ich ein junges Pärchen überholt, das Mountainbikes geschoben hat - sie haben wahrscheinlich geflucht, wie sie auf die Idee kommen konnten, zu versuchen, hier mit Fahrrädern zu fahren).
Die Wanderung ist anstrengender, als ich erwartet hatte. Als ich an einem Restaurant vorbei gehe, überlege ich kurz, ob ich ein Taxi rufen soll.
Nein, aufgeben gibt‘s nicht! Obwohl ich nun noch auf die andere Inselseite hinüber und dabei fast zweihundert Höhenmeter überwinden muss!
Auf der anderen Seite geht es auf steinigem Weg fast so viele Höhenmeter wieder runter. Aber Veli Losinj taucht auf und setzt letzte Kraftreserven frei.
Der Rundweg führt an der Kirche vorbei.
Dann habe ich es geschafft. Eine letzte Anstrengung noch, um Ludwig zu erreichen, dann lasse ich mich um 17:45 aufs Bett fallen, um mich auszuruhen. Bevor ich rund 50 km zum Campingplatz fahre, statte ich dem Lidl in Mali Losinj einen Besuch ab, denn ich brauche Brot, und außerdem habe ich mir ein Eis verdient. Ich lasse das Auto etwas vor dem Lidl stehen, da ich befürchte, dass es keine Parkplätze, sondern nur ein Parkhaus gibt. Das stellt sich als korrekt heraus - zwar mit 2,50 m Einfahrthöhe, aber das reicht nicht für Ludwig.
Kurz nach Sonnenuntergang erreiche ich den Campingplatz. Ich esse Sardinen und ein Baguette, lasse mir das Eis schmecken und dusche ausgiebig.
Mein Weg durch Mali Losinj:
Meine Wanderung ab Veli Losinj:
Meine Route:
Kilometerstand: 905 km (102 km gefahren).