Am Morgen ist der Asphalt in Crozon feucht, aber es regnet nicht. Wenn man genau hinschaut, sieht man ein paar kleine Flecken blauen Himmel zwischen den Wolken, es wird aber unbeständig bleiben - mit den Wanderungen in dieser schönen Gegend ist es also leider vorbei, denn erstens würde ich dabei wahrscheinlich nass werden, und zweitens schauen Fotos bei Sonnenschein oder einer dramatischeren Wolkenkulisse besser aus. Aber ich könnte ja noch einmal hierher kommen (z.B. für eine Reise "Highlights der Bretagne plus Normandie"). In der Nacht hatte Ludwig Gesellschaft durch zwei französische WoMos.

Als ich beim Lidl Brot, Salat und Orangensaft kaufe, scheint die Sonne, so dass ich mir überlege, doch eine Wanderung zu riskieren.

Beim Parkplatz am Cap de la Chevre (rund 10 km weiter südlich) ist es hingegen bewölkt, und es nieselt leicht. Ich verzichte lieber doch auf die Wanderung. Laut Park4night darf man hier, obwohl es Naturschutzgebiet ist, ohne Campingverhalten bis zu 24 Stunden stehen, und ein Blick auf die Tafel bei der Einfahrt bestätigt dies - gut zu wissen, wenn man in der Gegend ist.

Der Wind weht so stark, dass nach wenigen Minuten schon wieder die Sonne kurz sichtbar ist - das richtige Wetter, um sich zu verkühlen. Anschauen kann man hier ein Denkmal zur Erinnerung an im 2. Weltkrieg gefallene Soldaten und einen Semaphor (wieder mit dem unsinnigen Fotografie-Verbot).

Ich mache einen kurzen Spaziergang. Schon bald muss ich die Kappe abnehmen, damit sie mir nicht vom Kopf geblasen wird und auf Nimmerwiedersehen im Meer verschwindet. Das Cap de la Chevre ist weniger spektakulär als die Pointe de Penhir mit ihren schroffen Felsen, die im Dunst in einigen Kilometern Entfernung gerade noch zu erkennen sind (das nachfolgende Foto schaut allerdings in eine andere Richtung).

Zurück in Morgat biege ich rechts zur Allee du Phare ab. Wegen eines Fahrverbots für Fahrzeuge breiter als 2,1 m lasse ich Ludwig vorsichtshalber am Straßenrand zurück und gehe zu Fuß zum Leuchtturm! Phare du Kador.

So komme ich unerwartet zu einer fast windstillen, 3,5 km langen Wanderung, denn danach folge ich dem Küstenwanderweg (wahrscheinlich der Zöllnerpfad) zum Hafen:



Eigentlich wäre jetzt das Mittagessen fällig, aber ich möchte herausfinden, ob es kurz vor Landevennec bei einem Aussichtspunkt mit Blick auf einen Schiffsfriedhof die Möglichkeit zum Parken gibt. Als jedoch 5 km davor ein Picknickplatz angezeigt wird, bleibe ich dort stehen.

Ich esse frisches Brot mit Aufstrich, Zwiebeln und Käse.

Beim Aussichtspunkt ...

... des Schiffsfriedhofs kann man zwar am Straßenrand halten, es ist dort aber etwas schief. Der Picknickplatz war für die Mittagspause zweifellos die bessere Wahl.

1 km weiter halte ich am übernachtungsgeeigneten Parkplatz der Abtei von Landevennec. Ein Wegweiser zeigt die Richtung zu den Ruinen der Abbaye Saint Gwenole an, doch ich komme nur bis zu einer relativ modernen Kirche (in der eine Messe stattfindet) und einer Baustelle. Ich finde keine Möglichkeit, zu den Ruinen zu gelangen.

Ich fahre in das verschlafene Dorf hinunter, dessen kleiner Hafen eine Sackgasse ist, wo man wahrscheinlich ruhig übernachten kann (laut Kommentaren in Park4night soll es aber einen mürrischen Bewohner von Haus Nummer 5 geben, der einen zu vertreiben versucht).

Ich besuche die kleine Kirche, ...

... in der es ein großes Gemälde zu besichtigen gibt.

Als ich aufbreche, platzt eine Regenwolke über Landevennec auf. Ich fahre nach Le Faou, eine "kleine Stadt mit Charakter". Der offizielle Stellplatz soll schlecht gepflegt und überteuert sein. Ich peile einen kostenlosen Parkplatz an, sehe dann aber einen anderen kurz vor dem Stadtzentrum, wo Ludwig mit allen vier Rädern innerhalb der Markierungen steht. Laut Regenradar sind Niederschläge im Anzug, ich beschließe daher, mit der Stadtbesichtigung noch zu warten.

15 Minuten später lächelt die Sonne vom Himmel, und ich mache einen Spaziergang ins kleine historische Zentrum. Leider hatten die Stadtobersten bisher nicht den Charakter, die zwei schönsten Gassen zur Fußgängerzone umzuwidmen. Es ist eine Herausforderung, den einen oder anderen Blickwinkel zu finden, wo keine Autos das Motiv verschandeln.






Als nächstes stürme ich einen Gipfel: der 330 m hohe Menez-Hom ist der höchste "Berg" weit und breit. Zwischen 0 und 7 Uhr ist das Parken hier verboten, aber der Parkplatz wäre ohnehin kein geeigneter Übernachtungsplatz, denn der Wind würde Ludwig ziemlich durchrütteln.

Das letzte Stück zum Gipfel muss ich zu Fuß zurücklegen. Die Sicht ist heute eher mäßig.

Eine breite Regenfront nähert sich vom Atlantik und wird mich in 15 bis 30 Minuten erreichen. Ich halte bei der Kapelle Sainte-Marie-du-Menez-Hom. Außen wirkt sie düster, ...

... doch drinnen überraschen die hellen, vor allem in Weiß und Gold gehaltenen Altarwände.

Der Regen erreicht mich in der Kapelle. Für die 100 m bis zum (übrigens übernachtungsgeeigneten) Parkplatz bin ich froh, die Jacke mit Kapuze angezogen zu haben. Der WoMo-Reiseführer erwähnt zwei offizielle kostenlose Stellplätze in der Nähe, wobei jener in Plonevez-Porzay freundlicher sein soll. Kurz nachdem ich dort nach 7 km Fahrt eintreffe, hört der Regen schon wieder auf. Es folgen Sonne und Regen, dann vollständige Bewölkung und wieder Regen - wäre nicht Sonnenuntergang, würde es so wahrscheinlich weitergehen.

Mein Abendessen: Spätzlepfanne mit Pilzen, dazu Salat.

Meine Wanderung zum Leuchtturm! und Hafen in Morgat:

Mein Spaziergang durch Le Faou:

Meine Route:


Kilometerstand: 3799 km (109 km gefahren).