Heute ist der Himmel grau, und die Wettervorhersage prophezeit eine leichte Nieselwahrscheinlichkeit. In den nächsten Tagen soll es trocken bleiben. Nach dem ziemlich verregneten Urlaub vor einem Jahr in Kroatien und Albanien habe ich heuer ausgesprochenes Wetterglück. Die Temperatur beträgt fast 15 Grad.

Mich wundert, wie wenige WoMos im Gebiet der umfriedeten Pfarrbezirke - zweifellos eines der Highlights einer Bretagne-Tour - unterwegs sind. Das einzige andere Wohnmobil neben Ludwig auf dem Stellplatz in Guimiliau dürfte derzeit unbewohnt sein (vielleicht gehört es jemandem aus dem Ort, der keinen Platz dafür hat). Wie dem auch sei: ich gehe jedenfalls noch einmal zur Kirche (zwei majestätische Katzen schauen gelangweilt aus einem Fenster), ...

... denn gestern blendete die Sonne, so dass ich einen Teil der Figuren auf dem Calvaire gar nicht besichtigen konnte.

Der letzte enclos paroissial befindet sich in Saint-Thegonnec. Auch in diesem Ort gibt es einen kostenlosen Stellplatz nahe dem Zentrum. Hier stehen ein paar mehr WoMos.

Ich betrete den Pfarrbezirk von der falschen Seite, das Triumphtor, das Beinhaus und der Calvaire befinden sich gegenüber.

Im Beinhaus kann man die Grablegung Jesu mit geschnitzten Figuren betrachten.

Die Altäre reichen bis zur Decke hinauf.

Damit endet meine Tour zu den umfriedeten Pfarrbezirken. Vor ein paar Tagen habe ich die Besichtigung von Morlaix wegen Schlechtwetters verschoben. Jetzt werde ich ausprobieren, wie schwierig es ist, dort einen Parkplatz zu finden. Fazit: es ist sehr schwierig. Es gibt im Zentrum und zentrumsnah zwar mehrere große Parkplätze, aber mit einem WoMo tut man sich schwer, dort in einer Parzelle unterzukommen - was jedoch sowieso illusorisch ist, da alle voll sind. In Park4night ist ein offizieller Stellplatz in der Nähe eines McDonalds eingetragen. Da könnte ich Ludwig abstellen, aber es ist von dort recht weit ins Zentrum. Ich entdecke in Park4night einen weiteren Stellplatz, der näher liegt. Dort bekomme ich tatsächlich einen Platz, aber wer immer hier die Linien auf den Asphalt gemalt hat, war nie mit einem Camper unterwegs - es ist so eng, dass die dort stehenden WoMos jede zweite Parzelle auslassen müssen. Manche Campervans machen sich auf den angrenzenden PKW-Parkplätzen breit. Obwohl das Handy eine gute LTE-Verbindung anzeigt, ist es unmöglich, hier im Internet zu surfen.

Nach dem Mittagessen (Brote mit Aufstrich und Zwiebeln) breche ich zur Stadtbesichtigung auf. Anfangs sieht es nach Regen aus, aber es bleibt trocken, und immer häufiger kommt die Sonne hervor. Die Lage des Stellplatzes ist nicht schlecht, man erreicht das Zentrum rasch. Dieses wird von einem 58 m hohen Eisenbahn-Viadukt beherrscht, auf dessen mittleren Ebene man gehen kann. Morlaix hat viele alte Gebäude, wobei die oberen Stockwerke der Fachwerkhäuser die darunter liegenden Etagen nach vorne überragen (eine Bauweise, die mir in Frankreich schon mehrmals aufgefallen ist). Das Maison de la Duchesse Anne kann innen besichtigt werden (Eintritt: 3 Euro), wo sich eine Holzwendeltreppe 3 Etagen nach oben schraubt. Morlaix ist sehenswert - ohne Autos wäre es ein Traum. Nachfolgend Fotos des Rundgangs:

















Es ist fast 16 Uhr. Ich überlege, wie ich den Rest des Tages verbringe. Hier bleiben ohne Internetverbindung kommt nicht in Frage. Da ich keinen Salat mehr habe, erscheint mir ein Besuch im Lidl sinnvoll.

Ich kehre nun an den Ärmelkanal zurück und vermute, dass hier wieder mehr WoMos unterwegs sind. Ich gebe die Koordinaten (erwähnt im WoMo-Reiseführer) eines kostenlosen Stellplatzes beim Sportzentrum in Carantec ins Navi ein. Vier Camper parken hier bereits, aber es haben noch mehr Platz. Später am Abend nieselt es leicht.

Ich esse Faschierte Laibchen und Eisbergsalat.

Mein Weg durch Morlaix:

Meine Route:


Kilometerstand: 3203 km (69 km gefahren).