Donnerstag, 13. Juni 2024

Frankreich, noch einmal Tag 39 (Montag, 10.6.2024): Ganz im Westen

Ich lasse mir heute mit dem Frühstück Zeit, um eine grobe Reiseplanung durchzuführen. Vormittags ist damit zu rechnen, dass es leicht nieselt, darum werde ich meine geplante Wanderung erst am Nachmittag unternehmen. Tatsächlich fallen kurz nach 9 Uhr Regentropfen. Nach 5 Minuten hört der Regen - das übliche Bretagne-Wetter - wieder auf. Temperatur: 15 Grad. Ludwig und ein kleinerer Camper sind die einzigen WoMos, die auf dem Parkplatz P6 bei Le Conquet übernachtet haben. Man kann sich kaum vorstellen, dass der Strand unter mir im Sommer so überlaufen ist, dass mehrere Parkplätze für Hunderte Autos angelegt werden mussten. Na gut, immerhin ist der Strand zweieinhalb Kilometer lang, da haben selbst bei Flut viele Leute Platz.


Um 9:40 breche ich zu einem Stadtrundgang auf. Le Conquet sieht von der anderen Seite des Meeresarms beim richtigen Wetter wunderschön aus. Aus der Nähe hat es hingegen nicht viel zu bieten. Wenn wenigstens zwei Straßen bei der (geschlossenen) Kirche Fußgängerzone wären... Hier jedenfalls ein paar Fotos:





Um 10:30 kommt stärkerer Wind auf, als eine angekündigte Nieselzone auf die Stadt trifft. Ich beeile mich, die Fußgängerbrücke zu überqueren und den letzten Anstieg zu Ludwig hinauf zu schnaufen, kann aber nicht vermeiden, nass zu werden. Nach 15 Minuten ist der Spuk schon wieder vorbei. Da ich heute morgen keinen Appetit auf Müsli hatte und nur Banane und Kaffee gefrühstückt habe, beschließe ich, gleich zu Mittag zu essen.


Ich fahre, eine Regenzone - laut Regenradar für heute die letzte - durchquerend, zum übernachtungsgeeigneten Parkplatz beim Menhir de Kerloas, dem größten aufrecht stehenden Hinkelstein in der Bretagne. Er war 12 m hoch, bevor ihm ein Blitz die Spitze abbrach. Jetzt sind es noch fast 10 m.


Anschließend fahre ich nach Lanildut, eine Hafenstadt am Aber Ildut. Der Parkplatz am Leuchtturm! fast am Meer wird von WoMos gern als kostenloser Stellplatz genutzt.


Der Leuchtturm! (einer der beiden, die ich auf der Fahrt nach Le Conquet am Tag 37 ausgelassen habe) ist allerdings kein Turm, sondern ein Haus. 


Nach ein paar Fotos der Hafeneinfahrt ...


... ist mein nächstes Ziel Trezien, wo beim Parkplatz bei der Kirche (in Park4night nicht eingetragen, sollte aber eine ruhige Übernachtung gestatten) eine Wanderung aus dem Kompass-Wanderführer startet.


Ich breche kurz vor 15 Uhr auf. Diese Tour ist gut geplant, denn statt gleich an der Küste zu starten und mit einem langen, uninteressanten Abschnitt im Landesinneren zu enden, beginnt man hier mit dem langweiligsten Teil. Das steigert die Vorfreude, die auch eingelöst wird, sobald man auf den Zöllnerpfad trifft. Ich wandere auf den Klippen an mehreren fast menschenleeren Stränden entlang, bis ich die Pointe de Corsen erreiche. Dieses Kap ist der westlichste Punkt Kontinentalfrankreichs und liegt weiter im Westen als die meisten Teile Englands. Ich gehe noch weiter an der Küste entlang nach Norden und steige eine Treppe zu einem Strand hinunter, um die Wellen aus der Nähe zu fotografieren. Als die Tour in die Stadt führt, verlasse ich den vorgeschlagenen Weg, denn der Autor des Kompass-Wanderführers hat den Leuchtturm! Phare de Trezien ignoriert (Sakrileg!). Der Parkplatz beim Leuchtturm! weist keinerlei Verbote auf und ist wie jener bei der Kirche nicht in Park4night eingetragen - ein wahrer Geheimtipp also! Um 18 Uhr bin ich bei Ludwig zurück und werfe noch einen Blick in die Kirche. Hier sind einige Fotos:













Da ich weder Salat noch Tomaten habe, mache ich zur Eierspeise eine Dose Käferbohnen auf.


Bald nach 20:15 fahre ich auch heute wieder zur Pointe de Saint-Mathieu. Heute stimmt alles: eine gute Mischung aus blauem Himmel und Wolken (eine davon scheint Feuer zu fangen, als die Sonne kurz davor ist, unter den Horizont zu tauchen). Na gut, ein bisschen meckern muss erlaubt sein: bis kurz davor waren noch mehr Wolken da, die sich im letzten Moment verzogen haben. Aber ich bin mit einigen Aufnahmen zufrieden. Während ich nach Le Conquet fahre (wobei ich bei einem Intermarche um 1,605 Euro pro Liter tanke), um dort zum dritten Mal zu übernachten, könnt ihr die Bilder anschauen:





Meine Wanderung:


Meine Route:



Kilometerstand: 3543 km (71 km gefahren).