Montag, 29. Mai 2023

Albanien und mehr, Tag 33 (Montag, 29.5.2023)

In der Nacht ist auf der Hauptstraße nichts los - also habe ich eine weitere ruhige Nacht hinter mir. Ich stehe um 7 Uhr auf. Da ich einen Abstecher zu einem Lidl in Griechenland machen möchte (Supermärkte mit Parkplätzen fehlen mir sehr), lade ich die entsprechende Offline-Karte ins Navi. Die Wettervorhersage der nächsten Tage bleibt gleich wie an den letzten: wunderschöne Vormittage, an den Nachmittagen Gefahr von Regen und Gewittern (dies jedoch hauptsächlich im Landesinneren, an der Küste bleibt es meistens trocken). Ich schieße ein Foto in die Richtung, in die ich heute fahren werde.


Um 8:30 setzt sich Ludwig in Bewegung - gerade mal 1 km weit bis zu einer Haltebucht, von der aus ein U-Boot-Bunker zu sehen ist. Dort sollen vier U-Boote verrosten, die die Albaner Anfang der 1960er Jahre von den Sowjets erbeuteten.


Zwei Kilometer weiter befindet sich eine Halbinsel mit der Festung Porto Palermo aus dem 19. Jahrhundert. Die Zufahrt ist an einer Stelle für einen Ducato grenzwertig. Ich parke 100 m davor neben der Hauptstraße. Später - als ich gerade abfahre - will ein Knaus-Kastenwagen zur Festung abbiegen. Als der Fahrer die Zufahrt sieht, setzt er zurück und sucht sich ein anderes Plätzchen.


Mehrere Wohnmobile haben hier übernachtet.


Ich gehe zur Festung und besichtige sie. Da niemand anwesend ist, lege ich den Eintritt (300 Lek) auf den Tisch.


Wieder im Auto, schaue ich aufs Thermometer. Die Außentemperatur beträgt im Schatten 24 Grad, Ludwigs Innere hat sich auf bereits 30 Grad erhitzt. Auf der schönen Küstenstraße geht es ein paar Kilometer weiter nach Qeparo. In Richtung der Berge sind auf einem Hügel die Häuser von Alt-Qeparo zu erkennen.


Entweder stimmen die Koordinaten im Womo-Reiseführer nicht, oder das Navi ist ungenau, denn statt zum Parkplatz am Strand führt es mich zu einem Punkt an der Hauptstraße, wo man nicht stehen bleiben kann. Hinter Qeparo gelange ich zu einem Aussichtspunkt, der sich auch als Übernachtungsplatz eignen würde.


Ich überlege: ich könnte nach Alt-Qeparo gehen, aber das sind 250 bis 300 schattenlose Höhenmeter. Nach meinen Wanderungen der letzten Zeit fehlt mir dazu die Lust. Statt dessen fahre ich weiter zum Friedhof von Borsh, wo ich Ludwigs Wassertank fülle.


Ich beschließe, rund 50 km in das Tourismuszentrum Ksamil zu fahren (die größere Stadt Saranda mit laut Womo-Reiseführer wenigen Parkmöglichkeiten lasse ich aus, es sei denn, ich sehe einen Supermarkt, wo Ludwig stehenbleiben kann). Öfters befinden sich neben der Straße ebene Schotterflächen (teilweise mit tollem Ausblick auf Küste, Meer und Insel Korfu) mit Übernachtungspotenzial. Es sind wenige Autos unterwegs, darunter für Ende Mai erstaunlich viele Wohnmobile (ich glaube, in den letzten Tagen habe ich mehr WoMos gesehen als voriges Jahr in vier Wochen Tschechien insgesamt).


Das Navi lässt mich Saranda umfahren. Kurz vor Ksamil halte ich auf einer großen ebenen Fläche. Da es gerade Mittag ist, verspeise ich Sardinen. Korfu ist nur einen Katzensprung entfernt.


Beim Durchqueren macht Ksamil nicht den Eindruck, dass man viel versäumt, wenn man dort auf einen Spaziergang verzichtet. Ich will weiter zur Ruinenstadt Butrint. Eineinhalb Kilometer davor befindet sich ein großer, fast leerer Parkplatz. Ich stelle Ludwig auf dem nächsten Parkplatz bei einem Restaurant (200 m vor dem Eingang nach Butrint) neben einigen WoMos und einem Bus ab. Direkt beim Eingang hätte ich auch ein Plätzchen gefunden.


Dieser letzte Parkplatz befindet sich bei einer Seilfähre, mit der man den Kanal überqueren kann, der die Salzwasser-Lagune Butrintsee mit dem Meer verbindet.


Ich bezahle 1000 Lek Eintritt und besichtige rund zweieinhalb Stunden lang die Stadt, die der Legende nach von Flüchtlingen aus Troja gegründet wurde und wo man die Überreste von griechischen, römischen und christlichen Gebäuden vorfindet. Seit 1992 ist Butrint UNESCO-Weltkulturerbe. Nachfolgend ein paar Fotos:









Bei Butrint habe ich nur eine schlechte Internet-Verbindung. Ich fahre eineinhalb Kilometer zurück zum großen Parkplatz, wo der Empfang okay ist. Er liegt gleich neben dem weiter oben erwähnten Kanal.


Dort setze ich mich in den Schatten von Olivenbäumen und lausche dem Donner (über Korfu geht gerade ein kleineres Gewitter nieder, und vor mir in Griechenland ist eine größere Gewitterzelle zu erkennen). Ich werde hier übernachten und morgen vormittag zu einem Lidl in Igoumenitsa fahren (bei dem ich, glaube ich, vor ein paar Jahren schon einmal war).


Zum Abendessen koche ich Eierspeise mit Champignons aus der Dose.


Meine Besichtigung von Butrint:


Meine Route:



Kilometerstand: 3026 km (65 km gefahren).