Sonntag, 28. Mai 2023

Albanien und mehr, Tag 32 (Sonntag, 28.5.2023)

Ich stehe heute schon kurz nach 6 Uhr auf. Ich habe in Komoot eine Wanderung um die Gjipe-Schlucht geplant (von der ich nicht weiß, ob sie für mich als Nicht-Schwindelfreiem geeignet ist, denn Komoot zeigt bei mehreren längeren Abschnitten Warnungen an, dass sie gefährlich sein können). Dazu muss ich in Vuno parken, wo es - wie ich am Freitag gesehen habe - wenige Möglichkeiten dazu gibt. Ich denke, dass ich in der Früh bessere Chancen habe, Ludwig dort abstellen zu können, und breche um 6:40 auf.


Wie Frage, ob die Wanderung (zu) gefährlich ist, bleibt offen, denn die wenigen verfügbaren Parkmöglichkeiten entlang der Straße sind mit Autos von Einheimischen belegt. Ich verzichte auf die Wanderung und fahre weiter nach Alt-Himara. Der Haltepunkt neben der Kapelle aus dem Womo-Reiseführer erscheint mir wenig geeignet, darum drehe ich bei nächster Gelegenheit um und parke in einer Haltebucht 500 m davor. Hier frühstücke ich.


Anschließend mache ich einen Spaziergang durch Alt-Himara und zur Burgruine. Nachfolgend ein paar Fotos:








Die Gjipe-Schlucht will mir nicht aus dem Kopf gehen. Ich ziehe diverse Apps zu Rate. Die in Komoot als gefährlich eingestuften Abschnitte kommen in einer Rother-Wanderung vor, die als „einfach“ bezeichnet wird. Aber muss es überhaupt eine Wanderung entlang beider Seiten der Schlucht sein? In Pocket Earth fällt mir westlich der Schlucht ein Pfad von der Hauptstraße zu mehreren Aussichtspunkten und zum Strand auf, den ich hin und zurück gehen könnte. Diese Variante hat den Vorteil, dass Ludwig dort abgestellt werden kann. Und im Vergleich zu meiner ursprünglichen Planung erspare ich mir mehrere Kilometer Fußmarsch auf der Hauptstraße. Gesagt - getan: ich fahre dorthin zurück.


Ich marschiere ...


... diesen Weg ...


... zu den Aussichtspunkten ...


... und zuletzt in Serpentinen bergab. Es handelt sich um eine einfache Wanderung (an einer steileren Stelle wurde ein Geländer gebaut, das aber nicht notwendig gewesen wäre). 


Am Strand befinden sich eine Bar ...


... und ein Campingplatz für Zelt-Camper.


Man kann ein Stück in den Canyon hineingehen und Kletterer beobachten, die die Steilwände erklimmen.


Außerdem campieren dort ein paar Geländeautos - und ein Dacia mit Dachzelt, bei dem ich mich frage, wie er erstens hinunter gelangt ist und wie er zweitens je wieder hinauf kommen will. 


Den Rückweg nehme ich nämlich entlang der Zufahrtsstraße zum Strand, wobei ich Gelegenheit habe, einen Geländewagen bei der Hinauffahrt zu beobachten - erstaunlich, dass man dort fahren kann! Jedenfalls bin ich zu Fuß schneller als dieses Auto. 


Ich erreiche das Ende der einspurigen asphaltierten Straße mit dem kostenpflichtigen Parkplatz, wo ich am Freitag schon kurz war. Hier mache ich einen Abstecher zu einem kleinen Kloster (man versäumt nichts, wenn man auf diesen Umweg verzichtet), pausiere dort ...


...und kehre schließlich entlang der Asphalt-Stichstraße ...


... und Olivenbäumen zu Ludwig zurück (links von mir hängen am Llogara-Pass die Wolken sehr tief, und es ist Donner zu hören). So ist meine Tour doch noch zu einer Rundwanderung geworden.


Ich setze mich für eine Stunde neben Ludwig in den Schatten, um mich zu erholen. Allerdings stehe ich hier in einer 180-Grad-Serpentine, so dass die vorbeifahrenden Autos und Motorräder besonders viel Lärm verursachen. Ich mache mich deshalb wieder auf den Weg nach Alt-Himara, wo ich rechts in eine Stichstraße ans Meer abbiege. Der Ort heißt Livadh. Man kann dort entlang der Restaurants parken (die um 15 Uhr alle ein paar Gäste haben, die etwas essen) und wohl auch übernachten, wobei der örtliche Campingplatzbetreiber Letzteres wahrscheinlich nicht gern sieht. Ein negativer Punkt ist derzeit, dass der gesamte Standverlauf eine Baustelle ist, da offensichtlich eine Strandpromenade gebaut wird. Wenn diese fertig ist, dürfte es hier aber recht nett aussehen.


Nach einem kurzen Stopp für ein Foto der Burgruine von Alt-Himara von unten ...


... fahre ich weiter. Ein Schild kündigt einen Spar-Supermarkt an, deshalb nehme ich nicht die Umfahrung, sondern die Straße durchs Zentrum von Neu-Himara - aber kein Spar zu sehen! Ich setze den Weg fort bis zu einer ebenen Fläche neben der Straße, deren Koordinaten ich in Park4night gefunden habe. Es ist 16 Uhr, vor mir sieht es nach einem Gewitter aus, und etwas mehr Erholung nach der Wanderung würde nicht schaden, deshalb beschließe ich, hier zu übernachten.


Mein Spaziergang durch Alt-Himara:


Meine Wanderung bei der Gjipe-Schlucht:


Meine Route:




Kilometerstand: 2961 km (63 km gefahren).