Sonntag, 14. Mai 2023

Albanien und mehr, Tag 18 (Sonntag, 14.5.2023)

Andreas, das Italientief, gibt einfach nicht auf. In der Nacht hat es viel geregnet, und auch am Morgen fällt immer wieder mal etwas Regen (man sollte meinen, dass Ludwig dadurch sauber gewaschen wurde, doch das Gegenteil ist der Fall - der Regen ist hier ziemlich sandhältig). Alle Wettervorhersagen sind sich einig, dass es unbeständig bleibt. Ich beschließe, zwei Ruhetage einzulegen und sie für die Reiseplanung zu nutzen. Allerdings werde ich mein Domizil verlagern und den von Iris und Uwe empfohlenen Campingplatz Lake Shkodra Resort aufsuchen. Das bedeutet nicht, dass ich mit Camping Legjenda unzufrieden bin - im Gegenteil: wenn man in Albanien einreist, Geld wechseln und eine Sim-Karte besorgen muss und nicht zuletzt das Zentrum und die Burg von Shkroda besichtigen möchte, ist er die erste Wahl.


An einem Sonntag Vormittag ist auf den Straßen der Stadt etwas weniger los als unter der Woche. Dennoch ist es anstrengend, hier auf vier Rädern unterwegs zu sein. Angehaltene Autos verstellen plötzlich die Fahrspur (was auch in einem Kreisverkehr passieren kann), Fahrräder und Mopeds kommen einem als Geisterfahrer entgegen, Kanaldeckel können relativ tief eingebaut sein, so dass man versuchen muss, ihnen auszuweichen, damit man nicht durchgeschüttelt wird - der ganze normale Wahnsinn halt. Da hilft nur eines: defensiv fahren (die Höchstgeschwindigkeit im Ortsgebiet von 40 km/h ist ja doch sinnvoll), auch wenn das Fahrzeug hinter dir ständig halb im linken Rückspiegel auftaucht, als ob es überholen möchte. Ich verlasse Shkodra, und schon nach ein paar Kilometern muss ich links abbiegen. Die Zufahrt zum Campingplatz ist schmal, aber inzwischen - entgegen der Aussage im Womo-Reiseführer - asphaltiert. Da gerade ein Fahrzeug weggefahren ist, ist das automatische Tor offen, so dass ich nicht klingeln muss. Ich melde mich in der Rezeption an. Da ich wenig gefahren bin und die Solarzellen bei trübem Wetter die Akkus nicht laden, entscheide ich mich diesmal auch für einen Stromanschluss. Preis pro Nacht: 6 Euro für mich, 2,50 Euro für Ludwig, 3 Euro für den Netzanschluss - macht genauso viel wie am Campingplatz Legjenda, wo ich auf Strom aber verzichtet habe. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist top, da zahlt es sich nicht aus, einen Freisteh-Platz zu suchen.


Ich kann mir selbst einen Parzelle suchen und parke Ludwig ...


... in der Nähe des Service-Gebäudes, so dass ich es nicht weit zu Duschen und Toiletten habe.


Da es gerade nicht regnet, sehe ich mich etwas um. Es sind etwa 50 Prozent der Parzellen belegt, darunter viele Deutsche, einige Franzosen und auch ein paar Fahrzeuge aus Österreich. Bis zum Abend kommen noch einige Camper mehr. Derzeit bekommen noch alle Platz, aber im Sommer wird man früh eintreffen oder reservieren müssen. Der Campingplatz liegt direkt am Skutarisee, in dem man bei wärmerem Wetter schwimmen kann.


Es gibt Liegen ...


... und ein Restaurant mit Tischen auch im Freien, außerdem einen Mini-Markt und ein paar Glamping-Zelte und Miethütten auf Stelzen - kann es hier Überschwemmungen geben?


Der Campingplatz befindet sich inmitten von Feldern, wo ein paar Häuser stehen - eines davon mit einem wilden Tier.


Bis zur Hauptstraße geht man rund einen Kilometer - was ich auch mache, denn ich muss 10.000 Schritte absolvieren.


Dort befindet sich auf der anderen Straßenseite ein Restaurant und in der Nähe eine Tankstelle sowie einige weitere Wohnhäuser.


Ich esse Knäckebrot mit Aufstrich, Zwiebeln, Knoblauch und Käse zu Mittag. 


Danach will ich mich ins Freie setzen (bei 18 Grad ohne Wind geht das, wenn man eine Weste anzieht), aber prompt beginnt es zu nieseln. Ich verbringe den trüben Nachmittag in Ludwig, lese den Womo-Reiseführer und markiere interessante Orte in Google Maps. Am Abend esse ich Faschierte Laibchen mit Tomatensalat. Gegen 21 Uhr fängt es für eine halbe Stunde stärker zu regnen an.

Meine Route:



Kilometerstand: 1964 km (16 km gefahren).